Knallhart Kritik

KNALLHART“ von Detlev Buck (D 2005; 98 Minuten; Start D: 09.03.2006); Jahrgang 1962, der – nach seinen Anfangsspäßen „Erst die Arbeit und dann…?“ (1984), „Wir können auch anders“ (1993) und „Männerpension“ (1996) – in den letzten Jahren mehr als Schauspieler („NVA“, „Herr Lehmann“, „Sonnenallee“) denn als Regisseur („Liebesluder“, „Liebe Deine Nächste“) Erfolg hatte. Jetzt folgt er seinem Idol (Martin) SCORSESE und dessen hitzige Frühwerke („Hexenkessel“/1973, „Italienamerican“/1975) und erzählt eine lärmend-dampfende Berliner Großstadtgeschichte. Thema: Wenn „Zehlendorf“ nach „Neukölln“ zieht/ziehen muss.

Alleinerziehende Mutter (mäßig, aber wenigstens nicht störend: Jenny Elvers-Elbertzhagen) wird mit ihrem 15jährigen Sohn Polischka (DAVID KROSS) aus der Villa ihres Lovers geschmissen und muss im berüchtigten Prolo-Bezirk untertauchen. Sie, Miriam, hat mehr mit sich zu tun und überlässt ihrem Sohn hier das tägliche, verletzende Spießrutenlaufen durch eine brutale Türken-Gang („Du – Opfer“). Doch als sich der Junge in der Szene als Drogenkurier verpflichtet, kann er (zunächst) der Gewaltspirale entkommen.

Spannend-rotziger Milieufilm, mit sehr viel Beton-Atmosphäre und kalten, kompromisslosen Alltagsbildern. Endlich: Der deutsche Film nimmt nun auch die Realität wahr und auf… (= 4 PÖNIs).

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