Inside Llewyn Davis Kritik

INSIDE LLEWYN DAVIS“ von Joel & Ethan Coen (B + R; USA 2012; K: Bruno Delbonnel; M: Marcus Mumford, T Bone Burnett; 105 Minuten; Start D: 05.12.2013); ich weiß, wer Filme wie „Fargo“, „The Big Lebowski“, „No Country For Old Men“ oder zuletzt den Western „True Grit“ geschaffen hat, steht unter filmischem Denkmalschutz. Wird stets und ständig „eine (Bewertungs-)Reihe höher“ behandelt. Eingestuft. Egal, was sie, in diesem Falle die COEN-Brüder, auch machen. Für mich ist das neueste Produkt der vierfachen „Oscar“-Preisträger jedenfalls eines der Schwächsten. „Der Film hat keine richtige Handlung“, haben die Film-Brüder dem Magazin „Empire“ gesteckt, „deshalb haben wir die Katze hineingeschmissen“. Mit Namen, natürlich, kleiner Parkett-Aha-Lacher, „Ulysses“. Dabei handelt es sich um mehrere rotbraune Katzen, die von diesem Typen Llewyn mal umhergeschleppt, verloren, zurückgelassen oder überfahren werden. Sozusagen: Die Schlussszene von „Frühstück bei Tiffany“, mit Audrey Hepburn, in der modernen Variante. Aber das ist hier eine Nebensache. Ein „Running Gag“.

In der Hauptsache haben wir es mit einem ausgemachten Arschloch von Folksänger zu tun. Der vegetiert im winterlichen New York von 1961 herum, ohne feste Bleibe, ohne Wintermantel, mit ein paar Club-Auftritten, ansonsten …..Achselzucken. Setzt lieber auf die Freundlichkeiten seiner genervten Umgebung als auf irgendeine Eigeninitiative. Zunächst. Liegt hier mal kurz auf der Couch oder auf dem Fußboden nachts herum und zeigt sich ansonsten verbittert. Über alle und alles und jeden, nur nicht über sich. Der arrogante Stinkstiefel. Der auf Kollegen mit sehr viel Missgunst schaut, auf Freundlichkeiten mit zickigem Getue und Geschreie reagiert, am liebsten faselnd „randaliert“. Mal laut, mal leise. Dieser (gesprochen) Luin Davis (OSCAR ISAAC) kotzt auf die Welt, hat die Freundin seines Freundes Jim (uninspiriert: JUSTIN TIMBERLAKE) geschwängert, Jean (CAREY MULLIGAN), singt seinem Vater im Altersheim schon mal eine Ballade über das Sterben und versucht sich dann doch an einer „Aktivität“, indem er nach Chicago als Mitfahrer düst, um sich dort einem Impresario aus der Scene (F. MURRAY ABRAHAM) vorzustellen. Für ein Engagement. Als dessen Angebot nicht „so“ ist wie er es sich vorstellt, war’s das. Zurück Richtung Osten, das alte Lied. Seine Songs. Für die paar Wenigen. Zuhörer. Als Bob Dylan auftaucht, endet dieser Schmerztrip. Eines uninteressanten Totalversagers. Dessen Versagen durchaus reizvoll hätte sein können, wenn es irgendwo irgendwie pointiert- inkonsequent oder spannend- abgefahren oder trashig- schmutzig dahergekommen wäre. Doch nichts dergleichen.

Immer wieder dieser vollbärtige Rotz-Typ, der nichts anderes kann, macht, will, als eben nur blöde herumzurotzen. Und dies ist auf lange Filmdauer schlicht. Und ergreifend wie zutiefst langweilig. Dilletantisch auf namhaftem Darsteller- wie auch auf einigem köstlichen Nummernrevue-Niveau. Etwa wenn der großartige Hüne JOHN GOODMAN als ein reiches, offensichtlich enorm krankes und noch größeres Ekel-Arschloch als dieser armselige Wicht Llewyn im seinem Auto (mit einem Kauz von Chauffeur) herumkrakeelt. Um „seine Visitenkarte“ von der Sicht dieser bescheuerten Welt abzugeben. Knorrig zu kommentieren. Eine köstliche Slapstick-Viertelstunde. Die aber eigentlich mit dem Innenleben dieses Llewyn Davis herzlich wenig zu tun hat. Als Spielbeschäftigung für den exzellenten John Goodman („The Big Lebowski“) dient und sich nett kurzweilig- provokant anschaut. Und anhört. Ansonsten wird – vom ach so dekadenten Luin – nur gemeckert, immer ein garstiges Gesicht gezeigt, herumgeleert, bisweilen folkisch- charmant geträllert (vom Hauptakteur Oscar Isaac persönlich). In dieser langweiligen Peter, Paul & Mary-Balladen-Ära („Five Hundred Miles“). Marke Gähnduft-Version: Coen-Brother.

Die uns hier ziemlich für dumm verkaufen. Ich habe keinen Filmstoff, also mache ich einen. Daraus. Einen ziemlichen Egal-Film. Über einen sich ewig und drei Tage immer überschätzenden, ewig miefigen US-Bohemien aus der Steinzeit, der einem ziemlich…am Selbigen (Augenrand)…vorbeigeht. Reizlos, belanglos, spannungsresistent. Nix Dolles aus der sonst so brillanten Coen-Filmküche (= 2 PÖNIs).

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