I AM LEGEND Kritik

I AM LEGEND“ von Francis Lawrence (USA 2007; B: Mark Protosevich; Akiva Goldsman; nach dem gleichn. Roman von Richard Matheson/1954; K: Andrew Lesnie; M: James Newton Howard; 101 Minuten; Start D: 10.01.2008); der 2005 sein Spielfilm-Debüt mit dem Exorzisten-Thriller „Constantine“ (mit Keanu Reeves) gab.

Der studierte Filmemacher schuf zunächst Musik-Clips und hatte damit viel Erfolg: 2002 kürte ihn die Music Video Production Association (MVPA) zum „Regisseur des Jahres“; 2003 wurde er „für seinen innovativen Ansatz“ bei Justin Timberlakes „Cry Me A River“ geehrt; die MVPA zeichnete ihn mit dem Preis „für das Beste Popvideo“ und das „Beste männliche Video“ aus. Zu seinen weiteren Projekten zählte im Übrigen auch das Will Smiths Video zu „Men In Black II“.

Sein erster GROSSER Kino-Spielfilm nun, eine 150 Millionen-Dollar-Produktion, basiert auf dem 1954 herausgekommenen, gleichnamigen Science-Fiction-Erstlings-Roman des amerikanischen Schriftstellers RICHARD MATHESON; bei uns zunächst unter dem Titel „Ich, der letzte Mensch“ und – 1982, als Neuauflage – unter dem Titel „Ich bin Legende“ (bei Heyne) veröffentlicht. Der Roman-Bestseller wurde erstmals 1964 als „THE LAST MAN ON EARTH“ mit VINCENT PRICE in der Hauptrolle verfilmt (allerdings bekam die Hauptfigur einen anderen Namen), wurde bei uns aber nie aufgeführt. 1971 war der Roman die Vorlage für den Science-Fiction-Klassiker „DER OMEGA-MANN“ von Boris Sagal, mit CHARLTON HESTON in der Hauptrolle.

Thema: In naher Zukunft führen die UdSSR und China einen Weltkrieg um Ressourcen und territoriale Interessen. Durch den Einsatz von biologischen Waffen wird die komplette Menschheit ausgelöscht, der Militärbiologe Robert Neville überlebt als einziger NORMAL-MENSCH. Und muss sich nächtens gegen die durch das Bakterium mutierten lichtempfindlichen wie psychotischen „Rest-Menschen“, die sich „Die Familie“ nennen, zur Wehr setzen.

In der aktuellen Version verkündet – im Vorspann – eine stolze Wissenschaftlerin (Emma Thompson mit Kurzauftritt) im Jahre 2009 in den Fernsehnachrichten, dass es nunmehr gelungen sei, ein genetisch hergestelltes Anti-Krebsmittel herzustellen. SCHNITT. 3 Jahre später, also 2012, blicken nun WIR auf die Folgen: Die 6 Milliarden-Menschheit ist durch eine Epidemie ausgelöscht, der Moloch New York ist eine verwaiste, wildwuchernde Metropole. In der sich teilweise TIERE wie Rehe, Hirsche und Löwen bewegen…Und der letzte menschliche Überlebende, der Wissenschaftler Robert Neville. Seltsamer- wie unbekannterweise ist er gegenüber der Seuche IMMUN. Deshalb bemüht er sich auch, seine eigene Immunität zu erforschen. Um Nahrung heranzuschaffen, rast er im roten Mustang mit Vollgas durch die Straßenschluchten New Yorks, wo überall die „Reste der Zivilisation“ zerfallen und in den Rissen des Asphalts das Unkraut sprießt, während die aufgescheuchten Tiere zwischen den verlassenen Schrott-Autos im Galopp davonspringen. In seinem Schoß ein Gewehr, auf dem Beifahrersitz seine einzige Ansprechpartnerin, die Schäferhündin Sam. Um sich die Zeit zu vertreiben, wird auf einem Flugzeugträger im Hafen Golf gespielt, während zwischen den Wolkenkratzern der angebaute Mais blüht. Eine apokalyptische Dauer-Ruhe-Stimmung. Solange die Sonne scheint. Ist sie untergegangen, kriechen SIE aus ihren dunklen Schlupflöchern: Diese lichtscheuen, verseucht-mutierten Zombie-Gestalten, die wie haarlose Wasserleichen aussehen und sich wie blutlüsternde Vampire benehmen. Und die natürlich Jagd auf IHN machen, auf Robert Neville, der sich in einem Haus technisch hochgerüstet wie verbarrikadiert hat, um zu forschen, um ZU ÜBERLEBEN. Mit Sam. Doch dann begeht auch er Fehler. Schwerwiegende. Mit bösen Folgen.

Ein Klasse-ACTION-Film. Mit CHARAKTER-Geschmack: Hollywoods Superstar, der heute 39jährige WILL SMITH, der sich mit Hits wie „Das Streben nach Glück“ (mit seinem Sohn Jaden), „I, Robot“, „Men In Black I+II“ (gemeinsam mit Tommy Lee Jones), „Ali“ („Oscar“-Nominierung) und „Der Staatsfeind Nr.1“ (mit Gene Hackman) hochgefightet hat, mimt bei dieser Post-Apokalypse-Pur den LETZTEN MENSCHEN mit viel Kraft, Gefühl, überzeugendem (Körper-)Ausdruck und spannender Typen-Power. Wenngleich natürlich die vielen faszinierenden Motive von der toten Großstadt New York extrem gelungen sind/reizen und für zusätzliche Gedanken-Nahrung sorgen. Motto: Alles WIRKLICH so unmöglich??? NUR Kino-Fiction???

Also: Schau- UND Denk-Wert enorm. Ein stimmungsvolles, SEHR atmosphärisches und dann auf beeindruckende Krach-Touren kommendes Prima-ACTION- und NERVEN-KINO. Das dann ganz am Ende bedauerlicherweise auf die heute vielfach üblichen hollywoodschen Lieber-Gott-Bibel-Interpretationen nicht verzichten will, aber im Grunde ist – bei dieser erzkonservativen Religions-Fundamental-Symbolik – dann bereits der hervorragende und SEHR unterhaltsame Endzeit-Thriller längst zu Ende…(= 4 PÖNIs).

 

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