Gone Baby gone Kritik

GONE BABY GONE – Kein Kinderspiel“ von Ben Affleck (Co-B+R; USA 2007; 114 Minuten; Start D: 29.11.2007). Der 35jährige Kalifornier hat sich in den letzten Jahren mit eher mäßigen Darsteller-Auftritten („Die Hollywood-Verschwörung“; „Jersey Girl“; „Daredevil“ oder „Liebe mit Risiko -Gigli“) hervorgetan. Den „Oscar“-Preisträger (Drehbuch für „Good Will Hunting“/1998/gemeinsam mit Kumpel Matt Damon) hatte man bereits etwas abgeschrieben, umso erstaunlicher nun sein furioses filmisches Comeback mit diesem prächtigen Thriller als Co-Autor (gemeinsam mit Aaron Stockard) und Regie-Debütant. Vor 4 Jahren verfilmte der Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood den Roman „Mystic River“ von DENNIS LEHANE, der dann den Schauspielern Sean Penn und Tim Robbins „Oscar“-Trophäen einbrachte. Vier Jahre später wählte Ben Affleck für seinen Regie-Erstling ebenfalls einen Kriminalroman von Lehane aus, und zwar den 1998 veröffentlichten Krimi „Kein Kinderspiel“.

Eine düstere Geschichte im Milieu von Boston. Wo die 4jährige Armanda spurlos verschwunden ist. Keine Lösegeldforderung, keine Nachricht, keine Spur(en). Die verzweifelte Familie bitte die Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro, die auch privat ein Paar sind, um Hilfe. Nach anfänglichem Zögern übernehmen die Beiden die Aufgabe. Sehr zum Unwillen der polizeilichen Ermittler. Doch Kenzie besitzt gute Kontakte zur regionalen Unterweltscene und kann bald erste erstaunliche Entdeckungen bieten. Auch und vor allem im Umkreis der eigenen Familie/der Mutter. Doch das ist erst der Anfang einer Recherche, die mit immer mehr Überraschungen sowie unglaublichen Entdeckungen und Entwicklungen einhergeht.

Mit einem Prima-Sparprogramm bei Action und Gewalt verblüffen die originellen wie unvorhersehbaren Andeutungen, Wendungen und Neu-Zusammenhänge. Nervenkitzel-Spannung vom Allerfeinsten macht sich breit. Mit einer superben Schluss-Pointe ausgestattet, die alles andere als „nett-verträglich“ ist. Souverän vorangetrieben von Affleck und seinem exzellenten Ensemble. Bruder CASEY AFFLECK, der eben noch als Robert Ford Jesse-James-Brad-Pitt erschoss, hat seinen zweiten GROSSen Leinwand-Auftritt in diesem Jahr: Als Patrick Kenzie liefert er ein klasse-ausgetüfteltes Ruhig-Schnüffler-Porträt ab. Eine sensationell-unaufdringlich-überzeugende Personality-Show des 32jährigen, die jetzt voll in Richtung „Oscar“ läuft.

Neben ihm überzeugen auch MICHELLE MONAGHAN (noch mit Ben Stiller in „Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“ zu sehen), der immer GROSSartige ED HARRIS („Die Truman-Show“; „Pollock“), der hier wunderbar-zwiespältige „Oscar“-Preisträger MORGAN FREEMAN („Million Dollar Baby“; „Miss Daisy und ihr Chauffeur“; „Sieben“) sowie d i e Entdeckung ANY MADIGAN als drogenabhängige Mutter in einer bemerkenswert–dichten Performance. Ein durch und durch packender, atmosphärischer Thriller (= 4 PÖNIs).

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