GHOSTBUSTERS (2016)

GHOSTBUSTERS“ von Paul Feig (Co-B + R; USA 2015; Co-Produzent: Ivan Reitman; Co-B: Katii Dippold; nach Motiven des Films „Ghostbusters – Die Geisterjäger“ von Ivan Reitman/R + Dan Aykroyd und Harold Ramis/B von 1984; K: Robert Yeoman; M: Theodore Shaapiro; Titelsong: Fall Out Boy und Missy Elliott; 116 Minuten; Start D: 04.08.2016); erspare mir die dussligen (Netz-)Diskussionen, genannt Shitstorms, ob man = Mann das darf: Den Klassiker der Achtziger neu auflegen, diesmal aber mit vier Frauen in den Titelfiguren: Yes! Klar doch. Why not?

Zur Erinnerung zunächst: Das erste „Ghostbusters“-Movie, Budget: 31 Millionen Dollar, darunter 5,6 Millionen für die Spezialeffekte, lief am 8. Juni 1984 in den US-Kinos an. Weltweit spielte er schließlich 291,6 Millionen Dollar ein und zählte damals zu den „10 erfolgreichsten Filmen aller Zeiten“. Der deutsche Kinostart folgte am 25. Januar 1985, der Film hatte über 4 Millionen Kinobesucher. „Ghostbusters“ von 1984 wurde 2015 in das offizielle Filmregister der USA aufgenommen; damit wird die kulturelle, historische oder ästhetische Bedeutung von amerikanischen Filmen „offiziell“ anerkannt.

„Ghostbusters II“, USA-Kinostart: 16. Juni 1989, Budget: 30 Millionen Dollar, weltweite Kino-Einnahme 215,5 Millionen Dollar, lief bei uns am 11. Januar 1990 in den Kinos an und hatte über 2 Millionen Kinozuschauer. Der Film wurde allgemein „als Murks“ bezeichnet, so auch von mir (s. Kino-KRITIK).

Der aktuelle „Ghostbusters“-Film hat 144 Millionen US-Dollar verschlungen. Während im Original von 1984 die Truppe um das „Saturday Night Live“-Komiker-Duo Bill Murray/Dan Aykroyd/Harold Ramis (2014 verstorben) + Ernie Hudson mit „vollem Ernst“ nebulösen Geister-Nonsens mit pseudowissenschaftlichen Fachquatschkommentaren komisch erklärte, funktioniert dies heute mit MELISSA McCARTHY („The Boss“), KRISTEN WIIG („Brautalarm“), KATE McKINNON (zählt zum aktuellen Stamm der Comedy-Show „Saturday Night Live“) und LESLIE JONES (ebenfalls Team-Mitglied bei „Saturday Night Live“) nicht. Erst stellen sie sich ziemlich lau vor, storymäßig eher ungeschickt wie mühsam entwickelt, bevor sie sich dann einkriegen und zusammenraufen, um – im geeigneten Sack-Outfit – gegen die neue Geister-Epidemie in New York anzutreten. In einem zum Geisterbekämpfungs-Auto umfunktionierten Leichenwagen, um mit kämpferischem Radau-Material wie Strahlenkanonen, Protonenpacks und Geisterfallen gegen „niedliche“ Ballon-Monster & Schleimer in Slapstick-Laune anzutreten. Nach dem bekannten Motto: Wenn Politiker, hier „Bürgermeister“ ANDY GARCIA, vor Arroganz und Dämlichkeit nur so strotzen, müssen wir halt ‚ran. Ist als Motiv leider inzwischen auch schon reichlich ausgelutscht.

Was wir sehen, ist der eigentlich lässig-gute-lakonische und Neugier versprechende Ursprungsgedanke: Nehmen wir doch diesmal vier Klabauter-Mädels und lassen SIE die Show von gestern noch einmal machen. Teamduft-Marke: Die zupackende Taffe (routiniert: Melissa McCarthy), ihre „ernsthafte“, hysterische Physikerin-Freundin (Kristen Wiig/übertreibt maßlos); das weibliche „Q“-Erfinder-Kampfschwein (Hardcore-Woman: Kate McKinnon, mit Bruce Willis-Ansatz) und, politisch korrekt, die couragierte Schwarze (Leslie Jones) = WIR gegen Ghost- und Schleim-Viecher aus dem Computer. Muss doch wieder komisch sein. Lautete die Produktions-Idee. Jedoch: Co-Autor und Regisseur PAUL FEIG, der mit Melissa McCarthy die vielgelobten „Femi-Anarcho-Komödien“ „Brautalarm“ (2011/“Oscar“-Nominierung für Melissa McCarthy) und „Spy – Susan Cooper Undercover“ (2015) schuf, findet weder pointierten Schmäh noch einen twistenden Rhythmus. Die Stimmung ist zu oft zu bunt-„grau“. Beliebig. Nicht mitreißend. Wenig poppig. Und schon gar nicht saukomisch. So dass: Der angepeilte coole Ironie-Charme geht bei diesen Schleimfontänen-Tumulten verloren.

Ergebnis: Grinsender, aber wenig wirklich frecher Schabernack. Gemixt mit Schreien, viel Herum-Zicken. Marke: Was Frauen-Mund nur so volltönend hergibt. Und schließlich – nur noch Feuerwerfer-Action als Output der Einfallslosigkeit. Spannender, leckerer Ulk sieht anders aus. (Warum fällt mir jetzt gerade Hape Kerkelings Sketch HURZ ein?). Ach ja: Eine Trophäe besitzt der Film, und die ist – ausgerechnet – ein Kerl. CHRIS HEMSWORTH. D e r Sekretär vom Dienst. Sozusagen: D i e männliche Miss Moneypenny. Attraktiv, aber köstlich blöd. Sexy-scharf, aber zum Telefonieren zu dämlich. Wie der blonde „Thor“ dieses bescheuerte Asphalt-Tier als Büro-Sekretär bei den „aufgeregten“ Mädels vorführt, ist erste komische Sahne. Zum Prusten beknackt. Davon hätte man gerne  filmisch-mehr gehabt.

Aber wenigstens Slimer, diese grüne Schleimkugel? Von einst? Ist vorhanden. Macht mit. Aber eigentlich egal. Flitzt bzw. fährt so durch.

Aber wenigstens die kurzen Gast-Auftritte mit den Stars von damals? Ach-her-je: Bill Murray als Professor und Geisterjäger-Skeptiker, lächerlich. Dan Aykroyd als Taxifahrer, sagt einen witzlosen Satz auf; und Sigourney Weaver schaut einmal für einen Moment tief in die Kamera. Ach-was??? (= 2 ½ PÖNIs).

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