Freunde mit gewissen Vorzügen Kritik

FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN“ von Will Gluck (Co-B+R; USA 2010; Co-Prod.: JERRY ZUCKER/“Die nackte Kanone“; 109 Minuten; Start D: 08.09.2011); heißt im Original „Friends with Benefits“ und hat entfernt etwas mit den Geschlechter-Kabbeleien von Katherine Hepburn & Spencer Tracy („Die Frau von der man spricht“/1940) und „nah“ etwas mit denen von „Harry & Sally“ (1989) zu tun. Also keine Allerwelts-Dutzend-Komödie. Mit MILA KUNIS & JUSTIN TIMBERLAKE in einer modernen Screwball-Performance. Als Jamie + Dylan. ER hat gerade ein Liebesdesaster hinter sich und von Bindung die Faxen dicke; SIE ist eine toughe „Einkäuferin“, sprich attraktive Headhunterin, die ihn, den smarten Webdesigner, von Los Angeles nach New York für den lukrativen Job bei einem angesagten Lifestyle-Magazin lotst. Da auch die temperamentvolle Jamie dank „einschlägiger Erfahrungen“ so gar nichts von fester Beziehung – im Moment – hält, kann eigentlich nichts „passieren“. Außer „dem bisschen Sex“. Was macht das bzw. DER schon aus. „Sex ist etwas rein Körperliches – so wie Tennisspielen“, motiviert er sie zur „absichtslosen“ regelmäßigen Regulierung des Hormonhalshalts. Als „nur“ gute Freunde. Gedacht, getan. Theorie und Praxis. Natürlich „funkt“ es. Aber „brav“, na ja, halten sie am vereinbarten Arrangement fest. Was für emotionalen und anderen Zündstoff sorgt. Und zu vielen heftigen Frotzeleien führt. Und für irre Flash-Mob-Szenen im Grand Central Station von „typisch-verrückt“ New York.

Witzig, diese neue Chose. Um Männlein und Weibstück. Mit quirligen Pointen. Luftig. Witzig. Frech. Cool. Ironisch-kess. Weil beide prima „in Stimmung“, in Wallung geraten: Die schöne, temperamentvolle MILA KUNIS und der gutaussehende Pop-Hero JUSTIN TIMBERLAKE. Die „dunkle Ballerina“ aus „Black Swan“ und der verklemmte Pädagoge aus „Bad Teacher“ (und immerhin der Ex von immerhin Britney Spears/Cameron Diaz + Jessica Biel). Beide fackeln prächtige erotische Knaller ab. Bei denen es ständig knackig knistert.
Klasse: Auch die Nebenparts und Stichwortgeber sind stark, sind hervorragend gesetzt: WOODY HARRELSON als „dampfender“ schwuler Sportreporter ist eine Wonne für sich. Die erst in der Vorwoche hochgelobte PATRICIA CLARKSON (in „Cairo Time“) glänzt auch hier „klein“ als Jamies lebenslustige Hippie-Mama mit lockerer Exzentrik. Während der phantastische RICHARD JENKINS („The Visitor – Ein Sommer in New York“) mit sehr viel Einfühlungsvermögen den an Alzheimer erkrankten Dad von Dylan sensibel mimt. Und so für die tragisch-menschliche Erdung sorgt.

Der New Yorker Regisseur Will Gluck („Einfach zu haben“/2009; „Fired Up!“/2008) und seine Co-Drehbuchautoren Keith Merryman und David A. Newman haben ein vergnügliches, ein hippes Feel-Good-Movie geschaffen. Als Hollywood-Spaß mit viel Gute-Laune-Pop (= 4 PÖNIs).

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