FREMDE SCHATTEN

Der Engländer John Schlesinger macht seit 1962 zu Hause und in Hollywood bestes Kino. Mit Filmen wie „Nur ein Hauch Glückseligkeit“ „Darling“, „Asphalt-Cowboy“, „Der Marathon-Mann“ oder „Das Ritual“ hat der heute 65jährige auf sehr unterschiedlichen Themengebieten seine handwerklichen Qualitäten bewiesen.

Mit seinem neuen Film „FREMDE SCHATTEN“ von John Schlesinger (USA 1990; 102 Minuten; Start D: 13.12.1991); gelingt ihm wieder ein kühnes und sehr spannendes Meisterwerk. Genre: Der Psychothriller. Alles fängt wie immer sehr schön und friedlich an.

Ein junges Paar, Patty und Drake, haben sich in bester Lage von San Francisco ein altes, herrliches Haus gekauft. Sie stecken ihre ganzen Ersparnisse in den Erwerb und verschulden sich hoch. Um über die Runden zu kommen, werden zwei Wohnungen im Erdgeschoß vermietet. Mit den japanischen Mietern gibt‘s keine Probleme, dafür umso mehr mit einem gewissen Carter Hayes. Der macht auf gut situiert, sympathisch und umgänglich und ist doch der Teufel höchstpersönlich. Carter Hayes ist ein gefährlicher, gemeiner Psychopath der sich „berufsmäßig“ schöne Häuser „aneignet“. Wie er das macht, wird für Patty und den unreifen, unbeherrschten Drake zum Alptraum. Denn Carter Hayes ist gerissen und hat auch noch dabei das Gesetz auf seiner Seite. Es entsteht ein gnadenloser Kampf, bei dem Patty plötzlich allein auf sich gestellt ist und auch von der Polizei keine Hilfe zu erwarten hat. Aber auch das bedeutet längst noch nicht das Ende für zwei völlig aus der Fassung geratene, stinknormale amerikanische Bürger. „Fremde Schatten“ ist ein unglaublich spannender und. dabei das amerikanische Rechtssystem sehr kritisch beschreibender Thriller.

Raffiniert und sorgfältig werden die Spuren gelegt, wird sehr logisch eine Geschichte entwickelt, bei der man immer mehr gefangen ist von der „normalen“ Kraft des Bösen. Wenn man glaubt, den Höhepunkt der Gemeinheiten erreicht zu haben, geht es doch wieder weiter. Der kalte Spannungsschweiß bricht aus. Vorzüglich das Ensemble, das Haupttrio: Melanie Griffith und Matthew Modine als das attackiertes junge Paar und vor allem Michael Keaton als Carter Hayes. Der bisher nur als locker-flockiger Komödiant oder als tumber “Batman“ aufgefallene Schauspieler entwickelt hier darstellerische Fähigkeiten, die an Spitzenbösewichter wie Dennis Hopper, “Blue Velvet“, oder Anthony Perkins, “Psycho“, heranreichen. Dieser Typ macht einem hier wirklich Angst und Bange.

“Fremde Schatten“ ist ein hochkarätiger Spannungsfilm, ist ein exzellenter Thriller, der an die Meisterwerke eines Alfred Hitchcock heranreicht (= 4 PÖNIs).

 

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