DIE FREMDE IN DIR

DIE FREMDE IN DIR“ von Neil Jordan (USA/Australien 2007; 122 Minuten; Start D: 27.09.2007); irischer Regisseur, Drehbuch-Autor, Produzent + Schriftsteller vom Jahrgang ´50, dessen Filme wie „Mona Lisa“ (1986), „The Crying Game“ (1992/“Oscar“ für das „beste Original-Drehbuch“), „Interview mit einem Vampir“ (1994), „Michael Collins“ (1996/“Goldener Löwe“ von Venedig) oder „Jenseits der Träume“ (1999) für ihren politischen wie emotionsgeladenen Charakter bekannt sind. Hier nun bemüht er sich, die dunklen Seite der menschliche Psyche zu durchleuchten. Und hat dabei eine ganz STARKE PARTNERIN an seiner Seite: Die 2fache „Oscar“-Preisträgerin und Mit-Produzentin JODIE FOSTER („Angeklagt“/1988; „Das Schweigen der Lämmer“/1991), die zuletzt in den Thrillern „Panic Room“ (2002) und „Flightplan – Ohne jede Spur“ (2005) überzeugte.

Sie spielt hier Erica Bain, die sich als Radio-Moderatorin gerne mit dem pulsierenden GROSSstadtleben in New York befasst. Als sie mit ihrem Verlobten abends durch einen Park spaziert, werden sie von Gangstern bestialisch überfallen. Während sie dabei noch per Handy gefilmt werden, stirbt ihr Lebenspartner. Wochen später erholt sich Erica, ist aber traumatisiert. Die Behörden können ihr nicht helfen, sie beschafft sich eine Waffe. Fühlt sich fortan „gleichberechtigt“. Benutzt diese zunächst in Notwehr, schließlich in Selbstjustiz. Die Medien berichten über einen „düsteren Racheengel“. Der ermittelnde Polizist (Terrence Howard/“L.A. Crash“) kommt ihr näher, ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Mit überraschendem Ende. „Eine Frau sieht rot“. Doch längst nicht so plump wie einst Charles Bronson in dem Klassiker von 1974 („Ein Mann sieht rot“) und seine fünf unsäglichen „Death Wish“-Fortsetzungen.

Jodie Foster gelingt es durchaus, die Gebrochenheit/die Verzweiflung/die Paranoia ihrer Figur überzeugend auszudrücken; eine spannende „Dr. Jekyll/Mr. Hyde“-Psychose – s. auch deutscher Filmtitel (Original: „The Brave One“/“Die Tapfere“) – vorzuführen. Wenngleich eine stetige „moralische Entrüstung“ über diese „Pro-Lynch-Justiz-Show“ die atmosphärischen Thriller-Bilder begleitet, gehört die Dauer-Sympathie dieser geschundenen Heldin, die ihre Ängste und Wut immer mehr ausrasten lässt. „Wie weit würdest Du gehen, wenn Du alles verlierst?“, heißt es auf dem deutschen Film-Plakat tückisch???

Ein ebenso packender wie zutiefst verstörender Psycho-Thriller; ein typisches Ja-Nein-Spannungs-Movie zum Heiß-Diskutieren (= 3 PÖNIs).

 

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