DAS IST ERST DER ANFANG

„DAS IST ERST DER ANFANG“ von Ron Shelton (B + R; USA 2016/2017; K: Barry Peterson; M: Alex Wurman; 90 Minuten); nein, dies ist nicht der Anfang, sondern: das Ende. Von jeglicher Qualität; jeglichem Niveau; jeglichem Spaß. „Just Getting Started“, so der Originaltitel, wurde nicht zu Unrecht in den USA nach dem Kinostart am 8. Dezember 2017 kritisch geteert und gefedert und vom Publikum fast völlig ignoriert (der 21. schlechteste Filmstart aller Zeiten). Der Autoren-Regisseur RON SHELTON, der einst an überdurchschnittlichen Filmen beteiligt war wie: „Under Fire“ (1983/mit Nick Nolte und Gene Hackman); „Annies Männer“ (1988/mit Kevin Costner und Susan Sarandon/“Oscar“-Drehbuch-Nominierung für Shelton); „Weiße Jungs bringen’s nicht“ (1992/mit Wesley Snipes und Woody Harrelson) und zuletzt an „Hollyood Cops“ (2003/mit Harrison Ford und Josh Hartnett), zeigt hier Auflösungserscheinungen in Sachen – was stelle ich bloß an mit zwei hochkarätigen Hollywood-Stars. Sowohl per grottigem Drehbuch wie auch über eine unfassbar schlechte Inszenierung.

Übrigens, schon mal vorab: Der Film spielt zur Weihnachts- und Neujahrszeit, mit entsprechender Musik-Beschallung, ist also derzeit bei uns etwa so passend wie ein Glühwein.

MORGAN FREEMAN, Jahrgang 1937, und TOMMY LEE JONES, Jahrgang 1946. Beide zählen zu den profiliertesten Charakter-Darstellern Hollywoods. Beide sind „Oscar“-Preisträger. Freeman für seine Mitwirkung in Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“ (2005); Jones für seine Sheriff-Rolle in „Auf der Flucht“ (1994). Beide haben sich in vielen hervorragenden Rollen und Figuren präsentiert, doch was sie hier veranstalten, geht weit unter die berühmte Kuhhaut, sprich: Geschmacks-Gürtellinie. Freeman mimt einen geilen Opa in einem formidablen Alters-Camp im ständig sonnigen kalifornischen Palm Springs. Als Duke Diver ist er hier der Ansager, Aufreißer und Begatter: „Ich werd‘ gerne hin und wieder kunstvoll beflockt“, macht ihn ein weiblicher Seniorinnen-Fan an, denn: „Fürs Bett bist du doch allzeit bereit“. Doch Dukes Auftritt als der Nr.1-Platzhirsch kommt ins Wanken, als „Cowboy“ Leo auftaucht (Tommy Lee Jones mit entsprechendem Hut), Paroli bietet in Sachen Sex, Alkohol und Golf und zu Alpha-Oldie-Tier-Duellen aufruft. Was dann folgt, ist unbeschreiblich Nur-Noch-Dämlich. Zum Fremdschämen-Traurig. Völlig hohl. Affen-artiger Blödsinn, der sich dann auch noch – Achtung, ha-ha: man gibt plötzlich andere Identitäten preis – zu einem bekloppten Möchtegern-Krimi mutiert. Bei dem ein Tommy Lee Jones ungestraft sagen darf: „Ich will meine weibliche Seite entdecken“.

Ach so ja:  Als weibliches „Minenfeld“ tritt auch noch RENE RUSSO auf (zuletzt in: „Man lernt nie aus“, neben Robert De Niro, und „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“, neben Jake Gyllenhaal); und leider auch ganz und gar unangenehm-lächerlich-peinlich mit Doofchen-Aura.

„Das ist erst der Anfang“, nein, DAS IST DAS ENDE (= O PÖNIs).