Buried Alive Heimkino

Als dieser US-TV-Film hierzulande am 20.9.1990 auf Video herauskam, war der Rezensent vom katholischen „Film-Dienst“ stinkig. Sein Fazit-Urteil: „Bis zur letzten Minuten ein menschenverachtendes Machwerk voller vordergründiger Effekte, das in widerlichen Gewalttaten schwelgt“. Starker Tobak, der aktuell neugierig macht, denn jetzt können wir „das Machwerk“ anlässlich seiner DVD-Veröffentlichung erneut begutachten:

BURIED ALIVE – LEBENDIG BEGRABEN“ von Frank Darabont (USA 1990; B: Mark Patrick Carducci; nach einer Geschichte von David A. Davies; K: K: Jacques Haitkin; M: Michael Colombier; 89 Minuten; dtsch. Video-Veröffentlichung: 20.9.1990; Heimkino-Veröffentlichung: 07.07.2016).

Der Titel irritiert, denn unter demselben Titel kam bei uns am 4.11.2010 eine amerikanisch-spanische Co-Produktion von 2009 unter der Regie von Rodrigo Cortés heraus, die mit Ryan Reynolds hochkarätig hauptrollenbesetzt war und als großartiger Thriller überzeugte (s. Kino-KRITIK). Eine Verbindung zum heutigen Film-Oldie besteht nicht.

Dieser Streifen von 1990 wäre sicherlich kaum neu zur Beachtung frei gegeben worden, wenn nicht der Regisseur FRANK DARABONT wäre. Der Filmemacher, dessen Eltern nach dem ungarischen Volksaufstand 1956 aus Ungarn flüchteten, wurde am 28. Januar 1959 in einem französischen Flüchtlingslager geboren, Seine Familie ließ sich dann in Los Angeles nieder, wo Frank Darabont auch heute lebt. Mit Filmen wie „Die Verurteilten“ (1994/s. Kino-KRITIK) und „The Green Mile“ (1999) hat er Meisterwerke geschaffen. Seinen TV-Film „Der Nebel“ (2007/s. Heimkino-KRITIK) haben wir neulich hier im Heim-Kino nachholen können. Jetzt ist noch ein gutes TV-Spannungsstück von Frank Darabont nachzuholen. Mit einer „überschaubaren“ Story, die der Titel bereits verkündet: Clint Goodman (TIM MATHESON) ist ein erfolgreicher Bau-Unternehmer. Und wie das bei erfolgreichen Männern so ist: Beruflich top, privat hop. Clint hat mit Joanna (JENNIFER JASON LEIGH) eine zwar attraktive, aber „falsche“ Ehefrau an seiner Seite. Sie hat es nicht verknust, dass er nach 10 Jahren New York wieder zurück „aufs Land“ wollte, in seine Provinz-Heimat („Ich will hier raus“). Natürlich ist sie am Dauer-Nörgeln („Ich fühle mich eingesperrt wie eine Ratte“). (Interessant: Ratte…..). Aber nicht nur DAS, sie plant schließlich auch biestig-gemein: Den Alten vergiften, dessen Money schnappen, mit dem Geliebten, dem örtlichen Arzt Cortland van Owen (WILLIAM ATHERTON), gen Beverly Hills abhauen. Alles klar. Gehen wir schneller vor: Clint wird beerdigt. In einem Billig-Sarg. Was so viel bedeutet – er kann sich aus dem Dünn-Holz befreien. Weil er überlebt hat. Natürlich: Die Rache ist mein, spricht Clint. Und wir erinnern uns an den Satz seines Freundes, Sheriff Sam Eberly (HOYT AXTON), der mal sagte: „Ich kann einfach nicht glauben, dass er tot ist“. Wie weitsichtig.

Schönes ironisches B-Movie für das Rache-Genre. Listig entworfen, gemein-freundlich in der Ausführung, schön konstruiert. „The Walking Dead“-TV-Serienschöpfer Frank Darabont blättert einen logik-resistenten, spannenden Krimi auf, der Spaß macht, weil das WIE der Rache immer mit einer Portion raffinierter, „gerechter Köstlichkeit“ verbunden ist. Wie hier. Und die Akteure solide mitmischen.

„BURIED ALIVE – LEBENDIG BEGRABEN“ von Frank Darabont läuft unterhaltungsmäßig flott durch, ist eine prächtige schmutzige Emotionskiste. Zum Schnell-Mal-Augen-Bauch-Verzehr.

Anbieter: „Koch Media“