Always Kritik

Wenn sein Name auftaucht, ist sofort Neugier angesagt. Schließlich hat er 5 der 10 erfolgreichsten Filme aller Zeiten inszeniert. Natürlich sagen Dollar-Millionen nichts über die Qualitäten eines Films aus, aber seine Filme sind in der Mehrzahl auch hervorragende Leinwand-Unterhaltung. Die Rede ist natürlich von STEVEN SPIELBERG, dessen Werke wie “E.T.“, “Der weisse Hai“ und dreimal “Indiana Jones“ Genre-Hits sind. Ab und an aber wird Spielberg dieses Genre zu viel, bekommt er Magenverstimmung und Depressionen. Will den auch anspruchsvollen Cineasten herauskehren, um zu beweisen, dass er nicht nur auf dem Gebiet des Fantasy- und Abenteuerfilms zuhause ist. Solche künstlerischen Ausflüge waren “Die Farbe Lila“ und “Im Reich der Sonne“ und ist jetzt

ALWAYS“ von Steven Spielberg (USA 1989; 122 Minuten; Start D: 05.04.1990). Was bekanntlich so viel heißt wie “Immer/ Stets“. Und immer und stets geht es im Kino vor allem um Gefühle. Um die große, einzige, wahre, unsterbliche Liebe.

Womit wir schon beim Thema des neuen Spielberg-Films sind. Doch bevor es angesprochen und ausgelotet wird, gibt es in „Always“ erst einmal große dramaturgische Umwege. Die Story ist zeitlich nicht eingeordnet. Gestern, heute, morgen: egal. Pete ist Pilot einer Brandbekämpfungstruppe, die Tag für Tag Kopf und Kragen riskiert, wenn irgendwo wieder ein gefährlicher Waldbrand ausgebrochen ist. Pete liebt Dorinda. Die aber will nicht länger in Angst und Schrecken leben und bringt ihn fast dazu, seinen Job aufzugeben, um Ausbilder zu werden. Fast, denn einmal muss Pete noch ran. Und ausgerechnet dabei passiert es dann: Pete stirbt, lebt aber weiter und darf nun als Geist guten Menschen gute Ratschläge erteilen. Und siehe da, trotz anfänglicher Mühen ist Pete auch in seinem zweiten Leben ein sympathischer Schutzengel und Prima Kumpel.

“Always“ ist ein Zwitter-Film. Er braucht lange, um zum eigentlichen Thema zu kommen. Erst wird mit einem riesigen technischen Aufwand der Katastrophenfilm wieder lebendig, dann dreht sich das Ganze auf einmal und wird zu einer Hymne auf die großen, wahren Gefühle.

RICHARD DREYFUSS, HOLLY HUNTER und der stämmige, gutmütige JOHN GOODMAN als echter Freund; geben sich viel Mühe, um aus dieser schwachen Vorlage eine überzeugende Geschichte herauszukitzeln. Während BRAD JOHNSON ein blasser Neu-Lover ist. Die wunderschöne 60jährige AUDREY HEPBURN glänzt in einer Nebenrolle.

„Always“ ist kein schlechter, aber auch kein besonders überzeugender und schon gar kein typischer Spielberg-Film. Manchmal blitzen Witz, Charme und Spannung auf, meistens aber ist eine ‘erfrischende Langeweile‘ zu spüren. Man bleibt dran am Geschehen, ist aber herzlich wenig beeindruckt. “Always“, das ist so ein Film, der ist einfach da und…weiter nichts. ODER (= 3 PÖNIs)?