Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel Kritik

ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL“ von Oliver Dieckmann (D 2010/2011; 107 Minuten; Start D: 24.11.2011) ; ist nach „Pizza und Marmelade“ (2008) der zweite Kinofilm des Absolventen der Filmhochschule München und basiert auf dem gleichnamigen Roman von CORNELIA FUNKE aus dem Jahr 1994. Zur Erinnerung: Die Erfolgsromane der aus Dorsten/Nordrhein Westfalen stammenden Kinder- und Jugendbuch-Schriftstellerin waren schon des Öfteren Grundlage für deutsche Verfilmungen wie „Die Wilden Hühner“; „Hände weg von Mississippi“ und natürlich „TINTENHERZ“ (2008).

Hier ist der Titel Programm. Der 9jährige Ben (NOAH KRAUS) ist missmutig. Der familiär bedingte Umzug von der Großstadt in eine Kleinstadt macht ihm genauso zu schaffen wie die trübsinnige Regenlaune kurz vor Weihnachten. Zudem sind die Eltern stark beschäftigt: Papa auf der Suche nach Arbeit, die Mama mit und in ihrem (geerbten) Schoko-Laden. Da „passt“ es geradezu, dass justament, während eines schweren Gewitters,….siehe Titel. Samt altmodischem Wohnwagen. Und: Zur allgemeinen Verblüffung entpuppt sich Niklas Julebukk, der „letzte Weihnachtsmann“, nicht als oller dicker Zausel mit viel Graubart, sondern als hippiehafter Jungspunt. Mit Gitarre. Ziemlich dünn und ganz schön aufgekratzt. Mit ein paar Engel- und Kobold-Getreuen befindet er sich auf der Flucht vor Waldemar Wichteltod (VOLKER LECHTENBRINK). Der will das Weihnachtsfest in eine dauerhafte Nur-Konsumorgie verwandelnl. Mit Hilfe seiner Nussknacker-Armee hat er bereits sämtliche Weihnachtsmänner ausgeschaltet. Quasi eingefroren. Bis eben auf den widerspenstigen Julebukk. Der sich einfach nicht ergeben will. Und nun Hilfe von Boy Ben bekommt. Plus von dessen kesser Mitschülerin und Nachbarin Charlotte (die reizende MERCEDES JADEA DIAZ, bekannt als „Wickie“-Freundin aus den beiden „Wickie“-Kinofilmen), und ihrem fidelen Hund Wutz. Vorrangige Aufgabe: Das einzig verbliebene und nun verschwundene Rentier Sternschnuppe aufzuspüren. Problem: Sternschnuppe ist bedauerlicherweise unsichtbar.

Während die Erwachsenen (Eltern-Stichwortgeber: Jessica Schwarz + Fritz Karl) meistens nur „Bahnhof“ verstehen, müssen es Kinder + Weihnachtstyp richten.
Nett, niedlich, süßlich und freundlich stehen auf meinem Notizzettel nach dem Film. So in etwa. Ein bisschen behäbig in der Erzählung, hübsch mit den koboldigen und anderen Tricks, mit diesem sympathischem, atmosphärischem Kinderfilmcharme. Und mit einem launigen (35jährigen) ALEXANDER SCHEER als kessem Junior von Weihnachtsmann. Der schlaksige Typ, bekannt aus „Sonnenallee“ (1999), als Keith Richard in „Das wilde Leben“ (2007) sowie zuletzt als Top-Terrorist in „Carlos“ (2010), erinnert an den einstigen Märchenonkel und Wuschelkopf „Meister Nadelöhr“ aus dem DDR-Fernsehen. Hantiert zwischen naiv und pfiffig. Gibt sich mal kämpferisch, mal träumerisch. Ein flapsig-flotter Kinderfilmspaß (= 3 PÖNIs).

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