66/67-Fairplay war gestern Kritik

66/67 – FAIRPLAY WAR GESTERN“ von Carsten Ludwig (B+R) und Jan-Christoph Glaser (R; D 2008; 115 Minuten; Start D: 19.11.2009); entstand für über 1,2 Millionen EURO an 33 Drehtagen in Berlin, Brandenburg und Istanbul. Für das Regie- und Autorenduo ist es nach „1. Mai“ (2007) und „Detroit“ (2003) die dritte gemeinsame Filmarbeit. Als Kumpel-Movie, Hooliganstudie und Fußballfanfilm.

Für 6 eigentlich „ausgewachsene“ Männer bildet ihr Fanclub des Fußballvereins EINTRACHT BRAUNSCHWEIG das Zentrum ihres Lebens und ihres Zusammenhalts. 66/67 heißt der Club, in Erinnerung an DIE Spielzeit, in der IHR VEREIN Deutscher Fußballmeister wurde. Florian, Otto, Henning, Christian, Tamer und Mischa haben sich und ihrem Verein ewige Treue geschworen, aber „die Chose“ bröckelt. Weil irgendwann „ernst“ gefragt ist. Es „so“ nicht weitergehen kann, mit Nur-Fußball bzw. Fan-Dasein, der „geparkten“ Freundin und „irgendwie“ jobben. Individuelle Schwierigkeiten tun sich mehr und mehr auf, mit Problemen, die sich „außerhalb des Stadions“ ergeben. Die Freunde stehen vor großen Bewährungsproben und herben Niederlagen.

Von der Faszination Fußball ist hier wenig zu spüren, sie wird benutzt/behauptet als Auslöser für die verschiedenen Figuren, die auseinanderdriften. Während die Betrachtung/Beschreibung von „Hools-Motiven“ zu unreflektiert bleibt. Es gab halt „überlaufenden“ Krach zuhause, mit der Autorität und dem Geldgeber Papa, mit sich, mit Mädchen oder mit Kerlen (Otto ist schwul), das innere Faß war am überlaufen, unkontrolliert wird also zuletzt blindwütig zugedroschen. Na ja. Was bleibt sind die bisweilen kraftvollen Typen-Auftritte von starken Schauspielern wie vor allem FABIAN HINRICHS als Florian, der in einer Art Dr. Jekyll/Mr. Hyde-Korsett steckt und schließlich ausrastet, und CHRISTOPH BACH als Otto, der von beängstigender Intensität ist. Ein interessanter, aber nicht unbedingt für die breite Kino-Leinwand „passender“ Film. Will sagen – „66/67“ ist mehr für das „große Heimkino“ geeignet (= 3 PÖNIs).