47 Ronin Kinokritik

47 RONIN“ von Carl Rinsch (USA/GB/Ungarn 2011/2012; B: Chris Morgan, Hossein Amini; K: John Mathieson; M: Ilan Eshkeri; 119 Minuten; Start D: 30.01.2014); der Kodex der Samurai ist eindeutig: Bedingungslose Treue und unbedingter Gehorsam gegenüber ihrem Herrn. Bis in den Tod. RONIN bedeutet – herrenlose Samurai.

Wir befinden uns im Japan des 18. Jahrhunderts. In der Edo-Periode. Heißt es. Kai (KEANU REEVES) ist Waise. Wurde elternlos in den Wäldern des Fürstentums Ako aufgegriffen. Der Sohn eines britischen Matrosen und einer japanischen Bäuerin gilt als „beschmutzt“. Wird als Halbblut von den höfischen 46 Samurai verfemt und in die Sklaverei verbannt. Aus der sie ihn dann aber zurückholen, sprich befreien, als ihr Fürst von einem intriganten Kontrahenten, Lord Kiras, in den Tod getrieben wird. Denn Kai ist ein wendiger, geschickter Kämpfer, den sie nun „gut gebrauchen“ können. Für ihren geplanten Rachefeldzug, um ihre Ehre wiederherzustellen. Auf ihrem Weg in dessen Reich müssen sie allerdings zunächst gegen verführerische Hexen, mystische Bestien und auch gegen einen tödlichen Geheimbund von dämonischen Mönchen antreten. Bevor sie in der gigantischen Burg des Schurken und seiner ebenso mächtigen wie blutrünstigen Hexe eintreffen. Bereit für den großen Kampf.

In Japan ist die Geschichte um „Chushingura“, die Legende der 47 Ronin, populär. Dort entstanden auch in früheren Jahren bereits mehrere Verfilmungen um diese historischen Figuren. Die neue Adaption wurde einem Debütanten und Ex-Werbefilmer, Carl Rinsch, mit einem Budget von 175 Millionen Dollar anvertraut und aufwändig (in Budapest, Großbritannien und in den USA) produziert. Ergebnis: Totales, also belangloses Mittelmaß.
Manche Filme begleitet von Anfang an solch ein Geruch von „Fragezeichen“. Nicht uninteressant, derzeit aber völlig gegen jeden Trend. Konkret: Was interessieren 2014 herrenlose Mittelalter-Samurai in ihrem ehrenwerten Fieber? Wenn daraus nicht „mehr“ Fantasy, Spaß, Abenteuer oder sonst etwas an Spannung, Reiz, Emotionen hergestellt wird?

Der 47jährige Keanu Reeves, der „Matrix“-Man, schaut grimmig heldenhaft in die schöne Landschaftsgegend und fightet kühn. Als namhaftes Hollywood-Alibi. Mit unterdrückten Lover-Gefühlen. Zur lieblichen Fürstentochter. Die Optik kann sich mit beeindruckenden Computer-Tricks in 3 D sehen lassen. Die spektakulären Action-Choreographien sind ordentlich wie bekannt angerichtet (von „Star Wars“ bis „Der Herr der Ringe“ lässt man exotisch grüßen). Als eifrige, kunterbunte Schlachtgemälde. Während die japanischen Mitwirkenden irgendwo zwischen Holzschnitt und Marionetten agieren. Ihr Dampf ist kühl und kalt. Entfaltet keine „echte“ Wirkung. Warum also dieser teure Film?

Eine Fehlinvestition. In den USA, in Japan und nun wohl auch bei uns. Motto: Nix dolles an der ollen Samurai-Front (= 2 PÖNIs).