Super-Hypochonder Kritik

SUPER-HYPOCHONDER“ von und mit Dany Boon (B+R; Fr/Belgien 2013; K: Romain Winding; M: Klaus Badelt; 107 Minuten; Start D: 10.04.2014); vor sechs Jahren hatte er SEINEN Erfolg gehabt, weit über die Grenzen Frankreichs hinaus: „Willkommen bei den Sch´tis“ war ein komödiantischer Volltreffer. Und kommerzieller Riesen-Erfolg. (Mit allein über 20 Millionen Kinobesucher in Frankreich). Seitdem bemüht sich der französische Komiker, Schauspieler und Regisseur DANY BOON, 47, „so etwas“ wieder hinzukriegen. Sein Jux-Versuch danach, mit „Nichts zu verzollen“ (2010) in wieder so ein europäisches Erfolgsfahrwasser zu kommen, schlug fehl. Zuhause allerdings nicht, denn da besitzt der charmante Clown eine riesige Fan-Gemeinde. Auch wenn er „nur“ als Schauspieler auftritt (wie 2012 in „Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät“ oder im Vorjahr in der Komödie „Der Nächste, bitte“, neben Diane Kruger). Auch „Supercondriaque“ (Originaltitel) fand gleich am französischen Kinostart-Wochenende über zwei Millionen Interessenten. Hierzulande wird sich „die Begeisterung“ in Grenzen halten, denn „Super-Hypochonder“ ist von nur mäßigem Spaß.

Der Titel ist Programm. Romain Faubert (Danny Boon) ist ein Spinner. Einer, der sich ständig für krank hält. Von Bazillen ununterbrochen attackiert. Ein nervender 39jähriger Single-Neurotiker. Auch für seinen ihn dauerbehandelnden Arzt, Dr. Dimitri Zvenka (sein alter „Sch´tis“-Kumpel KAD MERAD). Der den fatalen Fehler begangen hat / begeht, Romain nicht „richtig“ und endlich abweisen zu können. Die bescheuerten „Freundschafts“-Folgen: Der Volltrottel mischt sich ständig auch in sein familiäres Privatleben ein. Deshalb plant Dottore, für seine Spezi-Patienten endlich eine Frau zu finden. Was natürlich für – na ja, wenigstens etwas – Klamauk-Komik sorgt. Als das nicht hilft und die Titel-Idee längst ausgereizt ist, schlägt der von Dany Boon auch geschriebene Film in ein völlig unkomisches Schelmenstück um: Doktor Dimitri verpflichtet den eingebildeten Dauerkranken für eine Art Hilfsaktion in einem diktatorischen Wilden Osten-Land. Was zu „revolutionären“ wie emotionalen Missverständnissen führt. Wobei Dimitris beknackte Schwester (ALICE POL) ebenfalls abgefahren mitmischt. Was wiederum zur erwarteten Beziehung führt. Am endlichen Ende.

Ein langweiliges Kuddelmuddel. Mit einem grimassierenden Gag-Boy ohne zündende Gags. Mit vorhersehbaren und ziemlich wirren Verwechslungsmotiven um einen biederen „Psycho“, der nett sein soll. Aber nur nervt. Seinen Doktor wie uns, die wir zusehen. (Müssen). Dessen Charme hier äußerst arg begrenzt ist und dessen Humor sich lau anstatt exzentrisch-clever anfühlt. Und wenn im letzten Teil sogar mit blutigen Kapriolen in der „Außenpolitik“ hantiert wird, ist auch das letzte Stück „Geschmack“ völlig abhanden gekommen. Wird es nur noch überdreht-dumm und Klischee-dämlich. In Sachen „der sowieso primitive europäische Osten“.

„Lachen, bis der Arzt kommt“, verspricht das Presseheft. Ach, ganz und gar nicht. Überhaupt nicht. Nö (= 1 PÖNI).