Dead Man Down Kritik

DEAD MAN DOWN“ von Niels Arden Oplev (USA 2012; B: J.H. Wyman; K: Paul Cameron, M: Jacob Groth; 110 Minuten; Start D: 04.04.2013); der 51jährige dänische Regisseur schuf mit der Stieg Larsson-Adaption „Verblendung“ den erfolgreichsten skandinavischen Film aller Zeiten („knackte“ die 100 Millionen Dollar Einnahmemarke; zugleich war „Verblendung“ 2009 auch der erfolgreichste europäische Film im Kinojahr). Danach setzte er in den USA im Fernsehen eine „Duftmarke“ mit der Serie „Unforgettable“ (2011) und durfte seinen ersten Kinofilm im Amiland verwirklichen.

Eine Rache-Story im Gangster-Milieu von New York. Wo der schweigsame Victor (COLIN FARRELL) ein absolut zuverlässiges Mitglied in der Organisation von Unterweltboss Alphonse (TERENCE HOWARD) ist. Dieser sieht sich gerade anonymen (Be-)Drohungen ausgesetzt, kriegt in regelmäßigen Abständen rätselhafte Nachrichten zugestellt. Victor und sein bester Freund Darcy (DOMINIC COOPER) erhalten den Auftrag, dies ein für allemal zu klären. Für Darcy wird dieser Chef-Auftrag zurr Obsession. Während Victor eher „besonnen“ bleibt. Erscheint. Obwohl er noch an einer anderen Front plötzlich „Zulauf“ hat. Eine Nachbarin, Beatrice (NOOMI RAPACE; „Verblendung“), die mit ihrer Mutter (ISABELLE HUPPERT) „gegenüber“ wohnt, macht sich offensichtlich an ihn ´ran. Und will Victor ebenfalls instrumentalisieren. Für ihre ganz private Rache. An einem üblen Kerl, der ihre Existenz ruiniert hat. Und damit Victor „spurt“, hängt sie sich „unangemeldet“ an seine Fersen, was für seinen eigentlichen Job nicht unbedingt erträglich ist. Zunächst. Vorerst.

Ein Noir-Thriller. Mit gewaltiger Besetzung. Mit einer interessanten Story. In der schicksalhafte Verstrickungen und verblüffende Wendungen an der spannenden Tagesordnung sind. Souverän, in düsteren künstlichen New York-Farben und atmosphärischen Lagerhallen-Locations ausgebreitet. Der irische „Zwilling“ COLIN FARRELL, geboren am 31. Mai 1976 in der Nähe von Dublin, kürzlich schon als einer von „7 Psychos“ exzentrisch abgefahren, mimt den „schwarzen Sheriff“ Victor mit mal stoischer, mit mal nervöser Alain Delon-Kälte-Mimik. Um dann „loszudonnern“. Mit brachialer Gewalt. Und nicht sehr plausiblen Action-Details. (Mit Sicherheit hatte Regisseur Niels Arden Oplev nicht den „Final Cut“ an seinem Film). Was bei dem einige Zeit faszinierenden, spannenden Rache-Drama zu unlogischen Aussetzern führt. Nichtsdestotrotz wirken Farrell & Rapace als schicksalhaftes Team durchweg überzeugend. Präsent. Zerbrechlich. Hart. Und erheben dieses Milieu-Puzzle erheblich über Standard-Produkte des Genres hinweg. Auch, weil sie von TERENCE HOWARD („Hustle & Flow“/2005) als „manierlichem Paten“ und DOMINIC COOPER (neulich in „My Week with Marilyn“) als übereifriger Victor-Kumpel Darcy tollkühn begleitet, unterstützt werden.

„Dead Man Down“ ist vor allem ein charakterstarkes und dann erst wildes Spannungsding (= 3 PÖNIs).