ZWEI ZU EINS

PÖNIs: (4/5)

DER OSTEN ACKERT. Titel = „ZWEI ZU EINS“ von  NATJA BRUNCKHORST (B + R; D 2023; K: Martin Langer; M:Amaury Bernier; Hannah von Hübbenet; basierend auf wahren Geschehnissen; 116 Minuten; deutscher Kino-Start: 25.07.2024). Was war das „damals“ für eine lockere Zeit. Die DDR löste sich auf, in der BRD herrschte „Hitze“. Mitten in diesem deutsch-deutschen Trubel passierten „Dinge“. Aber der Reihe nach. Sozialismus und Kapitalismus waren im Clinch. Von Dostojewski hieß es korrekt: „GELD IST GEDRUCKTE FREIHEIT“.

Wir befinden uns im flirrenden Sommer von 1990. Nach dem Mauerfall befindet sich die Deutsche Demokratische Republik in einem Vakuum der Rechtsstaatlichkeit. Unsicherheit weitet sich aus. Von wegen – diese Herausforderungen der Wiedervereinigung und die Hoffnung auf eine endlich – bessere Zukunft. Vieles war zum neuen Denken ausgelegt. Vieles „fand statt“. Da wie dort. Um die Wiedervereinigung weiter voranzutreiben, soll die Ostmark am 1. Juli 1990 von der D-Mark abgelöst werden. Doch wohin mit den bald nutzlosen 400 Tonnen an ostdeutschen Geldscheinen? Ein unterirdisches Gewölbe nahe HALBERSTADT in Sachsen-Anhalt, macht sich als kenntlich als sinnvollste Lösung. Wofür? Na ja, diese Unsummen aus diesem Gewölbe „zu vereinnahmen“ …

Fassen wir zusammen: Halberstadt im strahlenden Sommer. Anno 1990. Maren (SANDRA HÜLLER), Robert (MAX RIEMELT) und Volker (RONALD ZEHRFELD) kennen und mögen sich seit ihrer Kindheit. Eher zufällig finden sie in einem alten Schacht die Papier-Millionen der DDR. Die dort eingelagert wurden, um zu verrotten. Natürlich verbinden sich fortan damit „interessante Ideen“. Die Drei schmuggeln Rucksäcke voll Geld heraus. Denn damit kann man immer noch „was anfangen“. Und „in Zusammenarbeit“ mit der angestochenen Hausgemeinschaft wird ein ausgeklügeltes System entwickelt, um das – eigentlich – wertlose Geld in Waren zu tauschen und den anrauschenden Westlern (wie OLLI DITTRICH) und ihrem Kapitalismus ein Schnippchen zu schlagen. Denn wenn man sich jetzt ein bisschen schlauer anstellt, vermag dieser „Industrie-Sommer“ nicht nur als ein exzellentes Abenteuer blühen, sondern auch der endgültige Wendepunkt im neuen Leben sein.

Das Ensemble, außerdem- unter anderen –  bestehend aus erstklassigen Akteuren wie PETER KURTH, URSULA WERNER und auch MARTIN BRAMBACH , sorgt für knackige doppelbödige Stimmung. Auf dass sich hier mittels listiger Pfiffigkeit ein putzmunteres wie auch gieriges Abenteuer auftut. Mit dann sogar sattem „VEB“-(Volkseigener Betrieb) -Einkauf. Während die internen Gefühle unterschiedliche Richtungen einschlagen. Diesbezüglich muss sich der Osten noch empathisch sortieren.

Fühlte mich mit dieser deutsch-deutschen komödiantischen Puste unterhaltsam versorgt. Von wegen: Die Provinz teilt – mitunter urig, aber auch bisweilen staubig – kess aus (= 4 PÖNIs).

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