WENN DER HERBST NAHT

PÖNIs: (4/5)

FRANKREICH WEIß ZU GEFALLEN. Titel = „WENN DER HERBST NAHT“ von Francois Ozon (Co-B + R + Produktion; Fr 2023; Co-B: Philippe Piazzo; K: Jérome Alméras; M: Evgueni Galperine; Sacha Galperini; 102 Minuten; deutscher Kino-Start: 28.08.2025). ER ist mit jedem seiner Filmwerke „interessant“. Zuvorletzt zum Beispiel konnte FRANCOIS OZON mit seiner charmant-kessen Komödie mit Krimi-Geschmack „MEIN FABELHAFTES VERBRECHEN“ („Mon Crime“) auch hierzulande feurig zu punkten (s. KINO-Kritik/2023/4 PÖNIs). Wie jetzt auch. Wo Michelle (HÉLÈNE VINCENT) ihren Ruhestand in einem idyllischen Dorf im Burgund verbringt, ganz in der Nähe ihrer besten, jahrzehntelangen Freundin Marie-Claude (JOSIANE BALASKO). Als Michelles Tochter Valérie vorbeikommt, gibt es wie immer Zoff. Von wegen: Streitkultur. Und dann behauptet die zänkische Tochter auch, dass sie von Mama versehentlich gerade mit giftigen Pilzen „gefüttert“ wurde. Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den Frauen eskaliert. Valérie (LUDIVINE SAGNIER) unterstellt ihrer Mutter Mordabsichten und untersagt ihr jeglichen Kontakt zu ihrem geliebten Enkel Lucas. Michelle stürzt in eine tiefe Depression. Doch dann wird Marie-Claudes Sohn aus dem Gefängnis entlassen und ist bereit, der besten Freundin seiner Mutter zu helfen. Zum Beispiel in deren großem Gemüsegarten.

Dinge passieren normal. Amtliches Misstrauen ebenso. Kompliziert? Nein. Wie stets entwickelt der listige, gescheite Ozon eine scheinbar „nebensächliche“ Geschichte, deren reizvolle Nebenstränge sich – anscheinend sanft – verfangen. Und möglicherweise doch anders gestrickt sind als gedacht. Francois Ozon unterstreicht einmal mehr seine dramaturgische Brillanz und überrascht und verblüfft mit einem visuell pikanten Psychospiel voller cleverer Twists.

Gute Unterhaltung, in denen sich die bestens positionierenden Darstellerinnen atmosphärisch-doppelbödig bewegen (= 4 PÖNIs).

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