PÖNIs: (4/5)
EXZELLENT. EXTREM. WÜTEND. VOLLTREFFEND. Titel = „DIE VERBINDUNG“ („The Line“) von ETHAN BERGER (Co-B + Co-Produktion + R; USA 2022; Co-B: Zack Purdo; Alex Russek; K: Stefan Weinberger; M: Daniel Rossen; 100 Minuten; deutscher Digital-Pandastorm-Start: 28.11.2025). Was für ein intensives College-Drama, was dann auch für ein Thriller! Als packender Blick in die Strukturen einer amerikanischen Studentenverbindung, in der Macht, also Gewalt, Zugehörigkeit und moralische Grenzen unheilvoll ineinandergreifen. Im Mittelpunkt steht Tom Backster (ALEX WOLFF), ein Student, der sich durch seine Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft Hoffnung auf eine glänzende Zukunft erhofft. Doch als ein neuer Anwärter beginnt, die unausgesprochenen Regeln infrage zu stellen, beginnt das fragile Gleichgewicht zu kippen – und Tom wird ein Teil einer Dynamik, die immer schwerer zu kontrollieren ist. Während der Film sich als ein eindringliches Drama entfaltet über Verantwortung, Mitläufertum und den Preis des Schweigens. Dabei geht es ständig „heiß“ zur Sache. Und ordinär. Und viel gemein.
Denn: „DIE VERBINDUNG“ besticht nicht nur durch seine Intensität, sondern eben auch durch seine ungewöhnliche wie gemeingefährliche Nähe zu realen Strukturen einheimischer Studentenverbindungen: Rituale, Privilegien und der Wunsch nach Zugehörigkeit werden hier ohne Beschönigung beleuchtet. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet, insbesondere Tom, dessen innerer Konflikt sich zwischen moralischer Haltung und sozialem Aufstieg mit einer lautstarken Wut und Tragik auflädt. Bei internationalen Festivals wurde das Werk vor allem hervorgehoben für seine brillanten powervollen Darstellerleistungen sowie wegen der starken atmosphärischen Dichte und seiner unerschrockene Analyse von Machtbestrebungen. In der internationalen Kritikergemeinschaft wird vor allem die kompromisslose Authentizität und die nachhaltig verstörende stimmliche Wirkung des Films betont.
Was es – von wegen der permanenten, stimmlich-harten Grenzüberschreitungen – zu bestätigen gilt. Bevor „der Thriller“ trotzt (= 4 PÖNIs)
