THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG

„THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG“ von Taika Waititi (USA 2016; B: Christopher Yost; Craig Kyle; Stephany Folson; Eric Pearson; K: Javier Aguirresarobe; M: Mark Mothersbaugh; 130 Minuten); die 17. Utopie aus dem filmenden Comic-Haus MARVEL stellt den Kerl mit dem berühmten Hammer namens Mjolnir wieder in den Mittelpunkt. Auf dem Papier wurde THOR, der Hüne, von Stan Lee & Jack Kirby erschaffen und erschien erstmals 1962, in der Ausgabe 83 des  Magazins „Journey Into Mystery“. Der Charakter basiert auf dem Donner-Gott Thor; viele seiner Charakteristika und seiner Abenteuer wurden aus der nordischen Mythologie übernommen.

Für die große Leinwand beziehungsweise für das dortige Spektakel wurde einst der australische Mime CHRIS HEMSWORTH, Jahrgang 1983, auserkoren. 2011 tauchte er erstmals als Solist in „Thor“ auf, Regie: Kenneth Branagh, und weil dies an den Kinokassen überragend funktionierte – der Film spielte weltweit rund 450 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von rd. 150 Millionen Dollar – war eine Fortführung keine Frage. Am 31. Oktober 2013 startete hierzulande „Thor – The Dark Kingdom“ (s. Kino-KRITIK) und buchte Rekord-Einnahmen: 650 Millionen Dollar kamen an den weltweiten Kinokassen zusammen (Budget: 170 Millionen Dollar); bei uns wurden anderthalb Millionen Besucher gezählt, was Platz 17 der meistbesuchten Kinofilme des Jahres 2013 bedeutete.

„Thor: Ragnarok“ heißt das „Thor 3“-Movie im Original. Ragnarok stammt aus der nordischen Mythologie und bedeutet: Weltuntergang. Als Spielleiter wurde der 42jährige neuseeländische Regisseur, Drehbuch-Autor, Schauspieler, Maler und – vor allem – Comedian TAIKA WAITITI verpflichtet, dessen Film-davor, „Wo die wilden Menschen jagen“, bei uns gleich im Heimkino herausgebracht wurde (s. Heimkino-KRITIK). Davor aber machte sich Taika Waititi mit seinem Kurzfilm „Two Cars, One Night“ (2003) bekannt, als er dafür eine „Oscar“-Nominierung bekam; zudem erhielt er auf der Berlinale von 2005 für seinen Kurzfilm „Tama tu“ den „Jury-Spezialpreis“. Schließlich: 2014 fand der vielseitige Künstler mit seiner Horror-Komödie „What We Do in the Shadows“ auf der Berlinale ebenso viel Anklang wie später bei der „normalen“ Kino-Auswertung unter dem Titel „5 Zimmer, Küche, Sarg“.

Nun also das große Hollywood. Und, vor allem: nach dem düsteren Vorgänger „The Dark Kingdom“ eher „umgedreht“: voller Anspielungen, vielen Gags und erstaunlicher Selbstironie. Thor in pointiertem Pop sozusagen. Ohne seine lange Mähne, propper, mit Kurzhaar-Fason-Schnitt und vielem schmissigen Donner-Wetter-Charme. Es darf viel gekichert, geschmunzelt und wenig überlegt werden. Dafür geht es „zu schnell“ zu: Der sonst so lach-resistente Muskel-Man rockt – gemeinsam mit Bruder Loki (TOM HIDDLESTON) – im familiären Wallhalla, also auf Asgard, als origineller Popcorn-Dödel herum, denn es gilt, gegen Hela (herrlich schrill-schräg: CATE BLANCHETT) anzutreten, ihrer erstgeborenen Schwester, die als schwarze Domina mit geweihartigem Helm das universelle Herrscher-Erbe anzutreten beabsichtigt. Doch bevor es zum geschwisterlichen Show-Down kommt, dürfen die Brüder auf einem total vermüllten Vergnügungsplaneten namens Sakaar herumtollen, wohin es sie fluchtartig verschlagen hat, um sich dort mit dem grünen Wüterich Hulk und einstigen Kumpel Dr. Bruce Banner (MARK RUFFALO) „auszutauschen“ und einen vollverblödeten, degenerierten Grandmaster (JEFF GOLDBLUM als garstiger Fratzen-„ES“) auszuschalten. Währenddessen kreischen Led Zeppelin mit ihrem 70er Hardrock-Klassiker „Immigrant Song“. Passend dazu: ANTHONY HOPKINS als einäugiger Götter-Übervater Odin, der aussieht wie ein Alt-Hippie mit Zöpfchen und zerknittertem Anzug, der von seiner Sippe nur noch genervt ist; in dem die ganze Götter-Lust längst schon vergangen ist. Riesiger Ulk.

Es macht Spaß. Die herrliche Bunte Bühne tobt. Ohne viel begründetes Federlesen, einfach „auf Stimmung“ und Vergnügen getrimmt. Weil nun auch „Mädels“ auf die feurige Unterhaltungstube drücken: Neben der fulminanten, geilen Voll-Jux verbreitenden CATE BLANCHETT ist auch Neuzugang TESSA THOMPSON als trinkfeste Kampf-Furie Valkyrie ein rasanter Licht-Blick. „Thor 3“ ist ein einziger, furioser Kintopp-Jahrmarkt, ausgestattet in fantastischem Design und belebt mit köstlich-urigen Tricks und schrägem Figuren-Karussell. „SO“ lasse ich mir Leinwand-Comic gerne gefallen, und wenn dann sogar – und leider viel zu kurz – olle Thorchen auf Magier „Dr. Strange“ alias BENEDICT CUMBERBATCH  trifft, gebe ich mich kritisch übertölpelt. Geschlagen. Habe mich amüsiert „wie Bolle“, wie der Balina sagt.

Diese Zwei-Stunden-Show passt schon. Prima (= 4 PÖNIs).