HAPPY BURNOUT

„HAPPY BURNOUT“ von André Erkau (D 2016; B: Gernot Gricksch; K: Ngo The Chau; M: Daniel Hoffknecht; 103 Minuten); 2013 hatte der 1968 in Dortmund geborene André Erkau mit „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ (s. Kino-KRITIK) auch schon einen tief-heiteren Film im Kino. Damals wie heute in der Hauptrolle: WOTAN WILKE MÖHRING. Der demnächst, am 23. Mai, 50 Jahre alt werdende NDR-„Tatort“-Hauptkommissar („Thorsten Falke“) mimt den Alt-Punk Andreas Poschka, genannt Fussel, einen Hamburger Systemverweigerer aus Überzeugung. Der sich in seinem Schanzenviertel-Kiez überschaubar „eingerichtet“ hat. Fussel bezieht Hartz IV seit es Hartz IV gibt, kann dabei auf „seine“ Amts-Sachbearbeiterin, Frau Linde (VICTORIA TRAUTTMANSDORFF), bauen. Sie mag ihn und hilft ihm über die finanziellen Runden. Doch irgendwann ist Schluss mit lustig. Mit der automatisch-regelmäßigen staatlichen Alimentation. Stichwort: Interne Prüfung. Im Amt. Fussel hat nur eine Möglichkeit, sein stressfreies Da-Sein zu behalten: er wird krank geschrieben. Burnout. Eine Therapie muss her. In einer noblen Psychiatrie. Wo Fussel prompt, wir ahnen es schon, Patienten und Personal (darunter: „Schwester“ ANKE ENGELKE) „aufmischt“. Sozusagen: Leben in die „Bude“ bringt. Dabei wird aus dem ruppigen Outlaw ein anpackender Lebens-Helfer.

„Happy Burnout“ ist eine Komödie, bei der die Balance zwischen Schlitzohrigkeit und Ernsthaftigkeit pfiffig ausgelotet und platziert ist. Unterhaltsam gedacht und pointiert ausgespielt  wird. Während Haudegen Wotan Wilke Möhring (zuletzt im Kino in „Lommbock“) augenzwinkernd spinnerhaft-herzig über das Kuckucksnest fliegt (= 3 PÖNIs).