DJANGO – EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK

„DJANGO – EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK“ von Étienne Comar (Co-B + R; Fr 2016; Co-B: Alexis Salatkos; frei nach dem Buch „Folles de Django“ von Alexis Salatkos; K: Christophe Beaucarne; M: Django Reinhardt, gespielt vom Rosenberg-Trio; Warren Ellis; 115 Minuten); nein, nein, nicht Franco Nero ist gemeint, der „Django“ aus dem gleichnamigen Western-Klassiker von Sergio Corbucci (der seinen Helden tatsächlich nach Django Reinhardt benannt hat), sondern dieser DJANGO REINHARDT (23.1.1910 – 16.5.1953), der begnadete Gitarrist, Komponist und Bandleader; Begründer und Vorreiter des europäischen Jazz.

Der sich im Frankreich von 1943 auf dem Karriere-Gipfel befindet. Abend für Abend spielt er vor ausverkauften Sälen, begeistert das Publikum mit seinem Gypsy-Swing und -Schwung, was auch die deutschen Besatzer „honorieren“, obwohl sie doch Jazz und Blues zu „entarteter Kunst“ erklärt haben. Django Reinhardt (REDA KATEB) kann sich aufgrund seiner immensen Popularität in Sicherheit wiegen. Noch. Als ihn die Nazis zu einer Tournee nach Deutschland überreden = zwingen wollen, bekommen auch er und seine Familie es mit der alltäglichen menschenunwürdigen Realität zu tun. Die Folgen: Man will in die Schweiz fliehen. Am Genfer See wartet man auf die Überfahrt, während die Nazi-Verfolger immer näher kommen.

Der Berlinale-Eröffnungsfilm von 2017 spielt die grandiose Musik von Django Reinhardt routiniert herunter; will zugleich eine Art spannende Gegen-Nazis-Krimi-Geschichte sein beziehungsweise damit verbinden; vermag die Widersprüchlichkeiten des selbstgefälligen Künstlers nur bedächtig anzupieken anstatt diese spannend auszureizen; hantiert letztlich ungeschickt mit der vermeintlichen Blindheit des Nichtsehenwollens, was um den Titelhelden herum wirklich geschieht, passiert. Die herrlich überschwänglichen Töne und Klänge gegen einen bedächtigen Erzählstil, der für eine nach und nach mehr und mehr ermüdende Aufmerksamkeit sorgt. Schade um die einsatzfreudige Intensität, mit der französische Schauspieler REDA KATEB („Hippocrate“, 2014; „César“) seinen „Django“ abackert.

„Django – Ein Leben für die Musik“ macht sofort Lust, sich eine CD von IHM aufzulegen; während der Film kaum Nachwirkungen zeigt (= freundlich gestimmte 3 PÖNIs).