DAS GESETZ DER FAMILIE

„DAS GESETZ DER FAMILIE“ von Adam Smith (GB 2014; B: Alastair Siddons; K: Edu Grau; M: Tom Rowlands; 99 Minuten); tut mir leid, denn ich mag zwar die Charakterdarsteller-Hochkaräter BRENDAN GLEESON („The Guard – Ein Ire sieht schwarz“; „Brügge sehen… und sterben“) und den zur Zeit sehr aktiven guten MICHAEL FASSBENDER („Steve Jobs“; „Alien: Convenant“), aber diese langweilige Plärre geht mir dann doch über die gut-gemeinte Hutschnur. Eine asoziale Familie, die Cutlers, haust abseits der gutbürgerlichen britischen Region um Gloustershire in einer Wohnwagenzeile, will konsequent nichts mit „der Zivilisation“ zu tun haben, mit Vorschriften, Paragraphen, Regeln, also Anstand, sondern räubert sich mit Überfällen und Diebstählen das, was zum Existieren und Mehr benötigt wird. Herrscher, besser: Tyrann des Clans ist Patriarch Colby (Gleeson), der seine Sippe fest im Griff hat. Doch der älteste Sohn Chad (Fassbender) will eigentlich nicht mehr. Hier sein, hier mitmachen, hier versifft leben. Möchte mit Frau und zwei Kindern sich „selbständig“ machen und vor allem: seinem Sohn Tyson (beeindruckend: GEORGIE SMITH) endlich und vollständig „Schule“, also Bildung, ermöglichen. Er selbst wurde von seinem Vater einst daran gehindert. Allerdings – Chad ist schwächlich, fühlt sich loyal gegenüber dem väterlichen Oberhaupt verpflichtet, weiß nicht, wie er aus dieser Familien-Nummer herauskommen kann. Zumal sein Vater schon seinen Jüngsten „infiltriert“ hat: Ausbildung unwichtig, WIR können dir alles Lebens-Notwendige beibringen; Schule Bildung ist abartig. Unnötig.

Regisseur Adam Smith, der davor Musik-Videos, Dokumentarfilme und TV-Serien hergestellt hat,  weiß mit seinem Spielfilm-Debüt nicht viel anzufangen. Glaubt man erst, einer spannenden, coolen Outlaw-Family bei ihrem „romantisch-frechen“ Außenseiter-Treiben zuzusehen, wie sie die regionale britische Bourgeoisie vorführt, wird man dann immer mehr auf den von Anfang an bekannten und sich dahinziehenden Konflikt zwischen erwachsenem Sohn und dominantem Vater hingeführt. Nichts halbes, nichts ganzes. Sondern pure Langeweile. Zudem: Was die Cutlers anstellen, ist weder lustig noch okay, sondern schlicht kriminell. Nicht die – des Öfteren von Ihnen veralberte – Polizei sind die Dummbazis, sondern sie selbst. Sie entpuppen sich als verabscheuungswürdiges Milieu-Gesindel, deren „Abenteuer“ dämlich, primitiv und vor allem strafbar sind. Ein fader Stoff und Film (= 1 PÖNI; für diesen kleinen „tapferen“ „Tyson“-Bengel Georgie Smith).