WAS HABEN WIR GELACHT

PÖNIs: (4/5)

„WAS HABEN WIR GELACHT“ von Eva Müller und Isabel Schneider (B + R; D 2024/2025; K: Thomas Lütz; M: Danielle De Picciotto; Alexander Hacke; Schnitt: Yana Höhnerbach; 103 Minuten; deutscher Kino-Start: verlegt auf 16.07.2026).   „Was haben wir gelacht“ ist ein aktueller deutscher Dokumentarfilm, der die von Männern dominierte Unterhaltungs- und Comedy-Landschaft des deutschen Fernsehens in der 1990er- und 2000er-Jahren kritisch und humorvoll beleuchtet. Die Dokumentation verknüpft Archivmaterial mit aktuellen Interviews, um aufzuarbeiten, wie Frauen im damaligen TV-Geschäft systematisch auf bestimmte Rollen reduziert wurden oder auch als Witzfiguren dienten. Im Zentrum des Films stehen die Erfahrungen und Perspektiven von Pionierinnen und etablierten Größen der deutschen Unterhaltungsbranche. Dazu gehören unter anderem: MAREN KROYMANN;  HELLA VON SINNEN;  BETTINA BÖTTINGER:  GABY KÖSTER;  ESTHER SCHWEINS.

„Was haben wir gelacht“ geht der grundlegenden Frage nach, wer im Fernsehen eigentlich bestimmte, diskriminierende Witze definierte und wer die Definitionsmacht über das Lachen besaß. Dabei wird hinter die Kulissen geblickt, um die oft von Männern dominierten Strukturen in Redaktionen und bei Produktionsfirmen zu verstehen. Der exzellente Film zeigt, wie sich die damaligen Komikerinnen ihren Platz auf der Bühne, vor der Kamera und in der Gesellschaft erkämpften mussten. Die fünf Frauen kommen ausführlich zu Wort  und erzählen, „berichten“ von früher. Waren das nicht mehr Frauen in der Comedy-Szene vor 20 oder 30 Jahren? Schon muss man überlegen. Und genau DAS haben die Regisseurinnen Eva Müller und Isabel Schneider im Sinn. Ihr dokumentarischer Rückblick auf DAS, was früher im Fernsehen als komisch galt, lässt wenig Zweifel: Der Humor war männlich und nicht selten sexistisch. Die Frauen mussten sich als Pionierinnen fühlen. Was zur Avantgarde gehörte: der Kampf darum, sichtbar zu werden, wie es die Journalistin und Medienfrau Bettina Böttinger im Film beschreibt. Zum Beispiel.

Der Filmdienst beschreibt das beindruckend doppelbödige Werk als eine „erhellende Auseinandersetzung mit einem wenig ruhmreichen Stück Fernsehgeschichte“. Zu gebrauchen für einen spannenden, pointierten, listigen Eindruck des Dokumentarfilms und dessen pikanten Zusammenhänge zwischen Humor und (viel) Macht.

Unbedingt sehenswert. Motto: Was für ein enormer, vielseitiger, großartiger Gedanken-Aufwand. Prädikat: Angenehm kopflastig; sehr wertvoll  (= 4 PÖNIs).

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