PÖNIs: (4,5/5)

DER FILM SCHMERZT. RICHTIG. Titel = „VIER MINUS DREI“ von Adrian Goiginger (Co-Produktion und Regie; Ö/D 2024; B: Senad Halibasic´; Drehbuchvorlage war der gleichnamige, 2010 erschienene Erlebnisbericht und Bestseller der Österreicherin Barbara Pachl-Eberhart; K: Paul Sprinz; M: Arash Safaian; 120 Minuten; deutscher Kino-Start: 16.04.2026).
Der Film schmerzt. Aber nicht „nur“ „so“, im Kinositz, sondern tatsächlich. Ich wünsche mir, versehen mit vielen traurigen Schmerzen, dass dies fiktional sei, wie sonst fast immer, weiß aber, dies geht hier nicht. Motto: Ein Clown sein, eine ClownIN, ist mit allen In-Programmen ausgestattet.
Während wir erleben – wie geht Mensch, wie KANN MENSCH mit diesem ungeheuerlichen Schmerz umgehen. Der eine tiefe Seelenlast beinhaltet.
Ich brauche Luftpausen.

Eine Familie hat sich gefunden. Mutter Barbara, Papa Heli Eberhart, die gemeinsamen Kinder Thimo und Fini. Als professionelle Clowns nehmen sie das Leben/das Dasein nicht zu ernst. Wissen, dass man auch über DAS LACHEN kann, was misslingt. Als Barbara wie aus dem Nichts durch einen Autounfall ihre Familie verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Es wirkt, es ist grausam. Du bist doch Clown. Du bist lebender Humor. Und Nun? Der Verlust lässt die Mutter verzweifeln.
Wir sehen ihr zu. Worte prallen herum. Bisweilen sind sie schwierig zu hören. Aufzunehmen. Und dann verstehen wir – Barbara fängt an mit dem Bemühen, mit Trauer umzugehen. Schritt für Schritt erkennt sie, dass das Leben trotz allem weitergeht, wenn man es nur wagt, ihm neu zu begegnen.
Diese sagenhafte Schauspielerin. Was für eine verbale Kraft. „Überhaupt wäre der Film kaum denkbar ohne die herausragende Leistung von VALERIE PACHNER („Ein verborgenes Leben“). Nuancierter vermag man diese aus dem Gleichgewicht geworfene Barbara-Frau kaum spielen. In zahlreichen Nahaufnahmen sieht man ihr Gesicht, auf dem stets ein latentes Lächeln liegt. Tapfer schaut sie in die Zukunft, will das Leben nicht aufgeben und muss ihre Trauer doch ständig mit Alltag, Unverständnis und etlichen Rückschlägen privater und beruflicher Natur teilen. Was für eine großartige Schauspielkunst, ohne Pathos und falsche Mimik („Filmdienst“). Was für eine sensible Stärke. Was für eine ungeheuerlich gute, überzeugende, grandiose Ausnahmeleistung! Die stark unter die Haut geht. Begleitet mit imposanter Unterstützung von ROBERT STADLOBER („Führer und Verführer“) als atmosphärischer Partner und lustiger Clownie.
Diesen Film mag ich. Will ich. Gerne-gerne haben. Empfehlen. Emotional wie gedanklich ein Volltreffer (= 4 1/2 PÖNIs).
