Tokyo Godfathers Kritik

TOKYO GODFATHERS“ von Satoshi Kon (Japan 2003; 92 min; Start D: 17.11.2005) kommt nach der Erstveröffentlichung auf DVD jetzt auch in die hiesigen Kinos: Ein phantastischer Animationsstreich als furiose Variante eines erzählerischen Dauerbrenners im Western-Genre, der Novelle „Three Godfathers“ von Peter B. Kyne: Die bekannteste (Spielfilm-) Version entstand 1948 unter der Regie von John Ford, mit John Wayne in einer der Hauptrollen (deutscher Kinotitel: „Spuren im Sand“).

Drei Obdachlose finden in der Weihnachtsnacht im verschneiten Tokio ein Baby im Müll, retten es und machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der Mutter. Dabei wird das Findelkind auf ihrer Reise zu einem Katalysator für diese Zweckgemeinschaft; ein Selbstfindungstrip sozusagen; wunderbar einfalls- und temporeich entwickelt sowie hemmungslos-ironisch Elemente wie Action/Tiefgang/Kitsch/Musik einsetzend und dabei Familienidylle, Rollenbilder und Weihnachtsgeschichte(n) prima gegen den (Klischee-)Strich bürstend; eine großartige Animations-Perle gilt es jetzt auf der großen Leinwand zu entdecken (= 4 PÖNIs).