SOULEYMANS GESCHICHTE

PÖNIs: (5/5)

DRAMA MIT SEELE. Titel = „SOULEYMANS GESCHICHTE“ von BORIS LOJKINE (Co-B + R; Fr 2023; Co-B: Delphine Agut; K: Tristan Galand; deutscher Kino-Start: 19.02.2026). Der aus Guinea stammende Souleyman (ABOU SANGARÉ) kommt aus Guinea, ist in Frankreich gestrandet, um einen Asylantrag zu stellen. Da er keinen Pass hat, benötigt er dringend Geld, um an Papiere zu kommen. Dafür schlägt er sich unter haarsträubenden Bedingungen als Fahrradkurier für einen Essens-Lieferservice in Paris durch. Es bleiben ihm nur noch achtundvierzig Stunden  bis zu seinem entscheidenden Termin beim Amt für Migration. Unter denjenigen von Souleymans Bekannten, die schon länger im Land sind, herrscht allerdings Einigkeit, dass „den Weißen“ bei dieser Gelegenheit nicht irgendeine x-beliebige Lebensgeschichte vorgetragen werden darf, auch wenn sie wahr sein sollte. Immer wieder hört Souleymane, welche Schlüsselwörter unbedingt fallen müssen, um erfolgreich Asyl zu beantragen: politisches Engagement, Verfolgung durch das Regime in seiner Heimat, Verhaftung, Gefängnis, Folter. „Wichtig sind Details“, wird ihm eingetrichtert. Deshalb geht Souleymane im Geist immer wieder seinen „Text“ durch, um nicht bei der Prüfung zu scheitern, von der seine weitere Existenz abhängt.

Der Autoren-Regisseur Boris Lojkine schaffte mit diesem Film ein bitter-spannendes, bewegendes Drama über Migration und die migrantische Selbstausbeutungsökonomie, die unsere Großstädte am Leben hält.

„Gerade heute, in einer Zeit, in der Migrationspolitik oft lauter ist als Menschlichkeit, erinnert uns dieser Film daran, was die Existenz eines Jeden wirklich ausmacht: das Recht, gesehen zu werden, gehört zu werden und leben zu dürfen – mit Würde“. (Open Eyes Jugendjury Preis 2025  /  14. Internationales Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte  /  Publikumspreis! Französische Filmtage Bonn 2025).

Für seine herausragende Darstellung von Souleyman wurde Abou Sangaré beim Filmfestival in Cannes 2024, beim Europäischen Filmpreis 2024, beim französischen Filmpreis 2025 und zuletzt bei den New Yorker Gotham Film Awards im Dezember 2025 ausgezeichnet. Nachdem er das Festival von Cannes belebt hatte, 650.000 Besucher in den Französischen Kinos verbuchen konnte; von den Kritikern mit den Dardennes, De Sica, Melville und Chaplin verglichen wird/wurde, darf „Souleymans Geschichte“ jetzt schon als Film gelten, der im kulturellen Gedächtnis bleiben wird.

Die Weltpremiere des Films erfolgte am 19. Mai 2024 in der Nebensektion Un Certain Regard des Filmfestivals von Cannes. Bis Januar 2025 gelangte der Film ins Programm von mehr als einem Dutzend internationalen Filmfestivals, darunter Karlovy Vary, Jerusalem; Toronto, Reykjavík, Thessaloniki, Stockholm, Hamburg, Taiwan und Palm Springs. Im Januar 2O26 erhielt der Film als „FILM DES MONATS“ eine Empfehlung der Jury der evangelischen Filmarbeit  (= 5 PÖNIS).

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