PÖNIS BLOG 390 (05.06.2026): „VERFLUCHT NORMAL“; „TICKET INS LEBEN“; „DAS GLÜCK HAT ACHT ARME“; „SOMMER AUF ASPHALT“; MUSIK

1.)       „I SWEAR“ / ich fluche / ich schwöre. Titel = „VERFLUCHT NORMAL“ von KIRK JONES (B + Produktion + R; GB 2024; K: James Blann; M: Stephen Rennicks; 121 Minuten; deutscher Kino-Start: 28.05.26).  Der Film ist großartig. Ohne „zu drängeln“. Mit sehr viel Sinn und noch mehr Gefühl durchsetzt. ER tut gut-weh.

DAS ist enorm. Bei der Verleihung der „British Films Awards“ (BAFTAs)-neulich sorgte Hauptdarsteller ROBERT ARAMAYO für die unglaubliche Überraschung des Abends: er gewann die Auszeichnung als „BESTER SCHAUSPIELER“ für seine überragende Darstellung in „Verflucht Normal“, einem emotionalen Biopic über den britischen Tourette-Vorkämpfer JOHN DAVIDSON. Der 33-jährige britische Schauspieler wirkte stark verblüfft und bezeichnete den Sieg über Ethan Hawke, Michael B. Jordan , Leonardo DiCaprio und Timothé als „absolut verrückt“.

Was für eine Bilanz: Dass ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet werden würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten JOHN DAVIDSON selbst. In den frühen 1980er Jahren wächst John (SCOTT ELLIS WATSON) in einer schottischen Kleinstadt auf, als er im Alter von 12 Jahren beginnt, unter heftigen Nerventicks zu leiden. Mit dem Ausbruch einer erste Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf. Weder in der Schule noch Zuhause werden seine Ticks und spontan ausgestoßenen Flüche als Symptome gesehen, sondern er wird ermahnt, gehänselt und sogar bestraft.

Fast 15 Jahre später lebt John (ROBERT ARAMAYO) mit Mitte 20 noch bei seiner Mutter (SHIRLEY HENDERSON). Er nimmt so starke Medikamente, dass ihm die Nebenwirkungen fast jeden Lebensmut rauben. Die zufällige Begegnung mit seinem Schulfreund Murray und dessen Mutter Dottie (MAXINE PEAK) bringt endlich eine Wendung. Dottie ist Krankenschwester und akzeptiert John, wie er ist. Sie nimmt ihn in ihrer Familie auf und findet sogar einen Job für ihn als Assistent des Gemeindezentrum-Hausmeisters Tommy (PETER MULLAN). Ein aberwitziges Vorstellungsgespräch, bei dem Tommy wie kein anderer auf Johns Ticks-Flüche reagiert, legt den Grundstein nahe für eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Und langsam findet John den Mut und die Zuversicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und erkennt, wie wertvoll seine Erfahrungen auch für andere sind.

Als perfekte Mischung aus sozialrealistischem Drama und warmherziger Underdog-Komödie vereint dieser erstaunliche, wunderbare Film gleich zwei große britische Kinotraditionen. Basierend auf dem Leben des echten John Davidson, der schon im Zentrum mehrerer BBC-Dokumentationen stand, erzählt „Verflucht Normal“ mit einfühlsamen Humor und atmosphärischer Wärme davon, wie er trotz seiner Tourette-Erkrankung, trotz Ausgrenzung und mangelndem Verständnis seinen Weg findet und schließlich zu einem der bekanntesten Aktivisten für mehr Tourette-Aufklärung wird.

In seinem Heimatland Großbritannien avancierte der Film nicht nur zum absoluten Publikumsliebling und Box Office-Hit, sondern erhielt auch diverse Auszeichnungen.

Der Film endet mit dokumentarischen Szenen aus dem Leben des realen John Davidson.    (= 5 PÖNIs).

 

2.)       WEITERSPIELEN. Titel = „TICKET INS LEBEN“ von Jean-Pierre Améris (Co-B + R; Fr 2024; Co-B: Marion Michau; K: Pierre Milon; ; 91 Minute; deutscher Kino-Start: 28.05.2026). Der Chansonnier Antoine (GÉRARD DARMON) ist in seinem Heimatland seit Jahrzehnten ein gefeierter Star. Als er auf der Bühne zusammenbricht, scheint das Ende seiner Karriere besiegelt. Frustriert plant er seinen (Lebens-)Abgang und nimmt den nächsten Zug nach Genf. Doch die Reise verläuft anders als geplant, denn in seinem Abteil begegnet ihm die temperamentvolle Victoire (VALÉRIE LEMERCIER), ein glühender Fan des Sängers und voller unerschütterlichem Optimismus. Antoine will sie schnellstens loswerden, doch SIE lässt sich schwer abwimmeln und bringt, ohne es zu ahnen, seine Pläne ins Wanken. Und, mehr oder weniger, stakst ihm die quirlige Nervensäge – lang-wie folgsam – an die Seelenteile. Und nervt auch, mitunter ziemlich ungalant, den beteiligten Freund des Sängers, den Manager. Auf dass Antoine schon mal zwischendurch Bilanz zieht: „Dies ist der reinste Hindernislauf, wenn man sterben will“.

Der Film teilt französische Freundlichkeit aus, mit unerwarteten Neuanfängen und nettem (Liebes-)Glück. In der Art  (= 3 PÖNIs).

3.)       TIERISCH-FREUNDLICH. Titel = „DAS GLÜCK HAT ACHT ARME“ von Olivia Newman (Co-B + R; USA 2025; Co-B: John Whittington; nach dem gleichnamigen Roman von Shelby Van Pelt/2022; K: Ashley Connor; 111 Minuten; deutscher HEIMKINO-Start: 08.05.2026/Netflix). Was gefällt mir? Nun –  dass wir uns in einem Aquarium befinden. In Sowell Bay. Wo nachts als Reinigungskraft die 70jährige Witwe Tova Sullivan (SALLY FIELD) wirkt. Also arbeitet. Ihr Gatte ist vor zwei Jahren verstorben, und zu allem Unglück verschwand ihr Sohn Erik vor 30 Jahren beim Segeln spurlos. Tova hat sich mittlerweile, also inzwischen, mit der Pazifischen Riesenkrake namens MARCELLUS im Aquarium angefreundet. DIE vermag zwar nicht mit den Menschen-allgemein zu sprechen, dafür aber MIT UNS. Menschen. Also wir hören sie. Als interessante filmisch-wortreiche Kommentatorin. Wenn sie Menschen zum Beispiel für unfähig in Sachen Kommunikation hält. Auch hier  – in der Art. Mischt sich DAS CLEVERE TIER mit-ein.

Die eifrige Reinigungsfrau; die sympathische rötliche Riesenkrake; die ihre Gefangenschafts-TAGE zählt (1401; 1423; 1431) ; Menschen davor, Tiere hinter Glas. Angeführt von SALLY Margaret FIELD, die mittlerweile zu den höchstdekoriertesten Schauspielerinnen der USA zählt: Sie gewann zwei „Oscars“ (jeweils für Hauptrollen); zwei „Golden Globes“ ; dreimal den Emmy Award und den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes 1979. SIE öfters zu begleiten, wie in diesem tierischen Bassin-hier, füllt die Filmzeit. Unaufdringlich. Mit tierischen Gefühlen. Emotionen. Wenn sich „Menschen“ an/in diesem tierischen Gefälle bewegen, passiert nicht viel; wenn dagegen DAS TIER ackert, läutet der Spaß mitunter. In der Art.

Ach so ja  –  2013 wurde SALLY FIELD zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt  (=  3 PÖNIs fürs Tier; 2 PÖNIs für Nicht-so-dolle-Menschen drumherum).

4.)       TYPISCH-DEUTSCHISCH. Titel =  „SOMMER AUF ASPHALT“ von Simon Ostermann (D 2025; B: Brix Vinzent Koethe; frei nach dem Roman „Pedalpilot Doppel Zwo“ von Wolf Schmid; K: Johannes Greisle; M: Linda-Philomène Tsoungi; 92 Minuten; deutscher Kino-Start: 04.06.2026).  Wenn deutsche Kinofilme starten, ist oft klar, das‘ wird ’ne typisch deutsch-trockene Angelegenheit. Mit Krankheit(en) und auch heimischen Problemen. Die Story: Les (MALA EMDE). Lebt schnell, spontan und unbeschwert. Lesen wir im Presseheft. Tagsüber rast sie als Fahrradkurierin durch die Stadt, nach Feierabend stürzt sie irgendwo mit ihren Freunden ab. Anhalten, innehalten oder sich Gedanken über Morgen, die Zukunft, machen? Nö. Nicht mit Les. Zumindest nicht, bis ihr Vater Bert (CHRISTOPH MARIA HERBST) – mit dem sie eigentlich so gut wie keinen Kontakt hat – unerwartet vor der Tür steht. Und nach einem Unfall ungefragt für seine Tochter aufs Rad steigt. Als Les dann auch noch von ihrer ungeplanten Schwangerschaft erfährt, ist sie vollends in einer neuen Realität angekommen. Um dabei auch noch den Hirntumor bei ihrem Vater Bert mit einzubinden. Abzubekommen. „Der Film versucht über die konfliktreiche Vater-Tochter-Beziehung  = Generationenkonflikt, Großstadtprekarität und Krankheitsdrama miteinander zusammenzubringen. Dabei verliert er sich aber in fernsehfilmartiger Gemütlichkeit und den routinierten Schauspielmanierismen des Hauptdarstellers“ (Filmdienst).  (= 2 PÖNIs).

 

5.)       M U S I K  =    Passiert auch nicht oft: Werde mit einem  mir unbekannten Song der   PET SHOP BOYS   konfrontiert, Titel:  „It’s  alright“.  Ein Wochen-Hit !

Danke für die Glückwünsche  und    Beste Grüße  an die Gemeinde zurück:
PÖNI Pönack  mit vielen guten Taten und Wünschen

 

kontakt@poenack.de

 

 

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