1.) FEMININES MEISTERSTÜCK. Titel =„ROSE“ von Markus Schleinzer (Co-B + R 2024; Co-B: Alexander Brom; Ö/D 2024; K: Gerald Kerkletz; M: Tara Nome Doyle; 93 Minuten; deutscher Kino-Start: 30.04.2026).
In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, seit langem Erbe eines Gutshofs zu sein und vermag ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinde. Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen. Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn – wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich.
Das Historiendrama ist im 17. Jahrhundert angesiedelt. Handelt von einer Frau, die sich als männlicher Soldat verkleidet Integration in eine abgeschiedene Dorfgemeinschaft erhofft.
Die Hauptrolle übernahm SANDRA HÜLLER. Ihre Figur ist inspiriert von zahlreichen dokumentierten Berichten über als Männer verkleidete Frauen in der europäischen Geschichte.

SANDRA HÜLLER; geboren am 30. April 1978 in Suhl, ist eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin und -dozentin. 2024 wurde sie von der National Society of Film Critics für ihre Rollen in „Anatomie eines Falls“ und „The Zone of Interest“ als „beste Schauspielerin ausgezeichnet. Für ihre Rolle in „Anatomie eines Falls“ wurde sie zudem mit dem César ausgezeichnet sowie für den „Golden Globe“ und „Oscar“ nominiert.
Seit 2016 gehört Sandra Hüller außerdem dem freien Theaterkollektiv FARN.collective an.
Für den Österreicher Markus Schleinzer ist „ROSE“ der dritte realisierte Spielfilm als Regisseur. Das Skript zum Film verfasste er gemeinsam mit Alexander Brom. Als Inspiration für die Titelfigur dienten beiden zahlreiche dokumentierte Berichte über als Männer verkleidete Frauen in der europäischen Geschichte. Schleinzer und Brom bemühten sich bei ihrer Recherche um größtmögliche Authentizität (= 4 1/2 PÖNIs)
2.) EXZELLENTER MODE-BUDENZAUBER. MIT THRILLER-CHARME. Titel = „DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2“ von DAVID FRANKEL (USA 2025; B: Aline Brosh McKenna; es handelt sich um eine Adaption des Romans „Revenge Wears Prada: The Devil Returns“ von Lauren Weisberger (2003) sowie um eine Film-Fortsetzung zu „DER TEUFEL TRÄGT PRADA“ von 2006, die am 1. Mai 2026 in die US-amerikanischen Kinos gekommen ist und seit 30. April 2026 in den deutschen Kinos läuft. Rest-Credits: K: FLORIAN BALLHAUS; M: THEODORE SHAPIRO;
MERYL STREEP, ANNE HATHAWAY, EMILY BLUNT und STANLEY TUCCI übernahmen dabei erneut ihre Rollen aus dem Vorgängerfilm.
Beginnen wir von vorne. Ist zwar schon ’ne Weile her, aber längst nicht vergessen: „Der Teufel trägt Prada“ /s. Kino-KRITIK /2006/4 PÖNIs. Und natürlich haben wir es, wunderbar, jetzt wieder mit der göttlichen MERYL STREEP zu tun. Mit bislang 21 „Oscar“-Nominierungen (17 Nominierungen in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ und 4 Nominierungen in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“) hält MERYL STREEP den Rekord als meistnominierte Schauspielerin aller Zeiten.
Und weil sie aktuell wieder ihre köstlichen Auftritte fährt, muss man „Prada 2“ mitnehmen. Also unbedingt anschauen. Füllt den derzeitigen KINO-Unterhaltungscharakter ungemein. (Ohne viel vorab zu berichten). Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, die so späte Fortführung eines bildlichen Leckerlis von vor 20 Jahren dermaßen amüsiert – doppelbödig – erstaunt – genussvoll erlebt zu haben. Worum es geht? Erst einmal werden Teile der bekannten bunten Klamotten-Gemeinde gepfeffert, also gefeuert, dann begibt sich Andrea „Andy“ Sachs – alias ANNE HATHAWAY – unter die lautstarke viele Muschpoke, um bei der Show für reichlich freche Unruhe zu sorgen. Motto: Ich mische mich ein.
Im Lexikon des internationalen Films heißt es: „Die nach einem autobiografisch gefärbten Schlüsselroman flott gestalteten Filmkomödie macht sich über die Modewelt der Eitelkeiten und die ihr anhängenden Branchen lustig, ohne deren Reiz gänzlich in Abrede stellen zu können. In der Hauptrolle faszinierend gespielt, bietet der Film eine amüsante, letztlich aber bekannte Karikatur von Oberflächenreizen“.
Sag‘ ich doch. Und ergänze: Dies ist auch der Abend von STANLEY TUCCI, der seine Bühne als Nigel-Denker und -Lenker stark besetzt. Und, ach so ja, wenn LADY GAGA gegen Ende ihren Song „Runaway“ schmettert, tanzen die Füße mit.
So das ises. SIE wollen mehr erfahren, Mensch, ?, dann stolpern sie doch ins Kino. Wo es derzeit im besten Sinne : SPIELEND abgeht (= 4 PÖNIs).
3.) ERSCHÜTTERND. GRAUSAM. Titel = „ZEUGEN DER WAHRHEIT“ von LIOR GELLER (B + Produktion + R; USA/GB 2024; K: Ivan Vatsov; M: Erez Koskas; 109 Minuten; deutscher HEIMKINO-Pandastorm-Start: 2023-2025). „Zeuge der Wahrheit“ ist der zweite abendfüllende Film des israelisch-US-amerikanischen Drehbuchautors Lior Geller, dessen Kurzfilm „Roads“ aus dem Jahr 2008 den Guinness-Weltrekord für die meisten Auszeichnungen hält, die ein kurzer Studentenfilm gewonnen hat. „Roads“ entstand 2007 als Gellers Abschlussfilm an der Universität Tel Aviv.
Im Januar 1942 errichteten die Nationalsozialisten im besetzten Polen ein geheimes Vernichtungslager. Zwei jüdische Gefangene – u.a. – werden zur Zwangsarbeit gezwungen und treffen im Angesicht des Grauens eine folgenschwere Entscheidung. Sie wagen alles, um die Wahrheit nach außen zu tragen. „ZEUGEN DER WAHRHEIT“ erzählt die bislang kaum bekannte, wahre Geschichte von Solomon Wiener und Michael Podchlebnik und macht die Bedeutung von Zeugenschaft in einer Zeit systematischer Vernichtung erfahrbar. Für „Zeugen der Wahrheit“ recherchierte er über ein Jahrzehnt für den Film und arbeitete dabei mit Historikern der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und den Familien von Solomon Weiner und Michael Podchlebnik zusammen. Das Vernichtungslager Chelmno war das erste von sechs Vernichtungslagern, die die Nazis im Zweiten Weltkrieg ausschließlich zum Massenmord errichteten.
Als der Lagerkommandant Herbert Lange (DAVID KROSS) eine Gruppe von Neuankömmlingen in dem ersten, heimlich in Polen errichteten Vernichtungslager Chelmno begrüßt, versichert er ihnen, sie hätte keinen Grund zur Soge und würden hier gut behandelt. In Wahrheit wurden sie als Totengräber hierher gebracht und müssen die Leichen von Männern, Frauen und Kindern begraben, die in dem Todeslager ermordet wurden.
An einem Nachmittag im Januar 1942 wagt eine Gruppe jüdischer Gefangener einen Fluchtversuch aus dem Vernichtungslager.
„The World Will Tremble“, der Originaltitel des Films, bezieht sich auf die Reaktion des Rabbis, nachdem den beiden Flüchtlingen die Rückkehr in ihr Dorf gelungen ist und er zunächst ungläubig ihrer Geschichte lauscht. In dem Film spielen Oliver Jackson-Cohen und Jeremy Neumark Jones die zwei jüdischen Häftlinge, die dem Vernichtungslager Chelmno entkamen und als erste Augenzeugen die dort verübten Gräueltaten der Nazis schildern konnten.
Solomons Aussage war der erste Augenzeugenbericht über den Massenmord der Nazis an Juden. Der jüdische Untergrund schmuggelte ihn nach London, wo er im BBC-Radio am 26. Juni 1942 ausgestrahlt wurde. Dies war der erste Nachrichtenbericht über den Holocaust. Nach dem Chelmno Gaswagen Prototyp gingen die Nazis bald zu Gaskammern in Lagern wie Treblinka und Auschwitz über. Von den 220.00 Juden, die nach Chelmno deportiert wurden, überlebten nur vier.
Im Abspann verwendet der Film eine BBC-Sendung von Juni 1942, in der die beiden Männer als erste Augenzeugen an den Juden über den Holocaust berichten. Zudem zeigt der Film in Ausschnitten ein Interview des betagten Michal Podchelebnik einige Jahrzehnte später, in dem er beschreibt, wie er die Leichen seiner Familienmitglieder entdeckte. (= 4 PÖNIs)
4,) TV-TIPP = Wenn es um Krimi-Schwachstellen bei den ARD-„TATORT“-Filmen geht, dann vor allem bei denen aus der Schweiz. An diesem SONNTAG (3.5.) ist es wieder einmal so weit. Unter dem Titel „KÖNIGE DER NACHT“ meldet sich wieder einmal unser Nachbar. Bin skeptisch und hoffe, dass der neueste Film von dort funktioniert. Nach der 20.15 Uhr-Ausstrahlung wird meine Kritik auf den bekannten Kanälen publik gemacht.
5.) MUSIK = Ihn habe ich immer besucht, wenn er in Berlin auftrat. Denn seine KONZERTE waren ständig ein musikalischer Hammer. Die Rede ist von JOE COCKER. Und ER pfeffert gerade über meinen Plattenspieler. Mit dem Song „NIGHT CALLS“ . Motto – hören. Spaß-haben: Okay?
Gesittete Mai-Grüße aus der sonnigen Hauptstadt,
PÖNI Pönack
