PÖNIS BLOG 385 (24.4.2026): „DIE REICHSTE FRAU DER WELT“; „MICHAEL“; „KILL BILL“; „TATORT WIEN“; MUSIK

1.)        DIE WUNDERBARE STARKE FRAU. Titel = „DIE REICHSTE FRAU DER WELT“ von Thierry Klifa (Co-B + R; Belgien/Fr 2024;  Co-B: Cédric Anger; Jacques Fieschi; K: Hichame Alaouie; M: Alex Beaupain; 121 Minuten; deutscher Kino-Start: 23.04.2026).  In der Realität spielte sich DAS zwar anders ab, aber „so“, so wie jetzt, ist es auch stark gefällig. Der vornehmliche Grund: ISABELLE HUPPERT. SIE ist Die, die hier alles, also das Meiste, lenkt. Führt. Bestimmt. „Ihre Geschichte“ basiert auf wahren Begebenheiten, informiert ein Insert am Anfang, „und streckenweise ist sie mehr als nur lose angelehnt an das Leben und die Skandale der L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt, die auch schon Gegenstand eines Theaterstücks, eines Romans und einer True-Crime-Reihe  Netflix-Dokuserie waren“ („epd-film“). Die reichste Frau der Welt. Marianne Farrère, Erbin eines riesigen Kosmetikimperiums. Absolut. Total. Voller Schönheit, in  einer faszinierenden, blendenden Maske. Intelligent, sehr, und mit grenzenloser Macht hantierend. Die sagenhaft ausströmt. Ganz locker. Was SIE erklärt, ist Befehl-PUR. Sozusagen Anweisung(en)-TOTAL. Und nun, sagen wir vermeintlich, jetzt im vorgerückten Alter, ein Zauber der Liebe. Hat sich vehement angemeldet. Eingeschlichen. Und SIE spielt gesellschaftlich mit. Sozusagen plötzlich von stocksteif gen locker. „Nur“ weil sie einem Fotografen trifft, gefüllt mit vollem, unverschämten Ehrgeiz. Bei einem Fotoshooting begegnet ihr der Pariser Schriftsteller und Fotograf Pierre-Alain Fantin (LAURENT LAFITTE). Aus diesem Treffen entwickelt sich eine enge und zugleich ambivalente Begegnung, Mit viel Wahnsinn-Charme. Geprägt von Bewunderung, Faszinations-Heuchelei und (An-)Spannung. Dass DAS, also DER, ein Arschloch ist  …, es wird fortan „umfangreich“. Bedeutet  – während die Chefin lachend-triumphierend mit ihrem Massengeld umgeht, sieht sie sich mit familiären Geheimnissen, wechselnden Loyalitäten und einer Reihe immer heiklerer emotionaler und finanzieller Verstrickungen konfrontiert. Was für ein Vergnügen, dabei zuzusehen. Sich DAS ANZUHÖREN. DIE-DRUMHERUM können nur „empört“ staunen. Und wir mit.

Apropos: Mit kreativer Bosheit nistet er sich ein – in den altehrwürdigen Tempel dieser Familie und ihrem fassungslos-grenzenlosen LUXUS. Und da ist ja auch noch eine Tochter, die um ihr Erbe, die beschädigte Familie und die Liebe ihrer Mutter kämpft. Und ein Butler, der mehr weiß als er sagt. Über, wie gesagt, Familiengeheimnisse und fragwürdige Spenden in astronomischen Höhen. ES wirke das rasante private Kriegstreiben. Wo viel mehr erlaubt ist als … eigentlich. Üblich. Bei solchen Ganz-Ganz-Ganz-USW-Reichen.

Was für ein Juwel von Film. Mit dieser wunderbaren ISABELLE HUPPERT (= 4 1/2 PÖNIs).

2.)        DER POP-HELD.  Titel = „MICHAEL“ von Antoine Fuqua (GB/USA 2024; B: John Logan; K: Dion Beebe; M: Lior Rosner; 128 Minuten; deutscher Kino-Start: 23.04.2026).  ER ist einer der einflussreichsten Künstler aller Zeiten  – der KING OF POP. „MICHAEL“ ist das Portrait eines Ausnahmekünstlers, dessen Musik die Welt bewegt und jede Generation bis heute inspiriert hat. Der Spielfilm erzählt die Geschichte von Michael Jacksons-Leben, weit über die Musik hinaus. Er zeichnet seinen Weg von der Entdeckung seines außergewöhnlichen Talents als Leadsänger der Geschwister-Band Jackson Five bis hin zu dem visionären Künstler, dessen kreativer Ehrgeiz ihn antrieb, ein Spitzen-Entertainer zu werden. Von einigen seiner legendären Auftritte aus seiner frühen Solokarriere bis zu seinem Leben abseits der Bühne  – das Publikum hat einen Platz der ersten Reihe bei einem speziellen Blick auf das Leben der Pop-Ikone. Wo seine Geschichte beginnt. Dabei setzt der Film vor allem auf imposant inszenierte Konzertszenen, bei denen der Hauptdarsteller JAAFAR JACKSON, der Neffe des Popstars, diesen nahezu perfekt verkörpert. Er gibt mit „MICHAEL“ sein Spielfilmdebüt. Neben ihm sind u.a. Nia Long („Boyz n the Hood – Jungs im Viertel“) und Laura Harrier („Spider Man“) zu sehen. „Die Musiknummern sind imposant inszeniert …   der ständig brodelnde Konflikt mit dem herrschsüchtigen Jackson-Vater wird ausformuliert („Filmdienst“). Der Pop-Gigant oder  – Der Star des Films sind der überragende JAAFAR JACKSON und seine phantastischen Auftritte (= 4 PÖNIS).

3.)        WESTERN-LEGENDE.  Titel = „KILL BILL: The Whole Bloody Affair“ von QUENTIN TARANTINO (B + R; USA 2003/2004/2024; K: Robert Richardson; M: Robert Rodriguez; 253 Minuten; deutscher Kino-Start: 16.05.2025). Die beiden Quentin Tarantino-Kinofilme „Kill Bill: Vol. 1“ und „Kill Bill: Vol. 2“ sind Kultkinofilme. Mit „KILL BILL: THE WHOLE BLOODY AFFAIR“ ist nun erstmals d i e Fassung in die deutschen Kinos gekommen, die Tarantino ursprünglich konzipiert hatte: Beide Filme vereint zu einem einzigen 4 1/2 Stunden langen Epos  – ungekürzt mit nie zuvor gezeigten Szenen. Als besonderes Highlight wird der Film neben der digitalen Fassung auch in Deutsch, OV und OmU als analoge 70mm-Kopie (OV) gezeigt. Präsentiert wird der Film mit einer klassischen 15-minütigen Pause.

In Quentin Tarantinos Action-Western, wie ich ihn kenne und nenne, geht UMA THURMAN als namenlose Braut auf einen blutdurchtränkten Rachefeldzug. Nachdem ein brutales Attentat ihres Ex-Geliebten Bill (DAVID CARRADINE) sie ihr ungeborenes Kind gekostet und sie in ein vierjähriges Koma gestürzt hat, plant die ehemalige Auftragsmörderin nun ihre kompromisslose Vendetta – und kämpft sich Leiche für Leiche zu Bill durch. Denn der Vergeltung an ihrem Peiniger stehen die vier Mitglied des Deadly Viper Assassination Squads im Weg: Vorstadthausfrau Vernita Green (VIVICA A. FOX) und Yakuza-Chefin O-Ren Ishii (LUCY LIU), Bills Bruder Budd (MICHAEL MADSEN) und seine rechte Hand, die ruchlose Elle Driver (DARYL HANNAH). 

„Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ präsentiert Tarantinos Vision so, wie er sie immer beabsichtigt hatte. Die bereits legendäre Fassung feierte ihre Weltpremiere 2006 außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen in Cannes  – und verschwand danach für Jahre im Tresor. Bevor sie Tarantino in die ultimativen Fassung brachte und dem Publikum nunmehr „komplett“ vorzeigt: mit dem ikonischen Kampf gegen die Crazy 88 vollständig in Farbe (statt teilweise in Schwarzweiß), einer erweiterten, siebenminütigen Anime-Sequenz und einer Pause zwischen den beiden Akten.

P.S.: Der „neue, vervollständigte Tarantino-Film feierte am 23. Mai 2004 bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere und wurde am 27. März 2011 in Tarantinos New Beverly Cinema gezeigt. Tarantino erklärte, er habe mit der Veröffentlichung gewartet, bis er die Rechte an dem Film erworben hatte und glaubte, dass die Einladung des Publikums in sein Kino dem Film mehr Bedeutung verleihen würde. Na dann schauen wir (noch-)mal  (= 4 PÖNIs).

4.)        T V – TIPP:   Am SONNTAGABEND (20.15 Uhr) kämpft sich der ARD-TATORT-KRIMI diesmal durch Wien. Wo bekanntlich, nunmehr zum vorletzten Mal, Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser im Krimi-Kampf antreten. Dabei verzichtet dieser TATORT auf persönliche Abschiedstöne. Stattdessen zeigt er das Duo so wie man es überwiegend kennt: ruhig und professionell. Der Titel heißt diesmal übrigens „GEGEN DIE ZEIT“.   Nach der Ausstrahlung ist meine Kritik, wie gewohnt, auf allen bekannten Kanälen zu empfangen.

5.)        M U S I K  =  Ich war SEHR gerne in Frankreich. Genauer gesagt – in der BRETAGNE. Und dort lautete die musikalische Richtung öfters JOE DASSIN  (5.11.38 – 20.8.1980).  Seinen Gesangstitel  „Et si tu n‚existais pas“ gehört zu mein Lieblings-Chansons: „Und wenn du nicht existieren würdest, sag mir, warum sollte ich existieren?“. Melancholie -Stimmung ist momentan annonciert. Ein Erst-TSCHÜS nach Wien.

Mit BERLIN-Grüßen von PÖNI

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