PÖNIS BLOG 384 (17.04.2026): SOUNDTRACK: „VIER MINUS DREI“; „NORMAL“; „PARIS MURDER MYSTERY“; „TATORT“; MUSIK

0.)       Anfang der 1970er-Jahre wird Berlin-Kreuzberg zum Experimentierfeld einer Gegenkultur  – und die Band Ton Steine Scherben liefert den Soundtrack zur Revolte. Doch was ist von diesem Aufbruch geblieben? Der Dokumentarfilm „SCHERBENLAND“ von Lutz Pehnert und Ferdinand Hübner folgt den Spuren dieser Zeit und lässt die Hymnen der Scherben auf die Songs der Gegenwart treffen, von Musiker/Innen wie Maike Rosa Vogel und dem Rap-Trio RAPK. Ihre Lieder erzählen vom Leben und Alltag in einem Kiez zwischen Mythos, Gentrifizierung und ungezähmter kultureller Energie. Ein Film über Musik und Poesie als Widerstand, damals und heute. Mit der Frage, ob beides noch immer die Kraft hat, eine Stadt zu verändern. „SCHERBENLAND“ feiert am 21. April seine Weltpremiere im Rahmen des achtung berlin Filmfestivals.  Kinostart ist der 30. April. 

 

1.)        DER FILM SCHMERZT. RICHTIG. Titel = „VIER MINUS DREI“ von Adrian Goiginger (Co-Produktion und Regie; Ö/D 2024; B: Senad Halibasic´; Drehbuchvorlage war der gleichnamige, 2010 erschienene Erlebnisbericht und Bestseller der Österreicherin Barbara Pachl-Eberhart; K: Paul Sprinz; M: Arash Safaian; 120 Minuten; deutscher Kino-Start: 16.04.2026). 

Der Film schmerzt. Aber nicht „nur“ „so“, im Kinositz, sondern tatsächlich. Ich wünsche mir, versehen mit vielen traurigen Schmerzen, dass dies fiktional sei, wie sonst fast immer, weiß aber, dies geht hier nicht. Motto: Ein Clown sein, eine ClownIN, ist mit allen In-Programmen ausgestattet.

Während wir erleben  – wie geht Mensch, wie KANN MENSCH mit diesem ungeheuerlichen Schmerz umgehen. Der eine tiefe Seelenlast beinhaltet.

Ich brauche Luftpausen.

Eine Familie hat sich gefunden. Mutter Barbara, Papa Heli Eberhart, die gemeinsamen Kinder Thimo und Fini. Als professionelle Clowns nehmen sie das Leben/das Dasein nicht zu ernst. Wissen, dass man auch über DAS LACHEN kann, was misslingt. Als Barbara wie aus dem Nichts durch einen Autounfall ihre Familie verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Es wirkt, es ist grausam. Du bist doch Clown. Du bist lebender Humor. Und Nun? Der Verlust lässt die Mutter verzweifeln.

Wir sehen ihr zu. Worte prallen herum. Bisweilen sind sie schwierig zu hören. Aufzunehmen. Und dann verstehen wir  – Barbara fängt an mit dem Bemühen, mit Trauer umzugehen. Schritt für Schritt erkennt sie, dass das Leben trotz allem weitergeht, wenn man es nur wagt, ihm neu zu begegnen.

Diese sagenhafte Schauspielerin. Was für eine verbale Kraft. „Überhaupt wäre der Film kaum denkbar ohne die herausragende Leistung von VALERIE PACHNER („Ein verborgenes Leben“). Nuancierter vermag man diese aus dem Gleichgewicht geworfene Barbara-Frau kaum spielen. In zahlreichen Nahaufnahmen sieht man ihr Gesicht, auf dem stets ein latentes Lächeln liegt. Tapfer schaut sie in die Zukunft, will das Leben nicht aufgeben und muss ihre Trauer doch ständig mit Alltag, Unverständnis und etlichen Rückschlägen privater und beruflicher Natur teilen. Was für eine großartige Schauspielkunst, ohne Pathos und falsche Mimik („Filmdienst“). Was für eine sensible Stärke. Was für eine ungeheuerlich gute, überzeugende, grandiose Ausnahmeleistung! Die stark unter die Haut geht. Begleitet mit imposanter Unterstützung von ROBERT STADLOBER („Führer und Verführer“) als atmosphärischer Partner und lustiger Clownie.

Diesen Film mag ich. Will ich. Gerne-gerne haben. Empfehlen. Emotional wie gedanklich ein Volltreffer (= 4 1/2 PÖNIs).

 

2.)        Klasse-WESTERN IN DER AMI-PROVINZ!   Titel = „NORMAL“ von Ben Wheatley (USA 2024; B: Derek Kolstad (Co-Produktion + B;  Co-Prod. + Hauptdarsteller Bob Oderkirk; K: Armando Salas; M: Harry Gregson-Williams; 90 Minuten; deutscher Kino-Start: 16.04.2026). Manchmal tut SO ETWAS gut. Ein Ami-Western. Aktuell. Mit Pfeffer. Und Action-Power. Dabei – ganz abgeschieden. Irgendwo am, pardon, Ami-Asch-der-Welt. Spielend.

Du bist – an sich – ein verträglicher Kerl. Nach privaten Differenzen, bei dir Zuhause, verbunden mit allgemein-ungeklärtem beruflichem Zoff, hat es Dich nun in eine willkommene Aus-Zeit verschlagen. Als Aushilfs-Sheriff. Nein, anders-formuliert: Eigentlich sollte die vorübergehende Versetzung in die verschlafene Kleinstadt Normal für Sheriff Ulysses  (was für ein uriger Nachname) Erholung bedeuten. Beziehungsweise: Ulysses (BOB ODENKIRK) ist der neue Sheriff der Kleinstadt Normal im US-Bundesstaat Minnesota. Er hat den Posten vorübergehend übernommen, für 8 Monate, heißt es, nachdem sein Chief-Vorgänger aus ungeklärten Umständen starb. Möglicherweise nicht zufällig. Oder so. In Normal, also in Mini-Town, kennen sich sozusagen fast alle der rund knapp 2000 Alt- und Jung-Wohnlinge. Hier herrscht meistens Ruhe, hört Ulysses dauernd. Aus der Nachbarschaft. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Denn hinter den Kulissen erweisen sich „Aktionen“ der Einwohner als „doppeldeutig“. Gerne auch als „tückisch“ bekannt. Unser Sondersheriff muss einiges erleben. Ertragen. NORMAL erweist sich als alles andere als normal. Zum Beispiel: wenn es darum geht, dass diese kleine Stadt-hier floriert, weil die YAKUZA hier ihre „verdienten“ Einnahmen besonnen goldig lagern. Auf dass die einheimische Polizei mehr mit „Kleinigkeiten“ als mit „Tatsächlichem“ zu tun bekommt. Von wegen. Oder so ähnlich.

In NORMAL trifft exzellente Action-Power auf extrem viel schwarzen Humor, was Ulysses  lauthals in Schwung bringt. Also setzt. Will sagen  – Waffen gibt es genug hier. Wenn es darum geht, einen Banküberfall „zu erledigen“. Der Sturm fegt auch ganz schön durch die Region. Und was sonst noch so hier windet. Bei den eifrigen Bürgern jedenfalls ist reichlich „Stimmung“ angesagt.

Der Emmy-prämierte BOB ODENKIRK („Better Call Saul“) tobt turbulent in der Hauptrolle herum und beweist einmal mehr sein umfangreiches Gespür für Rollen , die hinter dosiertem Maskenball überraschen. Und als weitere „nette“ Player tauchen Promis wie u.a. HENRY WINKLER („Black Adam“) und LENA HEADEY („Game of Thrones“) auf. Wie prima!

BRAVO. Manchmal besitzt DIESES Unterhaltungs-KINO richtig kernige gute Abwechslungsmotive. Motto: Was für eine tolle Action-Zufuhr. Klappt. (= 4 PÖNIs).

 

3.)       TROCKENE SPANNUNG. Titel = „PARIS MURDER MYSTERY“ von Rebecca Zlotowski (Co-B  + R; Fr 2024; Co-B: Anne Berest; Gaelle Macé; K: George Lechaptois; M: Rob; 105 Minuten; deutscher Kino-Start: 16.04.2026). Die Amerikanerin Lilian Steiner (JODIE FOSTER /mit ihrer deutschen Stimme HANSI JOCHMANN) lebt seit Jahren in Paris und hat sich dort einen Namen als exzellente Therapeutin gemacht. Als ihre Patientin Paula (VIRGINIE EFIRA) unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, ist sie aufgebracht. Fassungslos. War es wirklich Selbstmord, wie die Polizei rasch annimmt? Oder hat jemand sehr geschickt nachgeholfen? Zusammen mit ihrem Ex-Mann Gabriel (DANIEL AUTEUIL), der noch immer nicht von ihr lassen kann, begibt sich Lilian auf eine Spurensuche, um dem Geheimnis von Paula auf die Spur zu kommen.

Hört sich spannender an als es tatsächlich ist. Die zweifache „Oscar“-Preisträgerin JODIE FOSTER ist zurück auf der Leinwand , kommt aber zu oft zu viel zum Schwatzen. Um endlich heraus-zu-kriegen, was beziehungsweise warum was passiert ist. Dabei überrascht eine schroffe Psycho-Jodie Foster, die Hitchcock-Krimi-Charme entwickelt, aber auch mitunter viel zu behäbig agiert. Und die Kollegen/Inn Daniel Auteuil sowie Virginie Efira bisweilen zu sehr abdrängt. Von den von der Regisseurin angepeilten „detektivischen Untertönen“ bleibt zu wenig (= 3 PÖNIs).

 

4.)        TV – TIPP =  Der Sonntagabend ist gebucht. Hier hat sich einmal mehr die ARD mit ihrem TATORT-Krimi festgesetzt. Die Folge führt diese Woche in den Schwarzwald. Wo unter dem Titel  „INNERE ANGELEGENHEITEN“   das Gespann Franziska Tobler (EVA LÖBAU) und Friedemann Berg (HANS-JOCHEN WAGNER) ermitteln. Ausgangspunkt: Ein Mord im Freiburger Nachtclub führt das Team direkt in eine hochexplosive Situation. Nach der Ausstrahlung steht meine Kritik – wie gewohnt – auf allen bekannten Kanälen.

5.)        M U S I K =   BRUCE SPRINGSTEEN.  Ein Name. Ein Hammer.   Eine Wucht.     EIN SONG MIT SCHMACKES   und Mutti:

Liebe  Grüße gen London from Berlin:

PÖNI  Pönack

Post: kontakt@poenack.de

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