PÖNIS BLOG 383 (10.04.2026): MARIO ADORF; „DER MAGIER IM KREML“; Mel Gibson; „TATORT KÖLN“; „DER ROSAROTE PANTHER“

Jetzt hat auch ER sich verabschiedet: MARIO ADORF. Er wurde 95 Jahre alt. Sein Lebensweg war anfangs alles andere als vergnüglich. Im Gegenteil , es war überaus steinig. Was IHN aber eher anspornte. Als etwa abstieß. MARIO ADORF wurde am 9. September 1930 als uneheliches Kind einer deutschen Röntgenassistentin und eines italienischen Chirurgen in Zürich geboren. Wohin sich seine schwangere Mutter geflüchtet hatte aus Angst, ihr Kind könnte ihr in Italien entzogen werden. Doch die Schweiz wies sie aus, und so zog sie ins Örtchen Mayen in der Eifel, wo sie sich mehr schlecht als recht als Näherin verdingte und ihren dreijährigen Sohn aufgrund finanzieller Not ins Waisenhaus geben musste. Dort blieb er bis zum Kriegsbeginn 1939. Eine lieblose karge Kindheit war das. Aber der vorlaute Schüler schaffte das Abitur, und getrieben vom Wunsch, mehr zu lernen, als seine vom Nationalsozialismus geprägten Lehrer vermitteln konnten, schrieb er sich 1960 an der Universität Mainz ein  – und studierte nicht weniger als sechs Fächer: Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musik und Theaterwissenschaft. Gleichzeitig beginnt er sich Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch und Italienisch anzueignen. Nebenbei boxt er in einer Studentenstaffel. Für die Studentenbühne betätigt sich Mario Adorf als Bühnenmaler, Kostümbildner und Schauspieler. Er engagiert sich beim Caritas-Verband als Sozialarbeiter und jobbt unter anderem in der Bimssteinindustrie. Zudem erwog er eine Karriere als Bildhauer. In den Semesterferien malochte er in 60-Stunden-Wochen auf dem Bau. Nach dem 4. Semester wechselt er an die Universität Zürich. Am dortigen Schauspielhaus wird er Statist und Regieassistent. Kurz darauf bricht er das Studium ab. Geht nach München und wird 1953 auf der Schauspielschule aufgenommen. Er nimmt Gesangsunterricht und profiliert sich  ab 1954 in kleineren Rollen an den Kammerspielen.
Nebenbei arbeitet er auf dem Bau. 1955 wird Mario Adorf in das Ensemble der Münchner Kammerspiele übernommen. Parallel wirkt er in Spielfilmen mit: Sein Leinwand-Debüt hat er in der Kommiss-Trilogie „08/15“. Der Lockruf der Bühne wurde derweil stärker und brachte ihn zunächst an seinen Geburtsort, wo er als Statist am renommierten Schauspielhaus arbeitete. Dann brach er endgültig sein Tausendsassa-Studium ab und machte eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Dort wurde er schließlich festes Ensemblemitglied. Die Filmwelt wurde auf den attraktiven Darsteller mit dem männlich-markanten Äußeren aufmerksam. – 221 Filme und TV-Auftritte sollten es insgesamt werden. – 1958 kommt sein Durchbruch: Für seine Darstellung des debilen Massenmörders in „Nachts, wenn der Teufel kam“ wird er mit dem Bundesfilmpreis geehrt. Allerdings: Durch diese düstere Rolle wird er fortan auch als Schurken-Darsteller festgelegt. Auch deshalb wechselt er nach Italien, wo er dann in der 60er-Jahres verstärkt arbeitet.

Ab hier könnte ich Seitenfüllend seine Riesenlisten aufführen, seine vielen, vielen Filme benennen, mit denen er ein faszinierendes Publikum international zu binden verstand. In den Statistiken steht zum Beispiel: Mario Adorf hält es für einen Fehler, eine Rolle in Billy-Wilders-Kultfilm „Eins, Zwei, Drei“ abgelehnt zu haben (= er wollte den „ersten Russen“ spielen und nicht „den dritten“). UND:  In den 80er-Jahren beginnt für Mario Adorf das „Silberschläfenfach“, und er begeistert beispielsweise in der TV-Serie „Kir Royal“ von Helmut Dietl als reicher Geld-Fatzke, als rheinländischer Klebstoff-Fabrikant Haffenloher, mit großkotziger Attitüde („Ich scheiß Dich‘  sowas von zu mit meinem Geld, dass Du keine ruhige Minute mehr hast“). Lautet sein „Angebot“ an den Klatschreporter Baby Schimmerlos“ /Franz Xaver Kroetz).

MARIO ADORF, besten Dank für Deine sagenhaften, wunderbaren einzigartigen Künstler-Jahre.  Dir zuzuschauen, Dich zu erleben, Dich in den Lichtspielhäusern und Bühnen-Palais „zu treffen“, war eine Wonne. Eine Wucht. Ein Lebensgewinn. Man sieht, man trifft sich demnächst bestimmt wieder. Ich freu‘ mich schon drauf. Wenn ich das mal jetzt – satirisch-gehaucht – empfinden darf.

 1.)        RUSSE. RUSSEN. Titel = „DER MAGIER IM KREML“ von Olivier Assayas (Co-B + R; USA/GB/Fr 2024; Co-B: Emmanuel Carrére; basierend auf dem Roman von Giuliano Da Empoli/2022; K: Yorick Le Saux; M: Thurston Moore; Franco Battiato; 152 Minuten; deutscher Kino-Start: 09.04.2026). Russland, Anfang der 1990er-Jahre. Die UdSSR ist zusammengebrochen. Mitten im Chaos eines Landes, das sich neu finden muss, macht ein äußerst intelligenter junger Mann, Wadim Baranow (PAUL DANO), Karriere. Zunächst Avantgarde-Künstler, dann Produzent von Reality-TV-Shows, wird er inoffizieller Berater eines ehemaligen KGB-Agenten, der die absolute Macht an sich reißen soll, dem Mann, der bald als „Der Zar“ bekannt sein wird, Wladimir Putin (JUDE LAW). Tief im Herzen des Systems wird Baranow zum Strippenzieher des neuen Russlands und prägt Reden, Sichtweisen und Fantasien. Nur eine Figur entzieht sich seiner Kontrolle: Ksenia (ALICIA VIKANDER), eine freiheitsliebende und unabhängige Frau, die die Möglichkeit der Flucht verkörpert – weit entfernt von politischer Macht und Einfluss.

Fünfzehn Jahre nach seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit ist Baranow bereit auszupacken. Was er offenbart, verwischt die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion, Glaube und Strategie. „DER MAGIER IM KREML“ ist ein Abstieg in die dunklen Korridore der Macht, wo jedes Wort einem Plan dient und den Lauf der Welt verändern kann. Also will.

Wenn wir spannende, fiktionale Polit-Realität in dieser atemberaubenden Funktionalität sehen, denken, erleben und spüren wollen, dann befinden wir uns mit diesem grandiosen Thriller-Sarg im Denk-Klang. Ich weiß, hört sich irre an, ist aber SO. Für 2026 haben wir ab sofort ein meisterliches Epos auf dem Lichtspieltisch. Großartig. Politisch wie emotional. Dieser Film bibbert. Mit viel Bunte-Bühnen-Krach. Geht unter die Haut. Krallt sich fest. Schreibt aufregende/anregende/entsetzliche Spannungsgeschichte. Ist schon ein Klassiker (= 5 PÖNIS).

 

2.)        BETEN UND SCHIESSEN. Titel = „HUNTING SEASON – BLUTIGE FÄHRTE“ von  Raja Collins (USA 2026; B: Adam Hampton; K: Brandon Cox: M: Anders Niska; Klas Wahl; 100 Minuten; deutscher HEINKINO-Start: 10.4.2026). Der Pressetext lautet: In den abgelegenen Wäldern Oklahomas lebt ein Typ namens Bowdrie, ein rauer Einzelgänger (MEL GIBSON /deutsche Stimme: Joachim Tennstedt). Der hat früher viel herum-geballert, führt jetzt aber ein ruhiges Leben. Abgeschieden von der Zivilisation.  Mit seiner Tochter, die er „vom Bösen“ schützen will. Deshalb hat er auch fast immer sein Gewehr dabei. Es dauert eine Weile, aber dann tauchen üble Schurken auf. Gewalttätige Kriminelle. Bowdrie weiß, was jetzt von ihm verlangt ist. Es dauert eine Weile, bis dann das beziehungsweise die Gemetzel starten. Mel Gibson – Bowdrie kennt nur eine Solo-Regel, heißt es: Wer zögert, stirbt. Balla – Balla lautet das Kommando. Für diese Jagdsaison. Währenddessen öfters = zwischendurch = brav gebetet wird. Muss man DAS sehen,? Kann man Zuhause TV-durchlaufen lassen (= 2 PÖNIs).

3.)        TV – TIPP =  Beim „Kölner „TATORT“ wird an diesem ARD-Sonntag ab 20.15 Uhr von den Kölner Ermittlern MAX BALLAUF (KLAUS J. BEHRENDT) und Freddy Schenk (DIETMAR BÄR) in einem besonderen Umfeld ermittelt. In ihrem 95. Fall – Titel: „SHOWTIME“ – führt ein Verbrechen die beiden Polizisten zu einer beliebten Kindersendung, die einen außergewöhnlichen Kultstatus genießt. Doch bei den Dreharbeiten geschieht ein schrecklicher Mord. Ein Kameramann wird tot im Kofferraum seines abgebrannten Autos gefunden. Daraufhin müssen die beiden Kölner nicht nur das Team der Sendung befragen, sondern auch den beliebten TV-Moderator Frank Anders (MAX GIERMANN).  Nach der Ausstrahlung setze ich meine Kritik, wie gehabt, auf alle bekannten Kanäle.

4.)       M U S I K mit TRICK  =  Heute gibt es ein musikalisches Leckerli, gemixt mit bester Optik und Trickserei. Fangen wir „VON DAMALS“ an. Als FRAN JEFFRIES sang und sich attraktiv bewegte. Die als FRANCES ANN MAKRIS am 18. Mai 1937 in Palo Alton, Kalifornien geborene Sängerin, Tänzerin und  Schauspielerin hatte einen Spezialauftritt in dem 1963 entstandenen Hollywood-Komödien-Hit „DER ROSAROTE PANTHER“ von Blake Edwards. Fran Jeffries (verstorben am 15. Dezember 2016) sang „MEGLIO STARESA“ („Es muss besser heute Nacht sein“) und führte  zusammen mit unter anderem Peter Sellers einen Linedance an; einen Gesang-Tanz, der heute noch funkt. Mein schwungvolles Vergnügen für diese Woche: :

Liebe PINKY-PANTHER-Grüße

PÖNI Pönack

kontakt@poenack.de

 

 

 

 

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