1.) HAPE. DU HORST. Titel = „HORST SCHLÄMMER SUCHT DAS GLÜCK“ von Sven Unterwaldt (D 2024/2025; B: Claudius Pläging; K: Stephan Schuh; Rundum: HORST SCHLÄMMER; HAPE KERKELING; B + Produktion + D +Mit-Regie; 93 Minuten; MUSIK: Als eine Art Motto zieht sich durch den ganzen Film das Lied „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ von den Comedian Harmonists /1932; ergänzt wird es durch eigene Songs (Komponist: Philipp Noll); unter anderem gesungen von Hape Kerkeling selbst;
deutscher Kino-Start: 26.03.2026.
======= Eine der bekanntesten und beliebtesten Figuren ist mit einer kinoreifen Mission wieder da: HORST SCHLÄMMER! Der beliebte stellvertretende Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatts“ (= sprechen Sie das mal unfallfrei aus…..) will, auf Deibel komm‘ raus, den Menschen das Lächeln zurückbringen. Doch das ist leichter gesagt als getan.
Denn wie wird-man (oder auch frau) eigentlich GLÜCKLICH? =======
Also Feststellung: Unser Horst Schlämmer hat die Faxen dicke; Die Preise steigen, die Stimmung singt, die Kneipen schließen. Kurzum: Deutschland hat Rücken! Und zwar im Gesicht. Also geht der stellvertretende Chefredakteur vom „Grevenbroicher Tagblatt“ auf eine große deutsche Reise mit noch größerem Ziel: ER will den Leuten ihr Lächeln zurückbringen! Doch wie wird man, habe ich schon mal gefragt, man-frau glücklich? Schwere Zeiten verlangen nach klaren Antworten – und weil man die in Grevenbroich nicht finden kann, begibt sich der Horst Schlämmer auf die Reise seines Lebens: Von Süddeutschland bis Sylt, von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr. ER trifft Passanten, Promis und Psychologen, fragt knallhart nach und verliert, trotz zahlreicher Rückschläge, nie seine Mission aus den Augen: DIE MENSCHEN WIEDER, also endlich, GLÜCKLICH ZU MACHEN!
Darunter auch Promis. Mit Versuchscharme. (Wie Markus Söder in seiner Staatskanzlei; peinlich). Und nette Schafe mähen auch forsch-grünlich herum.
Mit dem früheren Wirt der beliebten Stammkneipe des Heimat-Ortes schließt „Hotte“ eine Wette ab: Wenn es Schlämmer gelingt, einen Film über Menschen zu drehen, die unverändert, also dauerhaft, glücklich sind, muss ER den Waschsalon, den er inzwischen betreibt, wieder in eine Kneipe zurückverwandeln. Oder wie war das? Schlämmer, der Schlämmer, begibt sich nun mit der Redaktions-Praktikantin (Nachname vergessen) als Kamerafrau auf einen Trip mit unzähligen komischen Episoden. Dabei tauchen, hin und wieder, auch immer mal wieder neue Filmausschnitte von Schlämmers (fiktiver) Lieblingsschauspielerin GABY WAMPEL auf, aber auch von dem echten Hape Kerkeling.
Alles klar.
So, das isses. Hape – Horst & Co. In der Darstellerliste zu diesem schönen Auch-Liedgut-Film tauchen auch Film-Aktivisten wie Tahnee Schaffarczyk, MELTEM KAPTAN und Kerstin Thielemann (= als Frau Schlonzbach) unter anderem auf.
Der Rest ist Kunst. Als köstliche Alberei.
AN: Hans-Peter Wilhelm „Hape“ Kerkeling.
Mit VIELEN lieben Grüßen von PÖNI – Hans-Ulrich Pönack aus Berlin-Grevenbroich- , mit reichlich Lustichkeits-Geschmack (= 4 PÖNIs).
2.) Prima-kaputt. Titel = „A USEFUL GHOST“ von Ratchapoom Boonbunchachoke (= für korrekte Namensnennung keine Garantie =); B + R + Produktion; Thailand/Fr/Singapur/D; 2024; K: Pasit Tandaechanurat; M: Chaibovon Seelukwa; 130 Minuten; deutscher Kino-Start: 26.03.2026). Ich mag – im besten Sinne – verrückte Filme. Dies ist solch eine „bekloppte“ kinematografische Kiste. Um es mal unverschämt zu benennen.
Design-Staubsauger-Einrichter: SIM HAO JIE.
Besprechen wir es mal SO: March (WITSARUT HIMMARAT) hat sich in einen Staubsauger verliebt. Aber nicht in irgendeinen. Im Innern des saugstarken Haushaltsgeräts hat die Seele seiner an Luftverschmutzung verstorbenen Gattin Nat (DAVIKA HOORNE) Zuflucht gefunden. Das ungleiche Liebespaar kämpft gegen besessene Kühlschränke, hilft einem akademischen Ladyboy und dessen Liebhaber im Kampf gegen skrupellose Politiker und genießt die Möglichkeiten der wiedergefundenen Zweisamkeit – auch im Bett. Die konservative Verwandtschaft ist entsetzt, die buddhistischen Gelehrten pikiert und Marchs pragmatische Mutter tut alles, um der schon zu Lebzeiten ungeliebten Schwiegertochter endgültig den Stecker zu ziehen.
Diese Fabel von der unsterblichen Liebe zwischen Mann und Staubsauger ist wahrscheinlich die wohl abgedrehteste Romanze des (Film-)Jahres. Die clevere, Gesellschaftssatire räumt mit traditionellen Beziehungsvorstellungen, überholten Geschlechterrollen und verlogener Erinnerungskultur auf und wurde in Cannes mit dem Großen Preis der Semaine de la Critique ausgezeichnet.
Im Presseheft wird ein Interview mit dem thailändischen Autoren-Regisseur geführt. Ein AUSZUG: Ein erinnerungswürdiger Satz im Film lautet: „Geister sind diejenigen, die sich dem Tod nicht beugen – ihre Rückkehr ist ein Akt des Protests“. Was bedeutet Erinnerung für Sie – persönlich wie politisch?
Wie gesagt: Geister widersprechen dem natürlich Fluss der Zeit. Sie weigern sich, in der Vergangenheit zu bleiben. Sie sind nicht vollständig da, aber auch nicht ganz verschwunden, manche erscheinen nur als Stimme, andere sind durchscheinend oder ganz unsichtbar, drücken sich über Gerüchte, Erzählungen und Klänge aus. Thailand ist ein Land voller Geister. Viele Todesfälle bleiben ungeklärt, mit ungeklärten Morden und plötzlichem Verschwinden. Ich glaube, Künstler und besonders Filmemacher sind Verbündete dieser Geister. Durch unsere Expertise und unsere Werkzeuge können wir ihnen eine Stimme geben. Kino eignet sich ideal dafür, Geistern eine Form zu geben und sie zum Leben erwachen zu lassen.
Manche Sex-Szenen wirken verwandt. Und wild komisch. Führen zu folgendem Wikipedia-Endergebnis: „A Useful Ghost“ vereint Horror, Romantik, Queerness, politische Wut und absurden Humor mit satirischem Unterton. Beschreiben lässt sich der Staubsaugergeist-Film nur mit zwei Worten: „Ratchapoom Boonbunchachoke“, dessen Name schon klingt wie eine gewaltige Explosion! Yes.
Der eigenständige Staubsauger spricht. Mit dem Geiste der toten Frau. Das Ende zerbröselt. Meine Güte, was es nicht alles gibt. Was nicht alles existiert. Ein erstaunlicher Film (= 3 1/2 PÖNIs).
3.) DÜSTER. Mit Spaß-Freude. Titel = „DER PSYCHO-COACH – MÖRDERISCHE THERAPIE“ von Tolga Karacelik (B + R; USA 2023; K: Natalie Kingston; M: Nathan Klein; 98 Minuten; deutscher Pandastorm-HEIMKINO-Start: 27.3.2026/Kauf und ab 10.4.2026 auch digital zum Leihen). ======= Während einer seiner Sitzungen bei seinem Therapeuten erfuhr der Autoren-Regisseur TOLGA KARACELIK dass dieser auch Paartherapien anbietet. Der Gedanke, dass im Grunde ein Psychopath der beste Eheberater sein müsste, weil er sich nicht um die Gefühle anderer Menschen schert und sich auch nicht emotional einbringt, liefere ihm den Stoff für seinen Film. Als literarische Einflüsse nennt Karacelik das Werk von Autoren wie Vladimir Nabokov, Fjodor Dostojewski und Franz Kafka.
Ein Satz bleibt in Erinnerung: „EINE LEICHE IST WIE EIN BRIEF IN EINEM UMSCHLAG“. Ein Tier fällt auf – eine warmherzige Katze. In einem Restaurant trollt sich ein lebendiges Lama.
Eine filmische Überraschung. Wurde gerade spitzzüngig-angekündigt als ebenso bissige wie unterhaltsame Geschichte über kreative Schreibblockaden, Beziehungen und ungewöhnliche Methoden der Selbstoptimierung. Trifft die Show präzise. Show? Sagen wir ja. Was „Fremdes“ zu erleben, kann ganz gut munden. Augenmäßig sozusagen. Wir lernen Keane kennen (JOHN MAGARO). Eine ziemliche (Lebens-)Niete. Verkauft sich als Schriftsteller. Aber erweist/zeigt sich dabei als unsicherer, nervöser Spinner. Dessen Ehefrau Suzie (BRITT LOWER) die (Lebens-)Schnauze voll hat und auf Scheidung verhandelt. Doch ausgerechnet in dieser Position begegnet IHM ihm im Restaurant ein exzentrischer Fremder. Kollmick (STEVE BUSCEMI /ein Filmpfund/-Spitzen-B-Schauspieler-As). Dieser erklärt unserem Nicht-Helden, dass er ein Serienkiller ist. Allerdings – im Ruhestand. Dessen „Ideen“ unserem exzentrischen Schreiberling aber irgendwie „zu interessieren“ beginnen. Von wegen …ich schreibe gerade an einem neuen Buch…benötige Hilfe/Unterstützung…durch ein folgenschweres Missverständnis… allerdings entwickelt/bekommt das bislang An-Sich-Normale-Geschehen nun eine ebenso absurde wie gefährliche Dynamik. Gut so. Weiter.
Die Neugier beim Zusehenden beginnt „aufzutauen“. Mit trockenem Humor, pointierten Dialogen und einem prickelndem Gespür für kesse Situationen führt diese Noir-Crime-Comedy in die kitzlige Spannungstiefe: Was läuft hier ab? Und warum? Warum so? Und nicht anders?
Angeführt wird das Ensemble, ich deutete es schon an, von STEVE BUSCEMI („Reservoire Dogs“), der als exzentrischer „Coach“ eine ebenso charismatische wie unberechenbare Performance liefert. Und „seriös“ loslegt. Was Keane vollends aus der Fassung keilt.
Ich mag schönen Blödsinn. Dies hier ist so was. Beinhalt Dominanz. In d e r Art (= 4 PÖNIs).
P.S.: Der Kampf auf der Toilette bleibt auch noch zu erwähnen…..
4.) TV-TIPP = Am SONNTAG-ABEND, 29.3., ab 20.15 Uhr, setzt die ARD auf einen neuen „POLIZEIRUF 110“-Krimi. Titel: „GOLDRAUB“. „110“ ist meistens spannend. Überzeugend. Gelungen. Nach der Sendung findet man meine Kritik auf den bekannten Kanälen. Viel kriminalistisches Wohlwollen. Wünsche ich.
5.) Ein deutsches Lied plus Text geht mir nicht aus den Gedanken: „STARK (Ich + Ich-Lied)“. Es stammt vom deutschen Pop-Duo „ICH + ICH“. Das Stück ist die zweite Singleauskopplung aus ihrem zweiten Studioalbum „Vom selben Stern“. Die Erstveröffentlichung der Single fand am 9. November 2007 in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Seitdem zählt sie zu meinem musikalischen Radio-Favoriten:
Ich grüße. Mit Spannung.
PÖNI Pönack
