1.) „Die NOUVELLE VAGUE“, auch bekannt als Französische Neue Welle, ist eine französische Kunstfilmbewegung, die in den späten 1950er-Jahren entstand. Die Bewegung zeichnete sich durch ihre Ablehnung traditioneller filmischer Konventionen aus und bevorzugte Experimentierfreude und einen Geist des Ikonoklasmus (von griech. eikón „Bild“ und kláo „zerbrechen“), bedeutet Bildersturm oder Bilderfeindlichkeit. Es bezeichnet die bewusste Zerstörung, Ablehnung oder Bekämpfung von religiösen, kulturellen oder politischen Bildern, Denkmälern und Symbolen. Ursprung: Ursprünglich bezogen sich der Begriff auf die Zerstörung heiliger Bilder (z.B. im byzantinischen Bilderstreit).
2.) „AUßER ATEM“ ONE: war 1959/1960 der Schwerpunkt einer Auswahl mit Jean-Luc Godard-Filmen im ZDF betitelt. Sie liegt auf dem Frühwerk des „Enfant terrible“ und soll die Bedeutung und die radikalen Ansätze im Filmemachen sichtbar werden lassen, die nicht nur den Freundeskreis um die „Nouvelle vague“, sondern weltweit das Kino befruchtet und verändert haben.
3.) „AUßER ATEM“ TWO: Das Original lautet „A bout de Souffle“ und ist ein Gangsterfilm, ein (existentialistischer) Liebesfilm – in Schwarzweiß. Das Kino, die Liebe und der Tod, das sind und bleiben die Lieblingsthemen des 1930 in einer gutbürgerlichen Familie geborenen JEAN-LUC GODARD. Der Sohn eines Arztes und einer Bankiers-Tochter geht im schweizerischen Nyon zu Schule und schreibt sich dann an der Pariser Sorbonne zum Ethnologie-Studium ein. Er entdeckt sine Leidenschaft zum Kino und trifft 1950 in den Filmclubs und in der Cinémathéque Francaise den Filmkritiker André Bazin sowie Francois Truffaut, Jacques Rivette, Eric Rohmer und Claude Chabrol – den harten Kern der späteren „Nouvelle vague“. Unter dem Pseudonym Hans Lucas schreibt er Artikel für „La Gazette du cinéma“, später für die „Cahiers du cinéma“ und „Arte“. Nach einer Nord- und Südamerika-Tour im Jahr 1951 entzieht ihm der Vater das Taschengeld. Er landet für sechs Tage in einem schweizerischen Gefängnis, eine weitere kurze Haft beschert ihm die Wehrdienstverweigerung. 1954, nach dem Unfalltod seiner Mutter seiner Mutter, jobbt Godard, um sich eine 35mm-Kamera zu kaufen. „Opération Béton“ heißt sein erster, 20-minütiger Kurzfilm. „Im Laufe der Jahre werden wir in der Gewissheit bestärkt, dass „Außer Atem“ in der Geschichte des Films eine ebenso entscheidende Wende bezeichnet wie ‚Citizen Kane‘ im Jahr 1940″, erkannte Truffaut seinerzeit folgerichtig. Radikal-souverän ist vieles an Godards „erstem Kind“, einer Vereinigung von Inspiration des Autors und günstigen Zeitumständen. Der Filmbranche explodieren die Produktionskosten, das französische Kino steckt auch künstlerisch in einer Krise. „AUßER ATEM“ ist ganz und gar ein Kind seiner Zeit: Technische Neuerungen und leichtere Kameras ermöglichen einen größeren Aktionsradios beim Drehen von Außen- und Straßenszenen, die Kameramann Raoul Coutard freihändig oder aus einem fahrbaren Untersatz heraus filmt, ohne dass die Passanten dies bemerken. Spontaneität und Improvisation sind wichtige Elemente bei den Dreharbeiten. Bei Nachtaufnahmen verwendet man erstmalig hochempfindliches Filmmaterial, das eigens für „Außer Atem“ in Filmkassetten eingelegt wird. Ebenso bahnbrechend der Film-Schnitt, die Montage von Bild und Ton. Aus vielen Szenen entfernt Godard ganze (Dialog-)Passagen und produziert so springende Bilder: Diese „Jump cuts“ sollen unfreiwillig zum Erkennungszeichen seiner filmischen Ästhetik werden. Entstanden ist dies, wie Godard später erzählt, durch einen produktionstechnisch bedingten Zufall: „Mein Film war unmöglich, er durfte laut Vertrag nur anderthalb Stunden dauern. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie dieser berühmte Schnitt zustande kam, der heute immer noch in Werbefilmen verwendet wird. Wir haben uns alle Einstellungen vorgenommen und systematisch das geschnitten, was weg konnte, uns dabei aber bemüht, einen Rhythmus einzuhalten“.

4.) „AUßER ATEM“ THREE: HEUTE. „NOUVELLE VAGUE“. Von RICHARD LINKLATER. D E R Film. Die Dreharbeiten fanden von März bis Mai 2024 statt. In Schwarz-Weiß. Wie das Original. „Nach diesem Film werde das Kino nie mehr so sein wie zuvor“, äußert sich Francois Truffaut nach der Premiere von „Außer Atem“. In den Straßen von Paris gedreht, mit jungen Darstellern, die sich frei vor der Kamera bewegen, und einem schnellen Rhythmus, brachte dieser Film wie kein anderer das Lebensgefühl der 1960er zum Ausdruck. In ihrer Suche nach Glück und Freiheit wurden die beiden zu Ikonen der Jugendkultur, die Darsteller JEAN SEBERG und JEAN-PAUL BELMONDO zu Stars der Nouvelle Vague. SIE gehören seitdem zu den Legenden des Jahrzehnte-Kinos.

5.) ER hat uns einen mächtigen Filmgefallen getan. Und d e n alten Filmklassiker neu realisiert. RICHARD Stuart LINKLATER (geboren am 30. Juli 1960 in Houston, Texas). ER gilt als einer der bedeutendsten Filmemacher in der gegenwärtigen amerikanischen Independent-Filmkünstler-Szenerie. Zu seinen bekanntesten Werken zählt unter anderen die sogenannte „BOYHOOD“-Filme (s. ausführliche Kritiken /2002 – 2013/5 PÖNIs /angeblich = in 39 Drehtagen entstanden 12 Dreh- und Lebensjahre). Motto: Menschliche wie gesellschaftliche Begebenheiten. Zeit-Sprünge. Was für kinematografische Ereignisse. Erlebnisse. Abenteuer.
6.) SCHRÄG: Spielfilm-Freude-pur. Paris: Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard hat als Einziger in einem schrägen, denke exotischen Freundeskreis noch keinen eigenen (abendfüllenden) Spielfilm gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld gelingt ihm schließlich – unter abenteuerlichen Umständen – mit „AUßER ATEM“ ein Meisterstück, das in die Filmgeschichte eingehen und das Kino für immer verändern wird.
Kult-Regisseur RICHARD LINKLATER lässt mit diesem „Lichtspiel“ „sensationell“ eine ganze Generation junger Wilder „auferstehen“ – beneidenswert lässig, unverschämt mutig und angetrieben vom unbedingten Willen, alles neu zu denken, empfinden und herzustellen. Wir haben es hier mit einem Film zu tun, der vor Esprit, Dynamik und schwarzem Humor nur so sprüht und den Betrachter dazu bringt, sich erneut ins aktive Lichtspielhaus zu vergucken. Seine Weltpremiere feierte „Die phantastische leckere Schwarze Show“ beim letztjährigen Filmfestival von Cannes : unter erheblichem Beifall von Kritik, Publikum und Fans wie Quentin Tarantino.

„Außer Atem“ lief 1960 im Wettbewerb um den „Goldenen Bären“ auf der Berlinale und wurde schließlich mit dem „Silbernen Bären“ für die „Beste Regie“ ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde der Film mit dem „Prix Jean Vigo“ prämiert. Heute setzt der französische Klassiker weiterhin Zeichen: Es ist ein Schwarz-Weiß-Hammer, diesen Linklater-Godard wieder anzustaunen ( = 5 PÖNIs).
7.) CREDITS: HAMMER-KINO. Titel = „NOUVELLE VAGUE“ von RICHARD LINKLATER (Co-B + R + Produktion; Fr 2024; Co-B: Holly Gent; Laetitia Masson; Michéle Pétin; Vincent Palmo Jr.; K: David Chambille; M: MartiaL Solal; D: ZOEY DEUTCH (Jean Seberg); GUILLAUME MARBECK (Jean-Luc Godard); AUBRY DULLIN (Jean-Paul Belmondo); ADRIEN ROUYARD (Francois Truffaut); MATTHIEU PENCHINAT (Raoul Coutard); 105 Minuten; deutscher Kino-Start: 12.03.2026).
In dieser Woche bleiben Fernsehen und Musik out. „Außer Atem“ schiebt alles zu Seite.
… und PÖNI Pönack grüßt weiterhin atemlos.
