PÖNIS BLOG 378 (6.3.2026): „GELBE BRIEFE“; „THE BRIDE! – Es lebe die Braut“; „Monsieur Robert kennt kein Pardon“; „110“; TOM PETTY

1.)       EIN TRIUMPHALER FILM! Titel = „GELBE BRIEFE“ von ILKER CATAK (Co-B + R; D/Fr/Türkei 2024; Co-B: Ayda Meryem Catak; Enis Köstepen; K: Judith Kaufmann; M: Marvin Miller; 128 Minuten; deutscher Kino-Start: 05.06.2026).   Synchronisiert.   =====  Die Hauptrollen in dieser internationalen Koproduktion übernahmen ÖZGÜ NAMAL und TANSU BICER. Das Werk in türkischer Sprache wurde in Deutschland gedreht. BERLIN und HAMBURG dienten als Ersatz-Drehorte für ANKARA und ISTANBUL, was durch bildfüllende Schrifteinblendungen offengelegt wurde. Bewusst wurde auf Orientalismus verzichtet, und es wurden Verweise auf die deutsche Geschichte eingestreut.  =====

Der Kinofilm „davor“ von Ilker Catak war 2023 „Das Lehrerzimmer “ und fand bereits beachtlichen Zuspruch (s. Kino-KRITIK /2023/3 PÖNIs). Sein aktuelles Filmwerk gewann kürzlich auf der diesjährigen BERLINALE den Hauptpreis, den „Goldenen Bären“. Der Autoren-Regisseur erläutert zu seinem fünften Kinospielfilm dazu: „Wie gehen wir damit um, wenn wir es mit einem Regime zu tun haben, das uns daran hindert, unsere Arbeit so auszuüben, wie wir es für richtig halten, unsere Meinung so zu sagen, wie wir sie sagen wollen? Wir gehen wir mit einem System um, das uns in den zivilen Tod schickt, also vom gesellschaftlichen Leben ausschließt, uns zwar physisch am Leben lässt, doch rechtlich, sozial und beruflich auslöscht?“

Derya  (ÖZGÜ NAMAL)  und Aziz (TANSU BICER), ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi (LEYLA SMYRNA CABAS) ein erfülltes Leben  – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen. Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derja nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.

Was für ein packender, Thriller-artiger Politfilm. Die Idee kam Ilker Catak 2019, als er für einen früheren Film Istanbul besuchte. Künstler berichteten ihm von Kündigungsschreiben und Disziplinarverfahren mit zum Teil absurden Begründungen, wie zum Beispiel vom Vorwurf, in der Umkleide eines Theaters geraucht zu haben. Laut Catak wurden zwischen 2026 und 2019 ungefähr zweitausend Künstler und Akademiker in der Türkei suspendiert und vor Gericht gestellt. Gründe dafür seien die Unterzeichnung einer Friedenspetition gewesen. Es habe sich um „umfassende Säuberungen in den Bereichen Wissenschaft und Kultur“ durch die Regierung gehandelt, so der Filmemacher. Nach dem Putschversuch Mitte Juli 2016 habe sich die Situation noch verschärft und die Unterzeichner der Petition wurden mit Berufsverboten und langen Wartezeiten auf Gerichtsverfahren bestraft.

„GELBE BRIEFE“ zählt zu d e n neuen Kinofilmen, die 2026 UNBEDINGT gesehen / erlebt werden müssen  (= 4 1/2 PÖNIs).

 

2.)       HORROR-KULTUR. Titel = „THE BRIDE! – ES LEBE DIE BRAUT“ von MAGGIE GYLLENHAAL (B + R + Produktion; USA 2024; K: Lawrence Sher; M: Hildur Guonadóttir; 126 Minuten; deutscher Kino-Start: 05.04.2026). Mit „THE BRIDE!“ präsentiert MAGGIE GYLLENHAAL, die „Oscar“-nominierte Drehbuchautorin und Regisseurin von „Frau im Dunkeln“ (s. Kino-KRITIK/2021/4 1/2 PÖNIs), einen neuen kühnen, radikalen Blick auf eine SEHR faszinierende Geschichte der Genre-Welt. Die Hauptrollen haben dabei die Spitzenkräfte  JESSIE BUCKLEY und „Oscar“-Preisträger CHRISTIAN BALE übernommen.

Der einsame „Frank“ (Bale) reist ins Chicago der 1930er-Jahre, um die geniale Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (gespielt von der 5fach-„Oscar“-nominierten ANNETTE BENING) zu bitten, eine „passende“ Gefährtin für ihn zu erschaffen. Die Beiden reanimieren eine ermordete junge Frau  – auf dass „die Braut“ (Buckley) neu existiert. Doch was sich daraufhin entfaltet, sprengt all ihre Erwartungen, sprich-denkend: M O R D! Und: Besessenheit. Bedeutet: Hier bewegt sich fortan eine entfesselte, radikale KULTURBEWEGUNG! Mit gesetzlosen Liebenden in einer wilden, also explosiven Romanze! Währenddessen sich die heimische Polizei an die Fersen des ungewöhnlichen Liebespaares heftet. Um für Klarheit/en zu sorgen.

„The Bride“ ist eine spektakuläre, aufregende Horror-Ballade, bei der auch PENELOPE CRUZ als Myrna Masken-satt mitmischt. Einen weiteren  Hauptpart besetzte die Autoren-Regisseurin mit ihrem jüngeren Bruder JAKE GYLLENHAAL. Auf dass sich ein Team zusammenfindet, das „süffisant“ mit Toten zu hantieren versteht. Als kunterbuntes Schockstarre-Ensemble agiert. Während als Kameramann LAWRENCE SHER fungiert, der vor allem bekannt für seine heißblütige Bilder-Arbeit an den Film „JOKER“ und dessen Fortsetzung „JOKER: Folie á Deux“ ist.

Was für ein pikanter Spannungs-Jahrmarkt breitet sich hier düster aus, findet hier zusammen  (= 4 PÖNIs).

3.)       MURKS. Titel = „MONSIEUR ROBERT KENNT KEIN PARDON“ von Pierre-Francois Martin-Laval (Co-B + R; Fr 2023; Co-B: Daive Cohen; K: Nicolas Gaurin; M: Pascal Lengagne; 80 Minuten; deutscher Kino-Start: 05.03.2026). Viele haben mich gewarnt, bloß nicht diesen Film sehen; NICHT DEN!

Wie oft haben uns französische Komödien gefallen. Doch diesmal, also hier, ist bremsen angesagt. Von wegen – kein Spaß möglich. Fassen wir es kurz zusammen. Von wegen II: Monsieur Claude nun als Monsieur Robert. Als Pädagoge. Als Robert Poutifard-Lehrer. Der an einer Grundschule „tätig“ ist. Und dort von den Schülern/Innen dauernd gehänselt wird. Zuhauf.  Als 20 Jahre vorüber sind, soll endlich der Ruhestand für „Ruhe“ sorgen. Mit allerdings tückischen Beigedanken. Denn drei Rechnungen von besonders fiesen  ehemaligen Schülern/Innen sind noch offen. Also zu begleichen. Monsieur beginnt mit seinem Rache-Feldzug. Zusammen mit seiner ebenfalls ausgebufften, kantigen und gnadenlosen „Mama“-Mutter.

Die Rache des bekloppten Rächers: Nichts von Lustigkeit. Spielt sich hier ab. Sondern Demütigungen spießern hin und her. Monoton. Lahm. Ist das Geschehen. Welches auch kein Dickbazi CHRISTIAN CLAVIER alias Monsieur ROBERT Poutifard aufzuplustern versteht. Dieser französische Blödsinn ist schnell zu übersehen. Zu überlappen (= 1 1/2 PÖNIs).

4.)       TV – TIPP:   Am kommenden SONNTAG, den 8. März 2026 setzt die ARD ab 20.15 Uhr auf einen neuen Fernsehfilm aus der beliebten Krimireihe  „POLIZEIRUF 110“. Der vom MDR unter dem Titel  „YOUR BODY MY CHOICE“  produzierte Beitrag ist die 424. „heimische“ Episode, und die Magdeburger Ermittlerin Doreen Brasch  –  alias CLAUDIA MICHELSEN –  hat ihren 22. Fall zu klären. Nach der Ausstrahlung befindet sich meine Kritik auf allen bekannten Kanälen.

5.)       M U S I K:  Ich mag den Titel  –  „FREE FALLIN´“ ! Das ist ein Folk-Rock-Titel des US-amerikanischen Musikers  TOM PETTY  (20.10.1950 in Gainesville, Florida; verstorben am 2.10.2017 in Santa Monica, Kalifornien).  Er war zunächst mit seiner Band Tom Petty & the Heartbreakers erfolgreich und später auch als Solokünstler. Das Stück entstammt Pettys erstem Soloalbum „Fool Moon Fever“ aus dem Jahr 1989.  „FREE FALLIN‘ wurde vom Interpreten selbst, gemeinsam mit dem britischen Musiker Jeff Lynne, geschrieben. Erzählt von einem Liebesdrama. Das Lyrische Ich, ein junger Mann, verlässt seine Freundin, obwohl sie ein gutes Mädchen ist, das Jesus und Amerika liebt und verrückt nach Elvis Presley ist. ER ist auf der Suche nach Freiheit, die er im freien Fall erhalten kann. Mein musikalischer Favorit in dieser Woche:

ELVIS, WIR GRÜSSEN DICH und DEINE TOM-GEMEINDE.

PÖNI  Pönack

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

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