1.) ERFOLG. HABEN. WOLLEN. UM JEDEN PREIS. J E D E N. Titel = „MARTY SUPREME“ von JOSH SAFDIE (Co-B.+ Produktion + R; Co-B: Ronald Bronstein; K: Darius Khondji; M: Daniel Lopatin; 155 Minuten; deutscher Kino-Start: 26.02.2026). ===== Der Film ist lose vom Leben des amerikanischen Tischtennisspielers Marty Reismans inspiriert (01.02.1930 – 7.12.2012); ER nahm an sieben Weltmeisterschaften teil und gewann dabei fünf Bronzemedaillen; die in den 1950er-Jahren spielende Geschichte ist jedoch fiktiv. =====
===== Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken, wurde für zahlreiche Filmpreise nominiert, unter anderem als „bester Film“ im Rahmen der „Oscar“-Verleihung 2026, neben acht weiteren Nominierungen. =====
Als wir ihm das erste Mal begegnen, diesem Marty Mauser (stark: TIMOTHÉE CHALAMET), sehen wir einen jungen Mann, der im etwas „kleinen“ New Yorker Schuhgeschäft seines Onkels Murray, in der Lower East Side, erfolgreich als Verkäufer hantiert. Aber irgendwie ist er dauer-kribbelig, nervös-unzufrieden. Wir konstatieren, sein tägliches Leben stellt er sich ganz „anders“ vor. Aber nicht irgendwann, und schon gar nicht irgendwie umgestaltet, sondern so schnell wie möglich, am allerbesten-gestern. Als jugendlicher Weltmeister.
Yes: Schuhverkäufer Marty ist bestrebt, hat e i n Ziel , für das er täglich ackert wie ein Besessener, um für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren. Dabei erweist sich der kleine Schuhladen seines Onkels als ein paar Traumnummern zu minihaft. Was bedeutet, Marty muss es alleine versuchen. Angetrieben von der Wahnsinnsidee, als Weltmeister zu gelten. Jede Nacht taucht er ab in die verrauchten Wettkampfhallen der pulsierenden Großstadt, wo er sich mit vielem Talent, der nötigen Chuzpe und dank der Hilfe seines besten Freundes ein paar Dollar dazu verdient. Zu wenig aber, um die erwünschte Profikarriere zu finanzieren, um an Turnieren in London, Paris oder Tokio teilzunehmen. Also „leiht“ sich der Boy kurzerhand Geld aus dem Safe seines Onkels , belügt seine Mutter (FRAN DRESCHER) ebenso wie seine Freundin UND – schmeißt sich schamlos an die Hollywood-Diva Kay Stone (brillant: GWYNETH PALTROW), deren begüterten Ehemann (KEVIN O’LEARY) er gleichzeitig „listig“ als Sponsor gewinnen will. Der Trubel um und mit diesem MARTY MAUSER kommt in rasante Bewegung. Marty ist nun nicht mehr aufzuhalten. Ach du hektisch-dampfende liebe Güte.
Wie? Was für ein Held? Was für ein Akteur? Was für ein jugendlicher Lebemann? Was für ein Außenseiter? Was für ein Letztlich-Doch-Gewinner? Nö. Auf gar keinen Fall. Beziehungsweise: von wegen. Wir haben es hier mit einem pfiffigen wie gemeinen Trickser wie tückischen „Gewinner“ zu tun. Dessen Handeln ziemlich von chaotisch bis spielerisch-forsch ist. Erscheint. Es gilt, den amerikanischen Traum zu erwirtschaften. GELD ZU EROBERN. GELD EINZUSAMMELN. Genügend zu bekommen. Es ist das alte amerikanische Fundament. Haste was biste was. Giltste als was. Ohne ist Scheiße. Also mach‘ los. Oder du bist weg. Als Loser.
PÖNIs FAZIT: Filmisch ist MARTY SUPREME grandios. Riecht nach einem Best-Western. Allerdings ohne einen gerechten Orts-Sheriff. Sondern mit einem „Rabauken-Kind“, das immer wieder einen demütigenden Kampf führt, mit oft entmenschlichten Zügen. Sieht schlimm aus, und fühlt sich auch SO AN, weil sein Leinwandvertreter eine exzellente Wucht ist. Dieser chaotische TIMOTHÉE-Berserker bestimmt die Richtung. Und DIE ist ein Hammer. Ohne das sonst so gelobte Wohlfühl-Ami-Gefühl. Das am Filmendende Triumphe feiert. Wenn es nach den Regeln geht. Bzw. ginge.
Sehen Sie sich gefälligst diesen Film an. DER IST WAS BESONDERES: Der „Oscar“ brüllt. / DIE „Oscars“ winken. Überhaupt Jubel! Oder – verdammt nochmal! (4 1/2 PÖNIs).
P.S.: Natürlich – Vor einem Kino-Jahr hieß es begeisternd: TIMOTHÉE CHALAMET ist Bob Dylan in „LIKE A COMPLETE UNKNOWN“. James Mangolds neuer Film ist für acht „Oscars“ nominiert . War eine propere Überraschung (s. Kino-KRITIK /2025 / 5 PÖNIs). Ab sofort gilt die Order: CHALAMETs Werke sind Pflichtprogramm – Kinofilme.
2.) DEUTSCHIG. Titel = „EIN FAST PERFEKTER ANTRAG“ von Marc Rothemund (D 2024; B: Richard Kropf; K: Ahmet Tan; M: Andrej Melita; Jörg Magnus Pfeil; 105 Minuten; deutscher Kino-Start: 26.02.2026). Mann. Und Frau. Hätten vor vier Jahrzehnten beinahe geheiratet. Klappte aber dann doch nicht. Nun begegnen sie sich zufällig wieder. Nach 40 Jahren. ER, der ziemlich arrogante, verwitwete Walter Adler (HEINER LAUTERBACH), und die Kunstprofessorin Alice Olsen (IRIS BERBEN). ER will SIE jetzt heiraten, SIE mag nicht. Also begibt man sich – in Regensburg – in den Clinch. Walter kurst sich bei ihr an der Uni ein, Iris ist das alles nicht so ganz Beziehungsheuer. Doch nach einem schulischen Trip gen Wien – mit der Studentenklasse – beginnen sich die emotionalen Positionen zu entzerren. Motto: Ein alter weißer Mann kriegt sich nochmal ein, die Frau geduldet sich noch einige Momente mehr, bevor sie weiß, was sie will. Oder auch nicht. Das Ganze ist eine Art hiesiger TV-Film, der im privaten Heimkino leidlich durchläuft, beim Kinofilmprogrammablauf ziemlich langweilt. Während sich die beiden erwachsenen Stars bemühen (= 2 PÖNIs).
3.) BELANGLOS. Titel = „FATHER MOTHER SISTER BROTHER“ von JIM JARMUSCH (B + R + K; USA/Irland/Fr 2023; K: Frederick Elmes; Yorick Le Saux; M: Jim Jarmusch & Anika; 110 Minuten; deutscher Kino-Start: 26.02.2026). Ist ein als dreiteiliges Werk komponierter Spielfilm. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt; MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien; teilweise geruhsam, beobachtend, und ohne Wertung – und zugleich eine Little- Komödie, „durchzogen von feinen Fäden der Melancholie“ (Presseheft).
Dialog-Treffer am Tisch. In seinem neuen Film lässt der Autoren-Regisseur Jim Jarmusch namhafte Akteure wie TOM WAITS; ADAM DRIVER; CHARLOTTE RAMPLING; CATE BLANCHETT und VICKY KRIEPS die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. Dabei streifen die kargen Dialoge mitunter den Charme von Langeweile („Das Leben ist so bekloppt“; beim Anschauen, Reden, Vor-Sich-Hin-Starren / verklemmtes Verhalten; ziemlich verkrampft; beim Tee-Trinken / „Was gibt es Neues? Wie läuft es denn so bei Euch?“ /Frage an Mutter Charlotte Rampling ….. / Atmo-3: Mädels schwafeln bedeutet: Das makabre Reglement beim Reden, Hören, Zuhören; überhaupt langweiliges Geplauder/ „Gas rauchen? Nein – so klar wie möglich bleiben“. „Ich bin im Nirgendwo“/Okay. 3 -Mädels).
FATHER MOTHER SISTER BROTHER wurde bei den 82. Filmfestspielen von Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ ausgezeichnet.
Ergänzung: Ich war hierbei auch viele Film-Momente im Unklaren (= 2 1/2 PÖNIs).
4.) TV – TIPP: Der ARD-SONNTAGABEND-„TATORT“-KRIMI führt diesmal nach Ludwigshafen. Die Kriminalkommissarinnen Lena Odenthal ULRIKE FOLKERTS) und Johanna Stern (LISA BITTER) ermitteln mit Kollegin Mara Hermann (DAVINA CHANEL FOX) in einem Fall mit dem Titel „SASHIMI SPEZIAL“. Nach der 20.15 Uhr-Ausstrahlung befindet sich meine Kritik auf allen bekannten Kanälen.
5.) M U S I K: Stichwort: DER AUSTROPOP-MUSIKER und LIEDERMACHER! Ein österreichischer Titel von und mit WOLFGANG AMBROS ist mir nie abhanden gekommen. Entdeckt habe ich ihn vor vielen Jahren in einer meiner Sendungen beim RIAS Berlin. Daraufhin spielte wir ihn „gerne“ öfters: „ES LEBE DER ZENTRALFRIEDHOF“. Ambros und sein Freund und Texter Joesi Prokopetz haben sich 1974 von einem Plakat anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums des Wiener Zentralfriedhofs zu einer seiner größten Erfolge inspirieren lassen. Auf dem Cover sieht man Wolfgang Ambros von einer Sichtziegelmauer, der einer vorbeigehenden älteren Frau mit Hund nachschaut. Das Foto entstand in Favoriten, wo Ambros damals großteils wohnte, und wurde vom Fotografen Wolfgang Sod aufgenommen. Die ältere Frau war eine Passantin, die gebeten wurde, sich mit Ambros für das Cover fotografieren zu lassen.
Wünsche gute Zentral-Stimmung aus Berlin:
PÖNI Pönack
