
(Fotoquelle: David Shankbone, Robert Duvall by David Shankbone cropped, CC BY-SA 3.0)
0.) ER hat heute Geburtstag. Gratulieren können wir ihm leider nicht mehr. Denn ROBERT DUVALL starb am 15. Februar 2026 auf seiner Farm im Fauquier County im US-Bundesstaat Virginia im Alter von 95 Jahren.
ROBERT Selden DUVALL, genannt ROBERT DUVALL, wurde am 5. Januar 1931 in San Diego geboren. In der Branche galt er als einer der besten Schauspieler seiner Generation. Sein Auftritt als Jerome Facher in „Zivilprozess“ (1999) brachte ihm seine dritte „Oscar“-Nominierung als Nebendarsteller und die sechste insgesamt ein. Einmal hat ER den „Oscar“ gewonnen: 1984 für die Hauptrolle in „Tender Mercies“ (deutscher Kinotitel: „Comeback der Liebe“).
ER war der Sohn eines Admirals und von seinem Vater eigentlich für eine Militärkarriere zur See vorgesehen gewesen. Doch der Ruf des Theaters erwies sich als stärker. In New York absolvierte er eine Ausbildung im legendären Neighborhood Playhouse School of the Theatre, stand dann dort auf der Bühne und 1963 in „Wer die Nachtigall stört“ als beschränkter Nachbar Gregory Pecks zum ersten Mal vor der Kamera. (Zu dieser Zeit lebte er in einer Wohngemeinschaft mit Gene Hackman und Dustin Hoffman). Von da an wussten die wichtigsten Regisseure in Hollywood, dass er jede Rolle beherrschte, wenn er sie für eine Herausforderung hielt. Offiziere hat er oft gespielt, sie aber alles andere als idealisiert. In Robert Altmans antimilitaristischer Satire „M.A.S.H.“ von 1970 spielte er einen Militärchirurgen, der zwischen Frömmigkeit und Fleischeslust hin- und hergerissen war. In Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (1979) war er der Vietnam Oberst, der den Geruch von Napalm über alles schätzte. In den „Paten“-Filmen war er der Anwalt der Corleone-Familie und wurde dafür zum ersten Mal für einen „Oscar“ nominiert. Die HBO-Produktion „Stalin“, in der er die Titelrolle spielte, brachte ihm einen von insgesamt vier Golden Globe Awards ein. In Filmen wie „Bullitt“, „Network“ oder „Tage des Donners“ dominierte er mit prächtigen Nebenparts. ROBERT DUVALL ist nicht so sehr der Typ für Vaterrollen gewesen, sondern mehr einer für Onkelrollen, und dabei mitnichten immer der gute. Denn DAS ist vor allem sein Part im amerikanischen Kino: Teil der Familie zu sein, stets vom Rande kommend. Um „damit“ Erfolg zu haben. Robert Duvall galt als einer der führenden US-amerikanischen Charakterdarsteller. Sein Abschied ist ein riesiger Verlust in der amerikanischen Kinematographie.
1.) DRAMA MIT SEELE. Titel = „SOULEYMANS GESCHICHTE“ von BORIS LOJKINE (Co-B + R; Fr 2023; Co-B: Delphine Agut; K: Tristan Galand; deutscher Kino-Start: 19.02.2026). Der aus Guinea stammende Souleyman (ABOU SANGARÉ) kommt aus Guinea, ist in Frankreich gestrandet, um einen Asylantrag zu stellen. Da er keinen Pass hat, benötigt er dringend Geld, um an Papiere zu kommen. Dafür schlägt er sich unter haarsträubenden Bedingungen als Fahrradkurier für einen Essens-Lieferservice in Paris durch. Es bleiben ihm nur noch achtundvierzig Stunden bis zu seinem entscheidenden Termin beim Amt für Migration. Unter denjenigen von Souleymans Bekannten, die schon länger im Land sind, herrscht allerdings Einigkeit, dass „den Weißen“ bei dieser Gelegenheit nicht irgendeine x-beliebige Lebensgeschichte vorgetragen werden darf, auch wenn sie wahr sein sollte. Immer wieder hört Souleymane, welche Schlüsselwörter unbedingt fallen müssen, um erfolgreich Asyl zu beantragen: politisches Engagement, Verfolgung durch das Regime in seiner Heimat, Verhaftung, Gefängnis, Folter. „Wichtig sind Details“, wird ihm eingetrichtert. Deshalb geht Souleymane im Geist immer wieder seinen „Text“ durch, um nicht bei der Prüfung zu scheitern, von der seine weitere Existenz abhängt.
Der Autoren-Regisseur Boris Lojkine schaffte mit diesem Film ein bitter-spannendes, bewegendes Drama über Migration und die migrantische Selbstausbeutungsökonomie, die unsere Großstädte am Leben hält.
„Gerade heute, in einer Zeit, in der Migrationspolitik oft lauter ist als Menschlichkeit, erinnert uns dieser Film daran, was die Existenz eines Jeden wirklich ausmacht: das Recht, gesehen zu werden, gehört zu werden und leben zu dürfen – mit Würde“. (Open Eyes Jugendjury Preis 2025 / 14. Internationales Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte / Publikumspreis! Französische Filmtage Bonn 2025).
Für seine herausragende Darstellung von Souleyman wurde Abou Sangaré beim Filmfestival in Cannes 2024, beim Europäischen Filmpreis 2024, beim französischen Filmpreis 2025 und zuletzt bei den New Yorker Gotham Film Awards im Dezember 2025 ausgezeichnet. Nachdem er das Festival von Cannes belebt hatte, 650.000 Besucher in den Französischen Kinos verbuchen konnte; von den Kritikern mit den Dardennes, De Sica, Melville und Chaplin verglichen wird/wurde, darf „Souleymans Geschichte“ jetzt schon als Film gelten, der im kulturellen Gedächtnis bleiben wird.
Die Weltpremiere des Films erfolgte am 19. Mai 2024 in der Nebensektion Un Certain Regard des Filmfestivals von Cannes. Bis Januar 2025 gelangte der Film ins Programm von mehr als einem Dutzend internationalen Filmfestivals, darunter Karlovy Vary, Jerusalem; Toronto, Reykjavík, Thessaloniki, Stockholm, Hamburg, Taiwan und Palm Springs. Im Januar 2O26 erhielt der Film als „FILM DES MONATS“ eine Empfehlung der Jury der evangelischen Filmarbeit (= 5 PÖNIS).
2.) TV – TIPP: Der aktuelle ARD-„TATORT“ an diesem Sonntag (22.2.) führt mit seinem 20.15 Uhr-Krimi nach DORTMUND. Natürlich gehört dort auch der populäre Ortsermittler Peter Faber (JÖRG HARTMANN) mit zur Polizeitruppe. Welche in Sachen „SCHMERZ“ diesmal ackert. Der neue Fall führt das Ermittlerteam zunächst in die städtische Unterwelt. Bin neugierig auf die spannenden Zustände in NRW.
Meine Kritik gibt es nach der Sendung, wie gehabt, auf allen bekannten Kanälen.
3.) MUSIK: Bin IHM vor langer Zeit bei einem Rundfunksender in München begegnet. Sofort Sympathie. Auch schon wegen seinem Schlagerklassiker. Den er vortrug. Bekannter Titel – „DA SPRACH DER ALTE HÄUPTLING DER INDIANER“. Bekannter Interpret: DONALD EDGAR „Gus“ BACKUS (12.9.1937 in Long Island, New York; gestorben am 21.2.2019 in Germering/Bayern). Mit Titeln wie „Der Mann im Mond“; „Bohnen in die Ohr’n“ und „Sauerkraut-Polka“ verzeichnete GUS BACKUS in der Bundesrepublik der 1960er-Jahre große Erfolge. UND, natürlich 1972 – mit dem pfundigen Häuptlings-Rock. Anlässlich seines morgigen Todestages mein Wochen-Hit:
Liebe Grüße mit diesem SOMMER-HIT. Von Annodunnemal
PÖNI Pönack
