PÖNIS BLOG 375 (13.02.2026): „CRIME 101“; „DIE ÄLTERN“; „DRACULA – Die Auferstehung“; TV-TIPP: „110“; POP-KLASSIKER

1.)       DER ERSTKLASSIGE THRILLER. Titel = „CRIME 101“ von  Bart Layton (B + Produktion + R; USA/GB 2004; das Drehbuch basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Don Winslow/2020; K: Erik Wilson; M: Blanck Mass; 135 Minuten; deutscher Kino-Start: 12.02.2026).   Davon sind wir nur noch ab und an berührt  –  von einem Thriller, der sich auch als „solcher“ präsentiert. In der Mehrzahl bekommen wir in den Kinos glatte Spannungsfilme geliefert , bei denen während einer überschaubaren Zeit die (Auf-)Lösung erkennbar ist. Hier aber dürfen wir faszinierend warten. Im September 2023 gewann Amazon einen Bieterwettstreit um den Film gegen Netflix. Dreharbeiten fanden im Oktober 2024 in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien statt. Herausgekommen ist ein hervorragender Spanungsfilm. Bei dem lange Zeit nichts so ist wie man es vermutet: Ein kaum auffallender 1 A-Profidieb, Mike Davis (CHRIS HEMSWORTH), der seine riskanten Coups entlang der legendären 101-Freeway in Los Angeles durchführt, plant gerade den größten Raub seines Lebens. Dabei trifft der Solist, eher unerwünscht denn bewusst gewollt, auf eine überschaubare Anzahl von „Kameraden/Innen“, die gerade selbst Probleme haben beziehungsweise bekommen. ‚Beruflich‘ wie privat. Wie die desillusionierte Versicherungsmaklerin Sharon Colvin (HALLE BERRY), die selbst an einem Wendepunkt in ihrem Leben bastelt. Mike und Sharon beginnen, sich zusammen zu raufen. Verfolgt werden sie von einem wuseligen wie hartnäckigen wie ehrgeizigen Polizei-Detective namens Lou Lubesnick (MARK RUFFALO), der – mit Kollegen – den bevorstehenden Kriminalfall unbedingt zu klären gedenkt. „Mit jedem Schritt auf den Millionen-Coup verschwimmen die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem, und alle Beteiligten müssen sich den ereignisreichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen stellen“ („Filmdienst“). Es wird immer spannender. Aufregender.

Während die Positionen „des Personals“ wackeln, sich wenden, sich pikant bewegen, erzählt der Autoren-Regisseur Bart Layton von den selbstverständlichen Mustern eines ausgeklügelten, präzisen amerikanischen Systems in der Mischung  von Gewalt, Korruption, Gerechtigkeit und Loyalität: „Verbrechen ist kein Einzelfall, der von einer ‚bösen Macht‘ ausgelöst würde. Bereits die einführende Drohnenaufnahme der Metropole suggeriert, dass in dieser Stadt sich jede Behörde, jedes Gebäude, jedes Licht lenken lässt“ („Filmdienst“). 

P.S.:   Die Novelle „Crime 101“ von Don Winslow stammt aus dem Jahr 2020 und ist Teil des Kurzgeschichten-Sammelbands „Broken“, der in diesem Monat veröffentlicht wurde. Beansprucht, nach dem Kinoblick, auch sofort/danach unbedingt gelesen zu werden (= 4 PÖNIs).

2.)       ERWACHSENEN-SCHULE. Titel = „DIE ÄLTERN“ von SÖNKE WORTMANN (D 2025; B: Jan Weiler; nach dessen gleichnamigen Roman; Robert Gold; K: Andreas Berger; M: Helmut Zerlett; 104 Minuten; deutscher Kino-Start: 12.02.2026). Manche deutsche Kinospielfilme kommen ‚rüber wie TV-Motive. Dies ist solch ein Werk. Es ist mit viel Staub versehen. Und nur begrenzt unterhaltsam.

Hannes (SEBASTIAN BEZZEL) müsste eigentlich glücklich sein. Müsste. „Besitzt“ eine liebevolle Familie; da gibt es ein Haus im Grünen, und – gerade „nebenbei“ – darf er auf eine solide Karriere als „bunter Schriftsteller“ verweisen. Die besseren Bestsellerjahre sind zwar irgendwie vorbei, doch der um die 50-Hannes nimmt das alles mit stoischer Gelassenheit hin. Er mag es gerne, bequem Ehemann und Vater zu sein. Doch nun sieht seine Familie die häuslichen wie die emotionalen DINGE anders: Seiner Gattin Sara (ANNA SCHUDT) und den bald erwachsenen zwei Kindern geht er mit übermotivierter Fürsorge und und Spätboomer-Weisheiten zunehmenden auf die Nerven. Plus Folgen: Der Verlag/der Verleger stellt seine Romanreihe ein. Die Aussicht auf das Abitur von Sohn Nick umfasst Fragezeichen, und Tochter Carla hat beschlossen, von Zuhause auszuziehen. Als seine Frau schließlich eine Auszeit von der Ehe verkündet und mit Carla eine WG gründet, klingeln bei Hannes die Alarmglocken. Seine Wohlfühlwelt läuft ziemlich kaputt. Und er kapituliert. Als er einer Vanessa (JUDITH BOHLE) begegnet, stellt sich d i e Frage: Gelingt es ausgerechnet ihr, Hannes „zu bekennen“? Ihn endgültig in die Familiengemeinschaft wieder zurückzuschicken? Oder wird er sich – mittelalterlich – gar „neu“ orientieren?

Überhaupt wundern darf man sich schon, denn die aufgerissene Kluft zwischen den Geschlechtern wirkt in ihrer bemühten Verkrampfung  ziemlich „daneben“. Kurzum: Sparflamme als heimisches Entertainment; mehr ist hier nicht drin (= 2 PÖNIs).

3.)       BLUT UND LIEBE. Titel = „DRACULA – DIE AUFERSTEHUNG“ von LUC BESSON (B + R; GB/Fr 2024; nach dem Roman „Dracula“ von Bram Stoker; K: Colin Wandersman; M: Danny Elfman; 129 Minuten; deutscher HEIMKINO-Start: 13.02.2026).  ===   „Dracula: A Love Tale“ (Originaltitel) ist ein romantisches Horror-Drama. Nach dem Tod seiner über alles geliebten Frau wendet sich Prinz Vlad im 15. Jahrhundert von Gott und der Kirche ab und wird zum unsterblichen, blutsaugenden Vampir.  400 Jahre später sieht er im Paris des 19. Jahrhunderts eine Frau , die seiner verstorbenen Liebe „von damals“ ähnelt. Und beginnt ihr nachzustellen.  ===

Insgesamt wurden 953 Personen für den Film engagiert.

Während sich die ursprüngliche Geschichte von Stoker auf die Handlung in England und auf das Treffen von Dracula (CALEB LANDRYJONES) und Mina fokussierte (ZOE BLEU SIDEL), konzentriert sich der monumentale Film auf das menschliche Leben des Grafen Dracula und seine Beziehung zu seiner Frau. Und: Als Priester ist in einem Nebenpart der zweifache „Oscar“-Preisträger CHRISTOPH WALTZ brillant zu erleben.

„Dracula“ ist ein Pracht -Werk von auch wunderbar orchestralem HEIMKINO (= 4 PÖNIs).

4.)       TV – TIPP:  In der Branche hat sich schon längst etabliert, dass viele Filme der sonntäglichen ARD-Reihe  „POLIZEIRUF 110“  einen besseren Krimi-Geruch verbreiten  als so manche „TATORT“-Filme. Ein Beispiel ist an diesem Sonntag-Abend ab 20.15 Uhr zu notieren. Wo viel Spannung annonciert ist, wenn der „Polizeiruf 110“-läuft. Titel: „DER WANDERER ZIEHT VON DANNEN“. Besetzt mit den beiden großartigen Charakterakteuren PETER KURTH und PETER SCHNEIDER. Es handelt sich dabei um den dritten gemeinsamen Krimi-Fall dieser beiden Spitzenkräfte. Dass nach dem jetzigen Trio-Fall 3 mit Ihnen Schluss sein soll, ist zu bedauern. SIE gehören/gehörten zu den Spitzenkräften. Solche Qualitäts-Figuren sollten bleiben.

Meine Kritik gibt es, wie gehabt, nach der Ausstrahlung am Sonntag (15.2.) auf allen bekannten Kanälen.

5.)      M U S I K:    RAY PETERSON; geboren am 23. April 1939 in Denton, Texas; verstorben am 25. Januar 2005 in Smyrna, Tennessee. Er startete seine Gesangskarriere, als er im Krankenhaus  seinen Mitpatienten vorsang. Seinen ersten Plattenvertrag erhielt er 1958 bei RCA-Records. 1960 hatte er mit „Tell Laura I Love Her“ und „Corinne,  (mit tatsächlich e hinten) Corinna“ zwei Top 10-Erfolge in den USA. Letzterer wurde auch in Deutschland unter dem Titel  CORINNA, CORINNA  zu einem Hit. In dieser Woche platzierte er sich bei mir wieder auf Platz 1:

Wünsche eine gute Zeit.   Liebe PÖNI-Grüße

kontakt@poenack.de

 

 

 

 

 

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