PÖNIS BLOG 374 (6.02.2026): „NO OTHER CHOICE“; „Der Schimmelreiter“; TV-TIPP; „The Adam Project“/HEIMKINO; ENIGMA

1.)       REAL-FICTION-REAL. Titel = „NO OTHER CHOICE“ /„Ich kann es nicht ändern“ von PARK CHAN-wook (Co-B, Produktion + R; Südkorea 2024/2025; basiert auf dem 1997 erschienenen Kriminalroman „The Ax“ des US-amerikanischen Schriftstellers Donald E. Westlake/1933-2008; eine deutschsprachige Übersetzung unter dem Titel „DER FREISTELLER“ erschien ein Jahr später im Europa-Verlag; Co-B: Lee Kyoung-mi; Lee Ja-hye; Don McKellar; K: Kim Woo-hyung; M: Cho Young-wuk; 139 Minuten deutscher Kino-Start: 05.02.2026). Man-soo (LEE BYUNG-HUN) hat sich – mit enormem Fleiß und harter Arbeit –  bei einer Papierproduktion ein perfektes privates Einkommenleben geschaffen: Haus mit Garten, harmonische Ehe mit Mi-ri (SON YEJIN), zwei talentierte Kinder und genügend Zeit für sein geliebtes Bonsai-Hobby. Doch als plötzlich sein Job in der Firma ersetzt wird, müssen ER und seine Familie auf allerlei Annehmlichkeiten verzichten: die Tennisstunden der Gattin, das Netflix-Abo der Kinder, und selbst die zwei treuen Golden-Retriever können sie sich nicht mehr leisten. Ein Jahr später arbeitet er in einem Supermarkt und besucht weiterhin Vorstellungsgespräche. Und je länger Man-su vergeblich Bewerbungen schreibt, desto näher rückt auch die Möglichkeit , das schöne eigene Haus zu verlieren. Schließlich begreift er: Nicht der Mangel an Jobs ist das Problem, sondern die Menge an Mitbewerbern. Man-soo bleibt keine andere Wahl, als sich – auf sehr kreative Art und Weise – seiner Konkurrenten zu entledigen.

Der Autoren-Regisseur PARK CHAN-wook („Oldboy“; „Die Taschendiebin“) zählt zu den 1 A-Filmkünstlern aus Südkorea. Sein neuester meisterhafter Unterhaltungsstreich ist ein bitterböses Vergnügen, ist eine messerscharfe Symphonie des Absurden, dabei visuell brillant und ausgiebig-beißend komisch. Ist ein rasantes Kinoerlebnis, mit unvorhersehbaren Wendungen und immensen listigen Gedanken sowie kessen doppelbödigen Bewegungen. In dem Hauptpart beeindruckt LEE BYUNG-hun als Mittelschichtskarrierist mit-ohne Hemmungen und mit blutig-grünem Daumen.

Der Kapitalismus triumphiert spannend-wütend: „NO OTHER CHOICE“ besitzt schon etwas Kultiges (= 4 PÖNIs).

2.)       LANGE WEILE. Titel = „DER SCHIMMELREITER“ von  Francis Meletzky (D/Ö 2024; B: Léonie-Claire Breinersdorfer; nach der Novelle von Theodor Storm/1888; sich auf eine Zeitreise ins Heute begebend; K: Bella Halben; M: ; 100 Minuten; deutscher Kino-Start: 05.02.2026). Nordfriesland heute: Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt der ehrgeizige Naturmensch und Außenseiter Hauke Haien zwei Funktionen im Küstenschutz. ER wird Deichgraf und Direktor des Küstenschutzes. Doch seine Warnungen vor den dramatischen Auswirkungen des Klimawandels werden als Hysterie abgetan. „Die Idee, den ‚Schimmelreiter‘ vor dem Hintergrund des Klimawandels in die Jetztzeit zu übertragen, leuchtet ein. Doch Francis Meletzky scheint die Naturgewalten mit ihrer wuchtigen Regie noch übertreffen zu wollen. Katastrophenmeldungen aus aller Welt und die dominante Filmmusik überfrachten die Handlung mit übermäßigem Pathos“ /  („CINEMA“). Stattdessen dominieren cineastische Trockenheit, voraussehbare Motive, erhebliches Geschreie, so dass die Lange Weile übermäßig nervt (= 1 PÖNI)

3.)       AUF DEN KEKS GEHEND.   Titel = „THE ADAM PROJECT“ von Shawn Levy (Produktion + R; USA 2020/2021; B: Jonathan Tropper; T.S. Nowlin; Jennifer Flackett; Mark Levin; K: Tobias A. Schliessler; M: Rob Simonsen; 106 Minuten; deutscher HEIMKINO-Netflix-Start: 11.03.2022 und jetzt-jetzt wieder). Das Zuhause-Anschauen dieses Films ist ziemlich anstrengend. Es wird viel gequasselt; das Worüber-Lamentierend ermüdet. Es fallen Wortduell-Begriffe wie Algorithmus. Oder Kernschmelze. Und Parallel-Kontakt. Weitere Zettel-Stichworte lauten: Fixzeit und logisch-konfus. Sowie Altkluges-Kind. Und so weiter , und so fort. Und Anklänge an Star Wars-Ideen werden vermutet. Vier Autoren fummelten am Drehbuch.

Worum es geht, denn immerhin tauchen ja auch so namhafte Akteure wie RYAN REYNOLDS und MARK RUFFALO auf?  Es geht um Zeitreisen – Reisen. 2015, 2018, aber auch 2050. Und zurück. Gleiches Personal düst durch die Zeiten. Dann duellieren sich männliche und weibliche Erwachsene mit zum Beispiel Licht-Laser-Stäben. Um dann dabei viele Erklärungen dazu  abzugeben. Und RYAN REYNOLDS? Macht halt mit. Und MARK RUFFALO? Auch. Und als kindliches Wesen taucht ein jugendlicher Adam auf (ein nerviger WALKER SCOBELL) = der Ryan Reynolds nun als JUNGER ADAM mimt.

Nur bedingt interessant: Ein paar taffe Mädels sorgen für reichlich Unruhe. Warum? Ja warum?

„Beim Teilchenbeschleuniger kommt es zur entscheidenden Konfrontation“, heißt es diesbezüglich bei WIKIPEDIA.

Ist das ein Murks, steht auf meinem Spickzettel. Genau (= 2 PÖNIs).

4.)        TV-TIPP:   Für den SONNTAGs-„Tatort“ (8.2.) melden sich diesmal Ermittler aus SAARBRÜCKEN. „DAS BÖSE IN DIR“ heißt die 1329. Episode, bei der das Ermittlerduo DANIEL STRÄßER (als Adam Schürk) und VLADIMIR BURLAKOV (als Leo Hölzer) vorneweg mitmischen. Meine Kritik gibt es nach der 20.15 Uhr-ARD-Ausstrahlung auf allen bekannten Kanälen.

5.)       MUSIK:   Musikalisch heißt es diesmal  ENIGMA  – RETURN TO  INNOCENCE.   Einmal gehört, als Wochen-Hit entdeckt, ist ein exzellenter Musik-Empfang:

Viel Vergnügen!  Bei was und wo auch immer:

PÖNI Pönack

kontakt@poenack.de

Teilen mit: