PÖNIS BLOG 373 (30.01.2026): Ungehorsam; „LÜCKE“; „CHARLIE“; „Cold Blood Legacy“; „Tatort-Berlin“; AMY WINEHOUSE

O.)       NEW QUEER RADICALS präsentieren: CINEMA OF DISOBEDIENCE („Ungehorsam“)  – das ist Filme machen neu gedacht! Die Künstler*innengruppe tritt mit diesem Projekt im Februar 2026 mit Beiträgen beim International Film Festival Rotterdam, den Internationalen Filmfestspielen Berlin und weiteren Veranstaltungen im Berliner Kino „Moviemento“ erstmals an die Öffentlichkeit. CINEMA OF DISOBEDIENCE ist eine internationale Bewegung und ein Kollektiv von Filmemachern, das sich für Risikobereitschaft und kritisches Denken einsetzt und sich gegen die Logik des Marktes stemmt. So heißt es im Manifest:   „Wir weigern uns, den Regeln des modernen Filmmarktes zu folgen. Wir werfen ihm vor, so konservativ geworden zu sein, dass er die künstlerische Innovation des Kinos bis hin zu einer erschütternden Krise untergräbt. Wir sind Zeugen, wie Filmemacher*innen, die nach Finanzmitteln suchen, ihre Werke verunstalten müssen, um sich vorab genehmigten Formeln anzupassen und ihre Erzählungen so gestalten, dass sie künstlerischen Marktanforderungen entsprechen, anstatt authentischen Ausdruck zu finden“. 

(Foto: Komplizen Film GmbH / Doll Film)

1.)       DAS LEBEN KENNENLERNEN. PROBIEREN. Titel = „ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE“ von SIMON VERHOEVEN (B + R; D 2025; nach dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff/2015; K: Jo Heim; M: Segun Akinola; 136 Minuten; deutscher Kino-Start: 29.01.2026). Wie ist Dein Leben? Kannst Du es Dir aussuchen? Bestimmen? Dirigieren? Oder bist Du abhängig? Von „den Dingen des Lebens“? Von den Regeln? Vorgegeben von den Eltern? Zum Beispiel? Oder entscheiden die Begegnungen, mit denen Du „zu tun“ hast? Von den täglichen, nächtlichen, tagesaktuellen Einflüssen? Von wegen Freunde, Kunst, Künste?  Oder was ist überhaupt das Leben, das MANN führt? Wie vermag man es „korrekt“ zu beschreiben? Zu erklären?

Ich bin ein Fan des Autoren-Regisseurs SIMON VERHOEVEN, der uns schon seit Jahren mit einigen wunderbaren deutschen Kinofilmen beglückt hat. Wie „Männerherzen … und die ganz, ganz große Liebe“ (s. Kino-KRITIK /2011/4 PÖNIs);   „Girl You Know It’s True“ (s. Kino-KRITIK /2023/4 1/2 PÖNIs);  „Willkommen bei den Hartmanns“ (s. Kino-KRITIK /2016/4 1/2 PÖNIs).  Und nun meldet er wieder ein gutes Stück Cinema für unsere Lichtspielhäuser an. Denn dieses „Lücken“-Movie, das genau DIESES THEMA behandelt,  lässt sich prächtig gefallen. Anschauen. Mitdenken. Die Bewegungen dazu sind sehr bekömmlich. Angenehm unterhaltsam. Und bisweilen ziemlich ulkig auch.

Mit 20 wird Joachim (BRUNO ALEXANDER) unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht deshalb in die Villa zu seinen Großeltern Inge und Hermann (prächtig: SENTA BERGER  und MICHAEL WITTENBORN). Zwischen den skurrilen Herausforderungen der Schauspielschule und den exzentrischen, oft alkoholgetränkten Ritualen seiner Großeltern bemüht sich Joachim, seinen Platz in der Region und – zugleich – in der komplizierten Welt zu finden. Ohne eigentlich „so richtig“ zu wissen, welche Rolle, welcher Platz FÜR IHN „tatsächlich“ vorgesehen, also reserviert sei. (Aber ER ist ja auch erst 20); der irritierte Lausbub).

Doppelbödig-komisch und reichlich berührend erzählt Simon Verhoeven davon, wie schwierig es ist bzw. wird, sich seinen umfangreichen Gefühlen zu stellen. Währenddessen WIR uns der Prozedur amüsiert stellen. Gut so (= 4 PÖNIs).

2.)      HUND = Ja. KATZE = No.   Titel = „CHARLIE, DER SUPERHUND“ von Shea Wageman (Co-B + R; Kanada 2024; Co-B: Steve Ball + Produktion; Lighting Supervisor: Justin De Ruiter; Composed by Bryan Adams; u.v.a.; 95 Minuten; deutscher Kino-Start: 29.01.2026). Das Spiel ist falsch. Normalerweise sind KATZEN im Kino, also auf der Leinwand,  immer NETT. Wie privat auch. Hier aber ist die Dicke-Nachbar-Katze Puddy eine tückische Schreckschraube. Und macht reichlich Ärger. Dies ist die banale Nebenstory dieses Animationsstreifens, bei dem der achtjährige Golden-Retriever Danny und sein liebenswerter Charlie-Boy das ebenso freundschaftliche wie viehische Gut-Sein veranstalten. Belegt mit Sprache. Beide Akteure fügen sich abenteuerlich ein, wenn es darum geht, die Welt etwas positiver zu gestalten. Nach einer merkwürdigen Alien-Begegnung kehrt Charlie mit übernatürlichen Kräften von einem Ausflug zurück. Um nun – zusammen mit Herrchen – aufzuräumen. Schließlich, und da wird es thematisch etwas  interessant, weil ab und an auch die geldgeile eklige US-Präsidentin (ohne Trump) mitmischt. Was den mitunter hektischen Superfilm aber kaum besser werden lässt (= 2 PÖNIs).

3.)       DER UNGEHORSAME. Titel = „COLD BLOOD LEGACY“ von Frédéric Petitjean (B + R; UKRAINE/D/Belgien/Fr 2018; K:Thierry Arbogast; M: Xavier Berthelot; 95 Minuten; deutscher Kino-Start: 15.05.2019; HEIMKINO-Ascot Elite-Neuauflage: Frühjahr 2026). Ich mag IHN. Konsumiere IHN gerne. Wie jetzt gerade. Wo ein Spielfilm auftaucht, in dem er „genüsslich“ einen Lieblingspart mimt. Juan Moreno y Herrera-Jiménez, geboren am 30. Juli 1948, besser bekannt als JEAN RENO; populär als französisch-spanischer Schauspieler. Durch seine Zusammenarbeit mit Regisseur Luc Besson etablierte er sich als einer der führenden Schauspieler des französischen Kino, der auch diverse Auftritte in internationalen Produktionen verbuchen kann. Wie bei bemerkenswerten Action-Aktionen in bzw. bei „Nikita“, „Ronin“, „Sakrileg“.  Hierzulande läuft gerade eine unbekannt gebliebene Thriller-Melodie, bei der er einen ausgestiegenen professionellen Auftragskiller mimt, der von verschiedenen zwiespältigen gesellschaftlichen Seiten entdeckt wird. Wobei ER eine junge schwerverletzte Frau namens Charlie (SARAH LIND) rettet und sie gesund pflegt. Doch SIE ist beileibe kein weiblicher Kumpel. Ganz im Gegenteil. Der Filmoldie gefällt, wenn man akzeptiert, einen Durchschnittsstreifen zu erleben. Und wo mal wieder eine Begegnung mit JEAN RENO stattfindet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dessen Sätze wie „GEWÖHNLICH RETTE ICH KEINE MENSCHEN“;  „ICH WILL NICHT VON MENSCHEN GESTÖRT WERDEN“ sowie  „ZWEIFEL GEHÖRT ZU MEINER NATUR“ wie Mundkugeln knallen. Heimisch-TV-Okay  (= 3 PÖNIs).

4.)       TV -TIPP:  Ist schon eine Weile her, der letzte ARD- „TATORT“-Krimi aus Berlin. –     Lief am 16.2.2025 unter dem Titel: „Vier Leben“ (s. TV-KRITIK/3 PÖNIs) –     Mit MARK WASCHKE als Robert Karow und (der großartigen) CORINNA HARFOUCH als Susanne Bonard. Dieser ARD-„Tatort“-Krimi ist die sechste und letzte Folge mit CORINNA HARFOUCH als Berliner Kommissarin. Schade. Der Abschiedstitel lautet: „Gefahrengebiet“ ! Bin gespannt. Nach der Sendung gibt es meine Kritik auf allen bekannten Kanälen.

5.)       M U S I K:   Was war SIE für eine wunderbare Sängerin  – AMY WINEHOUSE; geboren am 14. September 1983 in Southgate; gestorben am 23. Juli 2011 in Camden, London. SIE war eine exzellente Soul- und Jazz-Sängerin und Songschreiberin. Den internationalen Durchbruch schaffte Amy Winehouse mit dem Album „BACK TO BLACK“: Dort ist Nummer 3 die dritte Auskoppelung aus dem ALBUM und wurde am 30. April 2007 herausgebracht. Das Album selbst wurde im Februar 2006 bei den GRAMMY AWARDS vierfach ausgezeichnet; Amy Winehouse gewann zudem als „Beste neue Künstlerin“. Es ist mit über 20 Millionen verkauften Exemplaren der Gigant unter den weltweit meistverkauften Musikalben. Was für ein großartiger Hit:

Wünsche allen sonnigere Tage.

PÖNI grüßt

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