PÖNIS BLOG 372 (23.012026): „SILENT FRIEND“; „DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER“; „EIN EINFACHER UNFALL“; TV-TIPP; DIRK MICHAELIS

1.)       EIN BESONDERER FILM. Titel = „SILENT FRIEND“  von ILDIKÓ ENYEDI (B + R; D/Fr/Ungarn 2024; K: Gergely Pálos; Károly Szalai; 145 Minuten; deutscher Kino-Start: 15.01.2026).  Was für eine wunderbare Spezialität von Kinofilm! DER – fast ausschließlich – rund um den Alten Botanischen Garten der Universitätsstadt Marburg angesiedelt wurde, dazu spielen kurze Szenen in Paris und Hongkong. Im Zentrum dreier Geschichten, die sich über ein Jahrhundert erstrecken, steht ein Ginkgo, der über diesen Zeitraum hinweg die leisen Rhythmen der Transformation in drei Menschenleben beobachtet hat.

Die drei Geschichten, die am Beginn des 20. Jahrhunderts und den 2020-er Jahren spielen, kreisen um einen 1832 gepflanzten GINKGOBAUM im Botanischen Garten von Marburg, Im Jahr 2020 stellt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der dort eine Gastprofessur hat und das Gehirn von Babys erforscht, ein Experiment mit dem alten Baum an.

Im Jahr 1972 erfährt der Student Hannes (ENZO BRUMM) infolge des Beobachtens und der Verbindung mit einer Geranie eine tiefgreifende Veränderung. Im Jahr 1908 entdeckt Grete (LUNA WEDLER), die erste Biologiestudentin der Universität, ihre Leidenschaft für die Fotografie. Insbesondere Pflanzen nimmt sie mit ihrer Linse genauer unter die Lupe und entdeckt dabei Erstaunliches, zum Beispiel heilige Muster des Universums, verborgen in der bescheidensten aller Pflanzen.

Regie führte Ildikó Enyedi, die auch das Drehbuch verfasste. Es handelt sich bei „Silent Friend“ um den achten Langfilm der ungarischen Filmemacherin. Zu dem botanischen Garten der Universität, wo der Ginkgobaum steht, erklärte sie, dass ein Ort wie dieser, eine „universitas“ sei, also schon immer Zentrum gewesen sei, im Zusammenhang  von freier und grenzenloser menschlicher Neugier und der Wissenschaft. Sie will mit ihrem Film auch auf die Schönheit und die naive, kühne Kraft wissenschaftlicher Forschung aufmerksam machen.

Zu den weiteren Fakten, unter anderen: Der Spielfilm-Hongkong-Chinese TONY LEUNG CHIU-wai spielt den Neurowissenschaftler Tony Wong; die Französin Léa Séydoux die Biologin Alice. Die Dreharbeiten fanden ab Anfang 2024 überwiegend in Marburg statt, wo der Film angesiedelt ist, unter anderem im Alten Botanischen Garten der Philipps-Universität. Für die Aufnahmen des im Zentrum des Films stehenden Ginkgobaums – über ein Jahrhundert hinweg – nutzte man drei verschiedene Bäume. Weitere Aufnahmen entstanden in Köln, Bonn, Düsseldorf und Paris.

Nach ihrem ‚Goldenen-Bären‘-Gewinner „Körper und Seele“ (2017) präsentiert die „Oscar“-nominierte Ildikó Enyedi mit diesem Film ein poetisches Werk entstand über die Beziehung zwischen   Mensch und Pflanze  – und die Sehnsucht nach Verbundenheit.

„In den leisen Annäherungen ihrer Figuren entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel und die Schönheit des Suchens“ (Pandora Film). „Fast zu schön, um wahr zu sein“ (FAZ online).

UND: LUNA WEDLER („22 Bahnen“), in Venedig als „beste junge Entdeckung“ mit dem „Marcello-Mastroianni-Preis ausgezeichnet, verkörpert in dem Film, mit der Figur der Grete, die erste Frau, die 1908 an der Universität Marburg studierte, ein Sinnbild für Mut, Neugier und die leise Kraft des weiblichen Blicks (= 4 PÖNIs).

2.)     FRANZÖSISCHER KOKOLORES. Titel = „DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER“ von Vinciane Millereau (Co-B + R; Fr/Belgien 2024; Co-B: Julien Lambroschini; K: Philippe GuIlbert; M: Romain Trouillet; 103 Minuten; deutscher Kino-Start: 22.01.2026). Mitunter nett, aber insgesamt blödig-unterhaltend. Dumpfbackig. 1958. ER ist bei einer Bank angestellt, SIE kümmert sich um den Haushalt und die zwei Kinder. Beim kleinbürgerlichen französischen Ehepaar Hélène und Michel Dupuis stresst seltsamer Zoff das Geschehen. SIE gewinnt bei einem Preisausschreiben eine Waschmaschine. Der Gatte will das Gerät verscherbeln. Die Gattin ist dagegen. Man rangelt sich häuslich, es entsteht ein Stromschlag, der die Beiden ins Jahr 2025 versetzt. Und mit Gags unterschiedlicher Komik-Art verbindet. Und die Gören wirbeln eher belanglos mit.

Während Gatte Michel herum-wuselt, bemüht sich die Ehefrau flotte Lebenspunkte zu sammeln. Mit insgesamt desorientiertem französischem Kokolores. Es empfiehlt sich, wenn überhaupt, eine Heimkino-, also Wohnzimmer-Begutachtung (= 2 PÖNIs).

3.)        BEDEUTSAM. Titel = „EIN EINFACHER UNFALL“ von JAFAR PANAHI (B + Produktion + R; Iran/Fr/Luxemburg 2024; K: Amin Jafari; 104 Minuten; deutscher Kino-Start: 08.01.2026).   DSCHAFAR PANAHI  oder  JAFAR PANAHI ; geboren am 11. Juli 1960 in Mianeh, Provinz Ost-Aserbaidschan; seit Ende der 1980er-Jahre hat sich der Autoren-Regisseur wiederholt kritisch mit Politik und Gesellschaft in der sogenannten Islamischen Republik auseinandergesetzt, weshalb er in seinem Heimatland inhaftiert und mit einem Berufsverbot belegt wurde.

Mit „Der Kreis („Goldener Löwe“ in Venedig; 2000); „Taxi Teheran“ („Goldener Bär“ in Berlin; 2015)  und  „Ein einfacher Unfall“ („Goldene Palme“ in Cannes; 2015) gelang es ihm, die Hauptpreise der bedeutendsten europäischen Filmfestivals zu gewinnen.

Im Mittelpunkt der Handlung seines aktuellen Films stehen ehemalige Gefängnisinsassen des iranischen Regimes, die zufällig auf ihren mutmaßlichen Peiniger treffen und sich mit Fragen von Rache und Gerechtigkeit auseinandersetzen. Erneut realisierte Jafar Panahi, der der Islamischen Republik kritisch gegenübersteht und mehrfach inhaftiert wurde, den Film ohne eine offizielle Drehgenehmigung der iranischen Behörden.

Film-fakt bei „Wikipedia“: „Ein iranischer  Automechaniker glaubt in einem Mann mit einer Beinprothese einen brutalen Wächter aus dem Gefängnis wiederzuerkennen und will ihn aus Rache lebendig begraben. Um sicherzugehen, dass es auch wirklich sein Peiniger ist, entführt er den Mann und klappert mit ihm andere ehemalige Mitgefangene ab. Auf der Fahrt kreuz und quer durch Teheran entspinnen sich erbitterte moralische Auseinandersetzungen über Gewalt, Vergeltung und Gerechtigkeit, die durch brenzlige Situationen, dezenten Humor und kuriose Wendungen aufgebrochen werden. Ein ebenso furioser wie grotesker Rachethriller, der immer wieder von Fragen nach der Menschlichkeit unterwandert wird“.

Ich konnte den Film erst jetzt sehen und bin tief berührt und sehr erschüttert (= 5 PÖNIs).

4.)        TV-TIPP: Der letzte – mittelmäßige – TATORT-Krimi aus Bremen lief am 11. Mai 2025 („Solange du atmest“) und war „ortsüblich“ mit JASNA FRITZI BAUER (als Liv Moormann) und LUISE WOLFRAM (als Linda Selb) besetzt. An diesem SONNTAG, 25. Januar, heißt der ARD-Serienspannungsstreifen „Wenn man nur einen retten könnte“. Es ist die 1327. „Tatort“-Episode und wird die einzige von Bremen in diesem Jahr sein. Von wegen  – wir in Bremen müssen sparen. Nach der Ausstrahlung gibt es bekanntermaßen meine Kritik auf allen Kanälen.

5.)        M U S I K:  Was mag ich dieses Lied! Wann, und wo ich es nannte oder spielte (zum Beispiel in meinen RIAS 2-Sendungen), hatte ich „gewonnen“. Wovon die Rede ist?: „ALS ICH FORTGING“, ein Lied der Gruppe der Gruppe KARUSSELL, das 1987 veröffentlicht wurde. Komponist und Sänger ist DIRK MICHAELIS, der Text stammt von GISELA STEINECKERT. Das Stück gilt als Klassiker der DDR-Rockmusik! Ach so ja, von 1985 bis 1991 war ER, Dirk Michaelis, der Frontmann der Rockband KARUSSELL!  Wird Zeit  =  Ist derzeit mein musikalischer Nr.1-Wochen-Hit! Vermag ich gar nicht oft-genug hören. In dieser fantastischen Live-Fassung.

Mit besten Grüßen an Dirk, Gisela und die vielen Fortging-Fans

PÖNI P Ö N A C K

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