PÖNIs: (4/5)
REAL-FICTION-REAL. Titel = „NO OTHER CHOICE“ /„Ich kann es nicht ändern“ von PARK CHAN-wook (Co-B, Produktion + R; Südkorea 2024/2025; basiert auf dem 1997 erschienenen Kriminalroman „The Ax“ des US-amerikanischen Schriftstellers Donald E. Westlake/1933-2008; eine deutschsprachige Übersetzung unter dem Titel „DER FREISTELLER“ erschien ein Jahr später im Europa-Verlag; Co-B: Lee Kyoung-mi; Lee Ja-hye; Don McKellar; K: Kim Woo-hyung; M: Cho Young-wuk; 139 Minuten deutscher Kino-Start: 05.02.2026). Man-soo (LEE BYUNG-HUN) hat sich – mit enormem Fleiß und harter Arbeit – bei einer Papierproduktion ein perfektes privates Einkommenleben geschaffen: Haus mit Garten, harmonische Ehe mit Mi-ri (SON YEJIN), zwei talentierte Kinder und genügend Zeit für sein geliebtes Bonsai-Hobby. Doch als plötzlich sein Job in der Firma ersetzt wird, müssen ER und seine Familie auf allerlei Annehmlichkeiten verzichten: die Tennisstunden der Gattin, das Netflix-Abo der Kinder, und selbst die zwei treuen Golden-Retriever können sie sich nicht mehr leisten. Ein Jahr später arbeitet er in einem Supermarkt und besucht weiterhin Vorstellungsgespräche. Und je länger Man-su vergeblich Bewerbungen schreibt, desto näher rückt auch die Möglichkeit , das schöne eigene Haus zu verlieren. Schließlich begreift er: Nicht der Mangel an Jobs ist das Problem, sondern die Menge an Mitbewerbern. Man-soo bleibt keine andere Wahl, als sich – auf sehr kreative Art und Weise – seiner Konkurrenten zu entledigen.
Der Autoren-Regisseur PARK CHAN-wook („Oldboy“; „Die Taschendiebin“) zählt zu den 1 A-Filmkünstlern aus Südkorea. Sein neuester meisterhafter Unterhaltungsstreich ist ein bitterböses Vergnügen, ist eine messerscharfe Symphonie des Absurden, dabei visuell brillant und ausgiebig-beißend komisch. Ist ein rasantes Kinoerlebnis, mit unvorhersehbaren Wendungen und immensen listigen Gedanken sowie kessen doppelbödigen Bewegungen. In dem Hauptpart beeindruckt LEE BYUNG-hun als Mittelschichtskarrierist mit-ohne Hemmungen und mit blutig-grünem Daumen.
Der Kapitalismus triumphiert spannend-wütend: „NO OTHER CHOICE“ besitzt schon etwas Kultiges (= 4 PÖNIs).
