IM SPIEGEL MEINER MUTTER

PÖNIs: (2/5)

IM SPIEGEL MEINER MUTTER von Jutta Brückner (B + R;  D 2025; K: Daniela Knapp; M: Maciej Sledziecki; 95 Minuten; deutscher Kino-Start: 13.08.2026).

Ich erinnere mich gerne. Einst. Als es möglich war, von Berlin-West nach Ostberlin zu wechseln, für einen Bühnen-Abend; oder zum Treffen mit Bekannten, mit Freunden oder „nur“, um einen neuen DEFA-Spielfilm zu sehen, oder um familiäre Begegnungen mal wieder zu pflegen, dafür bzw. dabei war zumeist positive Stimmung annonciert. Und wenn sich die Möglichkeit ergab, CORINNA HARFOUCH künstlerisch zu erleben, war die einheimische Korrespondenz am nächsten Tag bzw. waren DIE Gedanken und Meinungen an den nächsten West-Tagen immens.

CORINNA HARFOUCH ! Im Schnelldurchlauf: geb. Meffert (16. Oktober 1954 in Suhl); in ihrer Karriere spielte sie in zahlreichen Theater-Inszenierungen und in mehr als 100 Film- und Fernseh-Produktionen mit. Ihre Preise, ihre diversen Auszeichnungen füllen Seiten. CORINNA HARFOUCH genießt verdientermaßen viel Ansehen.

Dermaßen ausgestattet habe ich mich in ihren neuen deutschen Kinofilm begeben.

Und bin betrübt.

Von wegen – ein trockenes deutsches Werk. In einer deutschen Familie gibt es viel Zoff. Mutter und Tochter duellieren sich. Die Mutter ist tot, vermag aber weiterhin kräftig pointierte Positionen zu beziehen. „Meine Mutter ist an ihrem Leben gestorben“. Tönt es. Mit Absicht: Menschliche Dinge aus der Vergangenheit erforschen, ermitteln, lauten die (An-)Weisungen. „Corinna Harfouch, wer sonst, spielt mit verpanzerter Fragilität die Archäologin und Universitätsprofessorin Ursula Scheuner, um die herum so einiges los ist: Ihre Mutter (HILDEGARD SCHMAHL) ist kürzlich im Pflegeheim gestorben, und ihr Institut ist gerade eine Baustelle. Bei solchem Lärm lässt sich schwer lehren“ („Filmdienst“). Also geht es ans Eingemachte. Warum, weshalb, wieso … ziemlich uninteressant. Scheuner gelingt bei Ausgrabungen im Moor ein überraschender Leichenfund, was dem finanziell angeschlagenen Institut helfen sollte, notwendiges Geld zu besorgen. Das Elternhaus wird geplündert, um Gegenwart und Vergangenheit zusammenzubringen. Leben soll endlich wieder Ordnung bedeuten, also angepasst wirken. Doch dann taucht eine neue mysteriöse Störerin, sprich Assistentin Mel (CARLA JURI), auf und sorgt für hochgradige Nervosität. An allen Fronten.

Der Film murkst. Theoretisiert. Mal als Drama, mal als Trauerfläche. Mal als Krimi-Ähnlichkeit. Was mich daran stört, ist die Tatsache, dass an solchem zwischenmenschlichen Trockendog nur  begrenztes Interesse besteht. Erfüllen wir den Zweck: „Nach Hungerjahre“/1980  und „Tut Recht und scheue Niemand“/1975 nimmt Jutta Brückner den Faden ihrer Mutter-Tochter-Filme wieder auf. Es steckt aber noch viel mehr in diesem neuen Werk“ („epd film“)“.

Nein.

Es ist ein mühseliger Streifen, der sich mäßig bewegt. Mit viel Spaßlosigkeit. Und Luftempörung.   (= 2 PÖNIs).

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