GENTLE MONSTER

PÖNIs: (3/5)

„GENTLE MONSTER“ von Marie Kreutzer (B + R; Ö/D/Fr 2025; K: Judith Kaufmann; M: Camille; 114 Minuten; deutscher Kino-Start: 17.9.2026). 

Die Konzertpianistin Lucy (LÉA SEYDOUX) zieht mit ihrem Mann Philip (LAURENCE RUPP) und dem gemeinsamen Sohn aufs Land, wo sich der Filmemacher langsam von einem Burnout erholt. Eines Tages steht die Polizei für eine Hausdurchsuchung vor der Tür. Der Vorwurf, den Sonderermittlerin Elsa Kühn (JELLA HAASE) gegen Philip erhebt, wiegt schwer; stellt Lucys Leben auf den Kopf. Wer ist der Mann, den sie liebt, wirklich? Der Film „berichtet“ über bislang „unbedarfte“ Menschen, die sich plötzlich mit Vertrauen und Täuschung, über Liebe und die Ehrlichkeit zu sich selbst befassen müssen. Dabei offenbart sich Lucys Dilemma: die Bürde der Verantwortung für die Taten eines Mannes ertragen zu müssen.

Die Kritiken sind höchst unterschiedlich. Bei Metacritic erhielt „Gentle Monster“ am 17. Mai 2026 einen Metascore von 71 von 100 möglichen Punkten, der auf neun Rezensionen basierte. Während auf kinofans.com Peter Osteried kritisierte, dass ein wichtiges, sensibles Thema in einem zähen und unschlüssigen Drama völlig verschenkt werde. Die Figuren seien alle ungreifbar, wenn nicht gar unsympathisch, oftmals auf jeden Fall unverständlich. Die überflüssige Nebenhandlung räsoniere nicht mit der Haupthandlung.

Ich empfinde das Geschehen zwiespältig. Die Konfrontation zwischen Mann und Frau erreicht eine intensive Erzählstärke, muss jedoch dramaturgisch zurückstecken, wenn sich die Bewegungen beim Auftauchen des dementen Vaters der Polizistin thematisch „einmischen“.

Der Nachruf beim Filmende klärt auf: Schätzungen zufolge ist jedes fünfte Kind in Europa von sexueller Gewalt betroffen.  Bis zu 85% der Täter sind Menschen, die das Kind kennt, liebt und denen es vertraut. 

„GENTLE MONSTER“ vereint ein renommiertes europäisches Schauspielerensemble, mit Fachkräften wie eben LÉA SEYDOUX, JELLA HAASE, LAURENCE RUPP sowie CATHERINE DENEUVE und HANNA HABERSETZER in Nebenrollen.   (= 3 PÖNIs).

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