Footloose Kritik


FOOTLOOSE“ von Craig Brewer (Co-B+R; USA 2010; 113 Minuten; Start D: 20.10.2011); der Achtziger-US-Kintopp-Wirbel in verpfuschter Kopie – erst „Fame“ (1980 / 2009), jetzt dies hier. Und demnächst wollen sie sogar ´ran an „Dirty Dancing“. Wie zu hören war. Wie war das noch gleich damals, anno 1984? Als der junge Kevin Bacon als Außenseiter-Proll Ren McCormack von Chicago nach Bomont mit seiner Mutter zog, in diese spießige Kleinstadt? Wo der Rock ‚n’ Roll und überhaupt Alkohol und Tanzen auf der Verbotsliste standen? Weil Reverend Shaw Moore hier das Sagen hatte (John Lithgow)? Doch gemeinsam mit dessen tanz- und liebeswütiger Tochter Ariel (Lori Singer) bringt er „Little Town“ letztlich doch zum rhythmischen Kochen. Die alten Rezensenten fanden’s damals vorwiegend lähmend-doof, während der Film bei den Kids gut ankam. Vor allem auch wegen seinem fetzigen Soundtrack: Der von Kenny Loggin gesungene Titelsong hielt sich drei Wochen auf Platz 1 der „Billboard-Charts“. Während das Lied sogar für den „Oscar“ nominiert wurde. Und heute als Popsong-Klassiker gilt.

Apropos, heute: Der neue Film törnt nur ab. Als weich- und klischeegespülte Soft-„Rebellion“. Mit denselben Namen und neuen Mitmachern. Wie Kenny Wormald (mit James Dean-Tolle) und Julianne Hough (mit sexueller Clip-Energie). Dieselbe Story. In der I-Pod-Ära. Mit viel vorhersehbarem Moral-Muff. Dabei ganz schön „reißerisch“ nackig. Promi-Pfaffe DENNIS QUAID („The Day After Tomorrow“) greift als Dorf-Diktator schnell mal ein bisschen Gage ab. Und als seine Ehefrau lächelt ANDIE MacDOWELL („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) völlig unterfordert treu-nett.

„Footloose“ verkommt 2011 zu läppischem Trockenficken mit Musik (= 1 PÖNI).