PÖNIs: (4/5)
Der Film handelt von Ahmet (ARIF JAKUP), von einem 15-jährigen Jungen im ländlichen Nordmazedonien. Er feierte seine Weltpremiere am 23. Januar im Rahmen des Wettbewerbs „World Cinema“ des Sundance Film Festivals 2025, wo er den Publikumspreis der Sektionen gewann.
Der Film dreht sich um das Leben des 15-jährigen Ahmet, der sich zum ersten Mal verliebt, DJ werden möchte und sich mit dem Konservatismus seines Dorfes in Nordmazedonien auseinandersetzen muss.
Zur Laune, bitte. Wenn Beats vom Traktor pfeffern: Wenn der Schafhirte Ahmet (ARIF JAKUP) durch die Hügellandschaft tuckert, wummern basslastige Songs aus seiner selbstgebastelten Soundanlage. Die elektronischen Klänge verheißen einen Ausweg aus der konservativen Dorfgemeinschaft. Leider ist die nächste Disco unerreichbar weit entfernt, die örtliche Download-Geschwindigkeit katastrophal. Und sein strenger Vater ist bemüht, ihm die Liebe zur Musik auszutreiben. Einzig sein stummer Bruder Naim teilt seine Musik-Begeisterung. Als die wunderschöne Aya aus dem fernen Deutschland bei den Nachbarn einzieht, emotionalisiert sich das örtliche Geschehen. Enorm. „Die Neue“ hat nicht nur einen ausgezeichneten Musikgeschmack, einen unbändigen Freiheitswillen und ein Faible für Tiktok-Tänze, sondern auch ein Handy mit unbegrenztem Datenvolumen im Gepäck. Bei heimlichen Raves auf dem Acker kommen sich die beiden im Takt der Musik unweigerlich näher. Dumm nur, dass ihre Hand bereits einem Anderen versprochen ist. Um die anstehende Vermählung zu verhindern, startet Ahmet mit Aya einen verzweifelten Versuch, sich aus den Traditionen zu befreien.
Unprätentiös und authentisch: „DJ AHMET“ entwirft das Bild jugendlicher Rebellion in Zeiten von Social Media. Mit viel Musikleidenschaft, einer Prise schwarzem Humor und enormem Respekt vor seinen Charakteren verbindet der Autoren-Regisseur Georgi M. Unkovski die Suche zweier Außenseiter nach der ersten Liebe. Präsentiert ihren Kampf um einen Platz in einer auf Uniformität ausgerichteten Gesellschaft zu einer überzeugenden, atmosphärischen „Boy-Meets-Girl“-Geschichte. Mit viel Stimmung und großartig-sensibler-überzeugender Spiellaune der Jugendlichen.
ANSEHEN lautet die unbedingte Kino-Empfehlung (= 4 PÖNIs).
