DER PSYCHO-COACH – MÖRDERISCHE THERAPIE

PÖNIs: (4/5)

DÜSTER. Mit Spaß-Freude. Titel = „DER PSYCHO-COACH – MÖRDERISCHE THERAPIE“ von Tolga Karacelik (B + R; USA 2023; K: Natalie Kingston; M: Nathan Klein; 98 Minuten; deutscher Pandastorm-HEIMKINO-Start: 27.3.2026/Kauf und ab 10.4.2026 auch digital zum Leihen).  ======= Während einer seiner Sitzungen bei seinem Therapeuten erfuhr der Autoren-Regisseur TOLGA KARACELIK dass dieser auch Paartherapien anbietet. Der Gedanke, dass im Grunde ein Psychopath der beste Eheberater sein müsste, weil er sich nicht um die Gefühle anderer Menschen schert und sich auch nicht emotional einbringt, liefere ihm den Stoff für seinen Film. Als literarische Einflüsse nennt Karacelik das Werk von Autoren wie Vladimir Nabokov, Fjodor Dostojewski und Franz Kafka.

Ein Satz bleibt in Erinnerung: „EINE LEICHE IST WIE EIN BRIEF IN EINEM UMSCHLAG“.  Ein Tier fällt auf  – eine warmherzige Katze.  In einem Restaurant trollt sich ein lebendiges Lama.

Eine filmische Überraschung. Wurde gerade spitzzüngig-angekündigt als ebenso bissige wie unterhaltsame Geschichte über kreative Schreibblockaden, Beziehungen und ungewöhnliche Methoden der Selbstoptimierung. Trifft die Show präzise. Show? Sagen wir ja. Was „Fremdes“ zu erleben, kann ganz gut munden. Augenmäßig sozusagen. Wir lernen Keane kennen (JOHN MAGARO). Eine ziemliche (Lebens-)Niete. Verkauft sich als Schriftsteller. Aber erweist/zeigt sich dabei als unsicherer, nervöser Spinner. Dessen Ehefrau Suzie (BRITT LOWER) die (Lebens-)Schnauze voll hat und auf Scheidung verhandelt. Doch ausgerechnet in dieser Position begegnet IHM ihm im Restaurant ein exzentrischer Fremder. Kollmick (STEVE BUSCEMI /ein Filmpfund/-Spitzen-B-Schauspieler-As). Dieser erklärt unserem Nicht-Helden, dass er ein  Serienkiller ist. Allerdings – im Ruhestand. Dessen „Ideen“ unserem exzentrischen Schreiberling aber  irgendwie „zu interessieren“ beginnen. Von wegen …ich schreibe gerade an einem neuen Buch…benötige Hilfe/Unterstützung…durch ein folgenschweres Missverständnis… allerdings entwickelt/bekommt das bislang An-Sich-Normale-Geschehen nun eine ebenso absurde wie gefährliche Dynamik. Gut so. Weiter.

Die Neugier beim Zusehenden beginnt „aufzutauen“. Mit trockenem Humor, pointierten Dialogen und einem prickelndem Gespür für kesse Situationen führt diese Noir-Crime-Comedy in die kitzlige Spannungstiefe: Was läuft hier ab? Und warum? Warum so? Und nicht anders?

Angeführt wird das Ensemble, ich deutete es schon an, von STEVE BUSCEMI („Reservoire Dogs“), der als exzentrischer „Coach“ eine ebenso charismatische wie unberechenbare Performance liefert. Und „seriös“ loslegt. Was Keane vollends aus der Fassung keilt.

Ich mag schönen Blödsinn. Dies hier ist so was. Beinhalt Dominanz. In d e r Art (= 4 PÖNIs).

P.S.:  Der Kampf auf der Toilette bleibt auch noch zu erwähnen…..

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