PÖNIs: (5/5)
RUSSE. RUSSEN. Titel = „DER MAGIER IM KREML“ von Olivier Assayas (Co-B + R; USA/GB/Fr 2024; Co-B: Emmanuel Carrére; basierend auf dem Roman von Giuliano Da Empoli/2022; K: Yorick Le Saux; M: Thurston Moore; Franco Battiato; 152 Minuten; deutscher Kino-Start: 09.04.2026). Russland, Anfang der 1990er-Jahre. Die UdSSR ist zusammengebrochen. Mitten im Chaos eines Landes, das sich neu finden muss, macht ein äußerst intelligenter junger Mann, Wadim Baranow (PAUL DANO), Karriere. Zunächst Avantgarde-Künstler, dann Produzent von Reality-TV-Shows, wird er inoffizieller Berater eines ehemaligen KGB-Agenten, der die absolute Macht an sich reißen soll, dem Mann, der bald als „Der Zar“ bekannt sein wird, Wladimir Putin (JUDE LAW). Tief im Herzen des Systems wird Baranow zum Strippenzieher des neuen Russlands und prägt Reden, Sichtweisen und Fantasien. Nur eine Figur entzieht sich seiner Kontrolle: Ksenia (ALICIA VIKANDER), eine freiheitsliebende und unabhängige Frau, die die Möglichkeit der Flucht verkörpert – weit entfernt von politischer Macht und Einfluss.
Fünfzehn Jahre nach seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit ist Baranow bereit auszupacken. Was er offenbart, verwischt die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion, Glaube und Strategie. „DER MAGIER IM KREML“ ist ein Abstieg in die dunklen Korridore der Macht, wo jedes Wort einem Plan dient und den Lauf der Welt verändern kann. Also will.
Wenn wir spannende, fiktionale Polit-Realität in dieser atemberaubenden Funktionalität sehen, denken, erleben und spüren wollen, dann befinden wir uns mit diesem grandiosen Thriller-Sarg im Denk-Klang. Ich weiß, hört sich irre an, ist aber SO. Für 2026 haben wir ab sofort ein meisterliches Epos auf dem Lichtspieltisch. Großartig. Politisch wie emotional. Dieser Film bibbert. Mit viel Bunte-Bühnen-Krach. Geht unter die Haut. Krallt sich fest. Schreibt aufregende/anregende/entsetzliche Spannungsgeschichte. Ist schon ein Klassiker (= 5 PÖNIS).
