PÖNIs: (4/5)
DER ERSTKLASSIGE THRILLER. Titel = „CRIME 101“ von Bart Layton (B + Produktion + R; USA/GB 2004; das Drehbuch basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Don Winslow/2020; K: Erik Wilson; M: Blanck Mass; 135 Minuten; deutscher Kino-Start: 12.02.2026). Davon sind wir nur noch ab und an berührt – von einem Thriller, der sich auch als „solcher“ präsentiert. In der Mehrzahl bekommen wir in den Kinos glatte Spannungsfilme geliefert , bei denen während einer überschaubaren Zeit die (Auf-)Lösung erkennbar ist. Hier aber dürfen wir faszinierend warten. Im September 2023 gewann Amazon einen Bieterwettstreit um den Film gegen Netflix. Dreharbeiten fanden im Oktober 2024 in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien statt. Herausgekommen ist ein hervorragender Spanungsfilm. Bei dem lange Zeit nichts so ist wie man es vermutet: Ein kaum auffallender 1 A-Profidieb, Mike Davis (CHRIS HEMSWORTH), der seine riskanten Coups entlang der legendären 101-Freeway in Los Angeles durchführt, plant gerade den größten Raub seines Lebens. Dabei trifft der Solist, eher unerwünscht denn bewusst gewollt, auf eine überschaubare Anzahl von „Kameraden/Innen“, die gerade selbst Probleme haben beziehungsweise bekommen. ‚Beruflich‘ wie privat. Wie die desillusionierte Versicherungsmaklerin Sharon Colvin (HALLE BERRY), die selbst an einem Wendepunkt in ihrem Leben bastelt. Mike und Sharon beginnen, sich zusammen zu raufen. Verfolgt werden sie von einem wuseligen wie hartnäckigen wie ehrgeizigen Polizei-Detective namens Lou Lubesnick (MARK RUFFALO), der – mit Kollegen – den bevorstehenden Kriminalfall unbedingt zu klären gedenkt. „Mit jedem Schritt auf den Millionen-Coup verschwimmen die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem, und alle Beteiligten müssen sich den ereignisreichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen stellen“ („Filmdienst“). Es wird immer spannender. Aufregender.
Während die Positionen „des Personals“ wackeln, sich wenden, sich pikant bewegen, erzählt der Autoren-Regisseur Bart Layton von den selbstverständlichen Mustern eines ausgeklügelten, präzisen amerikanischen Systems in der Mischung von Gewalt, Korruption, Gerechtigkeit und Loyalität: „Verbrechen ist kein Einzelfall, der von einer ‚bösen Macht‘ ausgelöst würde. Bereits die einführende Drohnenaufnahme der Metropole suggeriert, dass in dieser Stadt sich jede Behörde, jedes Gebäude, jedes Licht lenken lässt“ („Filmdienst“).
P.S.: Die Novelle „Crime 101“ von Don Winslow stammt aus dem Jahr 2020 und ist Teil des Kurzgeschichten-Sammelbands „Broken“, der in diesem Monat veröffentlicht wurde. Beansprucht, nach dem Kinoblick, auch sofort/danach unbedingt gelesen zu werden (= 4 PÖNIs).
