Batman Kritiken

BATMAN BEGINS“ von Christopher Nolan (Co-B+R; USA 2005; Co.-B.: David S. Goyer; K: Wally Pfister, M: James Newton Howard, Hans Zimmer; 134 Minuten; Start D: 16.06.2005).

Es ist der 5. Batman-Film seit 1989. Nach Michael Keaton, Val Kilmer und George Clooney versucht sich nun CHRISTIAN BALE („American Psycho“) als dunkler Ritter im Fledermauskostüm. Christopher Nolan, Regisseur von „Memento“ (2000) und „Insomnia – Schlaflos“ (2001/2002), erzählt im Gegensatz zu den grell-bunten Versionen von Tim Burton und Joel Schumacher eine düstere (Kriegs-) Geschichte über Ängste, Rache und Selbstjustiz, das „Ein Mann sieht rot“-Motiv kommt hier zum Einsatz. Als Kind musste er mit eigenen Augen erleben, wie seine Eltern ermordet wurden. Seitdem ist er von Schuldgefühlen getrieben und versucht sich in den abgelegenen Bergen Asiens seinen Ängsten zu stellen. Er trifft er auf den undurchsichtigen Henri Ducard (LIAM NEESON), der ihn in eine Geheimorganisation einführt, geleitet von Ra’s Al Ghul (KEN WATANABE in einer kleinen Rolle). Er wird zu einer Art Ninja ausgebildet, eine teilweise spirituelle oft kämpferische Reise ins eigene Ich beginnt, immer mit dem Ziel Rache zu üben und die böse Welt gerechter zu machen. Nach seiner Rückkehr nach Gotham City wird er BATMAN und räumt endlich auf.

„Batman Begins“ ist keine Fortsetzung, sondern erzählt die Vorgeschichte. Diese ist laut, lärmend und bombastisch. Nebenbei läuft eine kleine Liebesgeschichte mit seiner Jugendfreundin Rachel (KATIE HOLMES). Aber im Vordergrund steht der private Krieg, besser gesagt die Kultur des Krieges „in anderer Uniform“. Dies ist geschickt gemachte Angstmacherei, begleitet von guten Darstellern wie MICHAEL CANE, MORGAN FREEMAN, GARY OLDMAN und CILLIAN MURPHY (= 3 PÖNIs).

THE DARK KNIGHT“ von Christopher Nolan (Co-B+R; USA 2007; 152 Minuten; Start D: 21.08.2008); ist sowohl Ami wie auch Brite; wurde als Sohn einer US-amerikanischen Mutter und eines britischen Vaters am 30. Juli 1970 in London geboren. Fing im Alter von sieben Jahren mit der Super-8-Kamera seines Vaters an, Actionfiguren zu filmen. Drehte mit 19 seinen ersten Kurzfilm („Tarantella“/wurde 1989 auch im US-Fernsehen ausgestrahlt); studierte Englische Literatur am Londoner „University College“, schuf seine ersten Filme auf 16mm; brachte 1998 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm auf die Leinwand: „Following“ (B+R). Schuf danach in Cineasten kreisen vielbeachtete Filme wie „Memento“ (2000/“Oscar“-Nominierung für das „Beste Originaldrehbuch“), den Remake-Thriller „Insomnia – Schlaflos“ (2002/mit Al Pacino, Robin Williams und Hillary Swank), bevor er 2004 mit dem Riesenprojekt „BATMAN BEGINS“ betraut wurde, für das er ein Budget von 135 Mio. Dollar zur Verfügung bestellt bekam (weltweites Einspielergebnis: 372 Mio. Dollar). Im Jahr 2006 schuf er schließlich das Magier-Duell „Prestige – Meister der Magie“, mit Hugh Jackman und Christian Bale. Hier nun wurden für den ehemaligen Low-Budget-Regisseur 180 Mio. Dollar aufgebracht, damit er die Fortsetzung von „Batman Begins“ verwirklicht.

Aber der thematischen Reihe nach: In den USA gehören Comics bzw. Comic-Figuren wie Superman oder Batman zum Kinderzimmer. So wie bei uns die Märchen der Brüder Grimm, wie Hänsel & Gretel oder Frau Holle, oder wie Max & Moritz von Wilhelm Busch. BATMAN hat in Nordamerika denselben Bekanntheitsgrad und Stellenwert wie Coca Cola. Die Figur BATMAN wurde 1939 von dem Autoren BILL FINGER und dem Zeichner BOB KANE ins Comic-Leben gerufen. Inspiriert u.a. von einem „Zorro“-Stummfilm sowie von einem Leonardo-da-Vinci-Gemälde, das einen Mann mit Fledermausflügeln zeigt. Hinter dem „Superman“-Konkurrenten verbirgt sich der Milliardär BRUCE WAYNE. Der hat im Alter von 8 Jahren mit-ansehen müssen, wie ein Straßenräuber seine Eltern in einer dunklen Gasse erschießt. Nach einer großzügigen Spende „übersieht“ das zuständige Sozialamt den Waisenjungen.

Bruce wird fortan vom Butler seiner Eltern, von Alfred Pennyworth, aufgezogen. Am Grab seiner Eltern legt er den Schwur ab, seine Heimatstadt Gotham City vom Verbrechen zu säubern. Dafür trainiert er hart und studiert auf der ganzen Welt Kriminologie, Chemie, Physik, Technik und zahlreiche Selbstverteidigungsarten. Er gibt sich den Namen BATMAN, als er eine Fledermaus sieht, die sich in seine Villa verirrt hat. Die Öffentlichkeit von Gotham City steht Batman von Anfang an gespalten gegenüber. Für die Einen ist er Rächer und Held, für die Anderen ein gesetzloser Rächer, dessen Methoden fragwürdig erscheinen. Hierzulande wurde Batman nur langsam populär. Erstmals erschien er in der ersten Ausgabe der 14tägig herauskommenden, farbigen „Buntes-Allerlei“-Heftreihe des „Aller-Verlages“ im Jahr 1954, an der Seite von Superman. Neben diversen Zeichentrickfilmen und TV-Serien wurden nun insgesamt 7 Spielfilme realisiert. Mit Akteuren wie Adam West („Batman hält die Welt in Atem“/1966), Michael Keaton („Batman“ + „Batmans Rückkehr“/1989 + 1992), Val Kilmer („Batman Forever“/1995), George Clooney („Batman & Robin“/1997) sowie zuletzt CHRISTIAN BALE („Batman Begins“ + hier). Allein die drei Produktionen von 1989/1992 + 1995 spielten weltweit rd. 1 Milliarde Dollar an den Kinokassen ein, so daß das Leinwand-Thema „Batman“ immer „heiß“ blieb.

Schon Nolans erster Flugversuch mit „Batman Begins“ war vor 3 Jahren kein schrilles Beliebig-Comic-Abenteuer, sondern eine ungewöhnlich düstere Parabel über Trauma-Angst und Selbstjustiz. Jetzt aber, als „Dunkler Ritter“, stürzt der Bruce Wayne-Batman in noch tiefere Abgründe von Brutalität, Zerstörung und Terror. Verbunden mit den Fragen nach einer (über-) „lebensfähigen“, demokratischen Recht-und-Ordnung-Gesellschaft, in der das GESETZ über allem steht bzw. stehen sollte. Als EINZIGE WERTE-ORIENTIERUNG. Mit einer faszinierenden wie zugleich SEHR spannenden Präzision thematisiert Nolan den schmalen Grat von Gut und Böse. Und die immerwährende Versuchung, mit „bösen Mitteln“ „Gutes“ erreichen zu können/zu wollen. Denn Bruce Wayne ist müde. Fühlt sich ausgebrannt. Ist es leid, im Batman-Kostüm Schurken zu jagen. Mit Hilfe des Polizeichefs Jim Gordon (GARY OLDMAN) unterstützt er den jung-dynamischen Staatsanwalt und Gerechtigkeitsfanatiker Harvey Dent (AARON ECKHART/“Thank You For Smoking“) in seinem legalen Kampf gegen Mafia & Co. Doch ein neuer, ganz und gar finsterer Bösewicht ist inzwischen aufgetaucht und macht gemeinsame Sache mit dem Mob: Joker (HEATH LEDGER). Ein offensichtlich total enthemmter, keinerlei Skrupel kennender Psychopath, mit der ganz großen Dauer-Lust an Chaos, Gewalt, Zerstörung, Unfrieden. Der keinerlei Moral mehr kennt und nur noch satanisch gegen Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit antritt. Denn, so die trübe Botschaft, die Demokratie ist erschöpft. Hängt zeitweise „ganz schön in den Seilen“. So kann der starke Einzelne – egal, auf welcher Seite – „wirken“. Selbstjustiz lautet das Motto.

Selten war Hollywood-Mainstream dermaßen dunkel und pessimistisch. Und zugleich dicht, packend, atmosphärisch-klasse, beunruhigend-aufregend. „The Dark Knight“, so die neuesten Zahlen, hat die Zuschauermassen in den USA elektrisiert wie lange schon kein Film mehr. Einnahmen von inzwischen rd. 475 Mio. Dollar sprechen Bände und Rekorde. Und lassen grimmig-aktuelle Deutungen zu: Amerika ist ebenso deprimiert. Von Kriegen, Wirtschaftszahlen, Täuschungen durch die Obrigkeit. Gotham City, die Alptraumstadt, sieht nicht mehr wie irgendeine Fiktions-Metropole aus, sondern wie eine typische moderne westliche Großstadt. In der man sich – thematisch – quasi „heimisch“ fühlt. Permanente Terrordrohungen, lähmende Sicherheitsparanoia, Lauschangriff, Telefonkontrolle, Überwachungsstaat, Folter im Gefängnis, Lynchjustiz, organisierte Kriminalität als quasi „unbesiegbare Menschen-Natur“: Ein emotional wie (gesellschafts-)politisch ungemein aktueller, packender, dichter Plot. In dem sich Action mit Tiefgang paart, in dem Spannung auf Philosophie trifft, in dem Technik und Fantasy zu schwindelerregenden Gedanken-Flügen los düsen. Kunst, Business, Poesie und Entertainment bilden eine Klasse-Einheit: „The Dark Knight“ ist handwerklich, inhaltlich und darstellerisch GRANDIOS. Große Unterhaltung, die den Kopf bewundernswert „mitnimmt“.

Vergessen sind Strumpfhosen, Pappmaché, Blödsinn, Gag-Neckereien in Verbindung mit dem Leinwand-Jux BATMAN. Stattdessen dominieren tragische Helden mit Realismus-Geschmack zwischen Oper, Western und Technik-Show. Ein (zu-)packender filmischer Gigant! In dem, auch das klug-verrückt, CHRISTIAN BALE als Batman eben NICHT die „erste Geige“ spielt, sondern der sich selbst übertreffende, wahnwitzige Punk-Clown HEATH LEDGER, der bekanntlich kurz nach den Dreharbeiten, am 22. Januar 2008, in New York im Alter von 28 Jahren verstarb. Nach bemerkenswerten Auftritten zuletzt in dem Bob-Dylan-Zyklus „I´m Not There“ und vor allem in „Brokeback Mountain“ von 2005 („Oscar“-Nominierung) mimt der in Australien geborene Schauspieler hier dermaßen diabolisch-drückend-brillant, daß man den Atem anhält vor so viel faszinierendem Seelen-BÖSEN: Sein Kopf zuckt ständig, die Zunge schnellt über die zum Grinsen vernarbten Mundwinkel; ein sadistischer Spaßvogel, der buchstäblich unter die Angst-Haut kriecht. Faszinierend wie körpersprachlich fesselnd, dieser Auftritt: Die Ganz Große Bühne des nunmehr unvergessenen Heath Ledger. Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Morgan Freeman und Eric Roberts sind die weiteren Stars in diesem ausnahmslos hervorragenden Ensemble. Während HANS ZIMMER und JAMES NEWTON HOWARD für die gewaltige musikalische Stimmungs-Reise sorgen. Ein sensationeller Hollywood-Blockbuster-Film. Er schafft über rd. 140 Minuten begeisternd den dramatischen Spagat zwischen Action- und Kopf-Kunst (= 5 PÖNIs).

THE DARK KNIGHT RISES“ von Christopher Nolan (Co-B, Prod.+R; USA 2011; Co-B: Jonathan Nolan / Bruder des R. + David S. Goyer; K: Wally Pfister, M: Hans Zimmer; 164 Minuten;Start D: 26.07.2012); den Amis geht es bekanntlich seit geraumer Zeit “nicht so gut”. „Friedens“-Kriege, Banken-Krise(n), Dollar-Verschuldung zuhauf. Große Umweltschäden. Ausgelöst durch: Die ungebremste Gier. Den kapitalistischen Terror. Die gemeine, ungerechte Politik. Depressionsstimmung(en). Mit Folgen: Viel Armut, noch mehr Wut. Die soziale gesellschaftliche Schieflage (er-)fordert: HELDEN. Der Verlag DC COMICS, gegründet 1934, ist neben „Marvel Comics“ einer der größten US-amerikanischen Comic-Verlage der Welt. Zählt Helden wie Clark Kent (= Superman), Bruce Wayne (= Batman), Green Lantern, Wonder Woman und auch Catwoman zu seinen Aktiven. Unter dem Signum „The New 52“ wurden jetzt alle Serien des DC Verlages neu gestartet. Aber nicht mit den alten Uralt-Storys aus den Anfängen, etwa von 1939, als Batman erstmals auftauchte, sondern quasi im „Jahr null“. Als Heute-Update. Übrigens auch hierzulande, denn der deutsche „Panini“-Partnerverlag hat Mitte Juni 2012 die „52“-Storys auf Deutsch herausgebracht.

Wer sich mit dem finalen Film der Batman-Trilogie von Christopher Nolan befasst, kennt natürlich die ersten beiden Filme: „BATMAN BEGINS“, Erscheinungsjahr 2005 sowie „THE DARK KNIGHT“, im Sommer 2008 in die Kinos gekommen. „The Dark Knight“, der insgesamt 7. eigenständige Batman-Kinospielfilm in der Filmgeschichte, gilt als der beste BATMAN-Film aller Zeiten. Künstlerisch wie geschäftlich. Mit über einer Milliarde Dollar befindet sich dieser derzeit auf Platz 12 in der Liste der Filme mit den höchsten Einspielergebnissen aller Zeiten. „The Dark Knight“ war für acht „Oscars“ nominiert; neben dem Tonschnitt wurde Nebendarsteller HEATH LEDGER, der am 2. Januar 2008 im Alter von 28 Jahren verstarb, für seinen Part als „Joker“-Bösewicht posthum geehrt. „The Dark Knight“ endete mit einem Desaster. Für Batman. Denn ihm wird der Tod des Ehrenmannes, Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart), angelastet. Dass DER aber, als „Two-Face“, die Seiten gewechselt hatte und als Joker-Jünger zur Bedrohung für Gotham City wurde, bleibt offiziell und öffentlich verborgen. Um die „innere Sicherheit“ der Stadt nicht zu gefährden. Batman gilt fortan als Mörder. Und Ausgestoßener.

Der filmische Einstieg in „The Dark Knight Rises“ ist geradezu hochkarätig. Wuchtig. Knackig explosiv. Einem OO7-James Bond-Film glatt ebenbürtig. Eine Flugzeugentführung. In der Luft. „Irgendwelche Verrückte“ von Gangster-Profis kapern eine Maschine. Um einen „Professor“„zu holen“. Ein wahnsinnig perfekt-„irre“ inszeniertes Verbrechen. Als atemberaubende, wüste Performance. Danach wird es aber erst einmal – und eine ganze Weile – ruhiger. Bedrohlich ruhig.

Acht Jahre sind seit „The Dark Knight“ vergangen. Bevor es heißt, „Der dunkle Ritter erhebt sich“ bzw. „Die Auferstehung des Dunklen Ritters“, blicken wir auf ein „sauberes“ Gotham City. Das immer mehr New York ähnelt. Die Verbrechensrate ist rapide gesunken. Dank des vom Gerechtigkeitsfanatiker, Staatsanwalt Dent, damals noch eingebrachtem rigidem Antiverbrechensgesetz. Bevor er bekanntlich zum unerkannten Schurken mutierte. Und starb. Während Batman auf Nimmerwiedersehen verschwand. Als „Mörder“ von Dent verschwinden musste. Christopher Nolan lässt sich jetzt einige Einführungszeit. Beginnt quasi „sanft“ mit einem ausführlichen zweiten Prolog. Mit leisen ersten Signalen für die kommende Bedrohung. An einem befriedeten Ort halten sich friedliche Menschen auf. Gotham City. Es dauert eine geschlagene Dreiviertelfilmstunde etwa, bevor Bruce Wayne erstmals zu erblicken ist. Als Krüppel. Desillusioniert, am Stock humpelnd, keine Knorpel mehr in den Knien. Mit ramponiertem Rücken. An seiner treuen „väterlichen“ Seite, wie stets: Butler Alfred Pennyworth (Sir MICHAEL CAINE). Jetzt als wütender, spottender Ratgeber. Weil sich sein Schützling so „gehen“ lässt. Seine häusliche Festung „seitdem“ nicht mehr verlassen hat. Sich aufgegeben hat. Resigniert hat. Müde. Kaputt. Depressiv. Ist. Der philanthropische Milliardär und ausgewiesene Technikfreak fühlt sich zerstört. „Nicht mehr benötigt“. Als Batman wie auch als Mensch. Und Bürger von Gotham City. Doch „die Stadt“ braucht ihn mehr denn je. Das wird ihm auch bald klar. Gemacht.

Durch zunächst die attraktive wie äußerst bewegliche Profi-Diebin Selina Kyle. Alias Catwoman (ANNE HATHAWAY mit gelenkigem High Heels-„Radau“). Die seine Fingerabdrücke klaut. Auf der Perlenkette seiner Mutter. Was als eher amüsantes „Techtelmechtel“ mit einer „schnuckeligen“ Einbrecherin beginnt, entwickelt sich zur beginnenden Katastrophe. Für die Stadt wie vor allem aber auch für den wiederkehrenden Batman. Mit seinen bekannten Helfern wie Lucius Fox (MORGAN FREEMAN) und Polizeichef James „Jim“ Gordon (GARY OLDMAN). Und jetzt auch dem jungen, dynamischen und „unbürokratischen“ Polizisten John Blake (JOSEPH GORDON-LEVITT als unkonventioneller Batman-Kumpel, erinnernd an einst Robin). Denn SIE bekommen es jetzt mit einem wahnsinnig-„guten“ Superschurken zu tun. In der furchterregenden bulligen Gestalt von Bane (TOM HARDY). Einem speckigen, „definitiv“ skrupellosen Bösewicht-Söldner, der mit seiner ihm total ergebenden (Selbstmord-)Truppe aus den Abwässerkanälen steigt, um die Stadt einzunehmen und zu zerstören. Mit atomarem „Material“. Und um „dabei“ gleich auch noch Batman „genüsslich“ fertig zu machen. Langsam. „Schön“ leidend. Endgültig. Zunächst aber wird „das Volk“ manipuliert. Befreit. „Demokratisiert“. Mit vollem Anarchie-Sturm. Im Handstreich wird erst einmal die Börse an der Wall Street eingenommen. Kaputt gedonnert: Witzig – der totale (Finanz-)Crash. Werden die Reichen gejagt. Die Herrschenden. „Die Nadelstreifen“. „Die Handlanger des Systems“. Und „vom Pöbel“ verurteilt. „The Dark Knight Rises“ wird zum raumvollen Politikum. Mit seinen aktuellen Ritualen des Terrors: Opfertod-Fanatikern, Kapitalismus-Kritik und basisdemokratischen Auswüchsen. Die moderne Gesellschaft und die hochentwickelten Zivilisation geht buchstäblich den Bach, also die Kanalisation ´runter. Eine interessante Polit-Parabel. Weil ein cleveres, hochintelligentes, muskelbepacktes Wesen wie dieser Bane es sich auf seine Zerstörungsfahne geschrieben hat. Dessen Outfit übrigens geradezu „originell“ zubereitet wurde – in seiner Masken-Mixtur aus Darth Vader („Star Wars“) und Hannibal Lecter („Das Schweigen der Lämmer“). Menschliche Total-Härte: Wohl noch nie hat ein als Superheld ausgewiesener „Messias“ wie Batman so viele verletzende Prügel einstecken müssen. Und Niederlagen. Bis zum Ende.

„The Dark Knight Rises“, mit 250 Millionen Dollar Produktionskosten benannt, ist der würdige Abschluss einer außergewöhnlichen Comic-Helden-Reihe. In der Batman zum „Menschen“ mutierte, mit sämtlichen Schwäche-Facetten sowie seiner gigantischen Gerechtigkeitsmoral. Die er dank seiner Finanzen und seiner technischen Künste aufwändig auszuleben vermochte. So dass die sich immer mehr „steigernden“ Schurken zwar in seine Augenhöhe-Nähe kamen, ihn aber letztlich nie ganz „erreichen“, sprich besiegen konnten. Apropos – „Joker“ Heath Ledger, aus Teil 2, „The Dark Knight“, war/ist/bleibt der beste dieser schlimmen „Brüder“. Obwohl sich der 34jährige Brite TOM HARDY, den wir aus dem vorletzten Christopher Nolan-Filmjuwel „Inception“ (als Eames) und zuletzt aus dem Agenten-Thriller „Dame, König, As, Spion“ (als Ricky Tarr Zuträger für Gary Oldman als George Smiley) kennen und eher „schmächtig“ in Erinnerung haben, wirklich exzellent „bedrohlich“, also prächtig widerlich aufführt. Eine vortreffliche wie kluge Augenweide. Tom Hardy swingt nun in der ewigen Film-Schurkenliste weit oben mit. Um ihn herum „dauerhaft gute“ Darsteller-Asse wie Gary Oldman, Michael Caine und Morgan Freeman. Dazu gesellt sich jetzt „ebensolches“ Personal wie Anne Hathaway („Plötzlich Prinzessin“) als flippe Fies-Mamsell Catwoman sowie Joseph Gordon-Levitt („(500) Days of Summer“) als neuer Batman-Jünger. Sowie schließlich auch „Oscar“-Lady MARION COTILLARD (die Edith Piaf aus „La vie en rose“) als wichtige „Begleiterin“ von Bruce Wayne. Aber das ist bei diesem letzten Mammutstreifen ein bisschen das Zuviel-Problem. Zu viele Figuren verderben etwas den Überblick. Die volle Konzentration auf „die Wichtigen“. So dass einige zwangsläufig „zu kurz“ kommen müssen. In der spannenden Charakterisierung. Wie eben Marion Cotillard als Miranda Tate.

Nichtsdestotrotz ist dieses Batman-Finale natürlich ein würdiger, überzeugender Abschluss. Einer ganz und gar außergewöhnlichen, bewunderungsreichen modernen Comic-Fiction-Trilogie. In dieser erzählenden Dicht-Kunst, mit diesem Zeit-Lassen für die Ausbreitung der reizvollen Geschichte(n) und seiner interessanten Figuren, mit diesem phantastischen Potenzial von einzigartigen Spezialeffekten (= zum Beispiel im Football-Stadion), mit diesen faszinierenden Sets (in der Stadt wie im Tunnel und im „Brunnen“), in diesen ordentlich choreographierten Kämpfen, mit dieser realitätsnahen politischen Futuristik. Sowie natürlich in dieser eindrucksvollen Beschreibung von gequälter Helden-Seele: „Oscar“-Preisträger CHRISTIAN BALE („The Fighter“), inzwischen 37, unterstreicht mit seinem (lange Zeit) zurückhaltenden Part als Wider-Willen-Held emotionale Präsenz und charismatische Führungsqualität. Ist beeindruckend in den kleinen wie großen Bewegungen. Christian Bale zählt zu den darstellerischen Spitzenkräften in Hollywood. Längst und hier wieder.
Ebenso wie der 41jährige britisch-amerikanische Drehbuch-Autor und Regisseur CHRISTOPHER NOLAN inzwischen mit seinen Filmen, besser, respektvoller, Werken, längst als ein Orson Welles oder als ein Stanley Kubrick der Moderne bezeichnet werden kann. Denn solch intelligentes, fabel-haftes, unterhaltsames wie vor allem nachhaltiges Großspannungskino vermag wirklich derzeit nur ER zu produzieren (= 4 ½ PÖNIs).

P.S.: HANS ZIMMER steht noch auf meinem Zettel. Groß geschrieben. Oh ja, dessen Soundtrack-Klänge wummern „und leiden“ routiniert kraftvoll bis sensibel mit, und sein monotoner, fein intensiver Gefängnis-Chorgesang geht unter die (Musik-)Haut.

P.S. II: Bei WHV, „Warner Home Video“, ist soeben eine DVD-/Blu-ray-Box mit den 5 großartigen Christopher Nolan-Filmen „Batman Begins“; „The Dark Knight“; „Inception“, „Prestige“ sowie „Insomnia“ herausgekommen. Als „CHRISTOPHER NOLAN DIRECTOR’S COLLECTION“. Mit ausführlichem Bonus-„Specials“ zu allen Filmen!!!!!